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Roland Boer

Roland Boer (geb. 1961) ist ein zeitgenössischer Philosoph, Exeget und Hochschullehrer. Er ist ein Australier niederländischer Herkunft und ist der erste …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Akademischer Werdegang
  3. 3. Forschung und Auszeichnung
  4. 4. Ausgewählte Werke
  5. 5. Verweise und Personendaten

Überblick

Roland Boer (geb. 1961) ist ein zeitgenössischer Philosoph, Exeget und Hochschullehrer. Ein Exeget ist ein Wissenschaftler, der Texte, besonders religiöse oder biblische Texte, auslegt. Boer ist Australier niederländischer Herkunft. Er gilt als der erste nichtchinesische Bürger, der an einer Schule für Marxismus in China beschäftigt ist.

Seine Bedeutung liegt vor allem in der Verbindung mehrerer Forschungsfelder: Marxismus, Theologie, politische Theorie, Postkolonialismus, Kulturwissenschaften, Literaturtheorie und biblische Kritik. In jüngerer Zeit wird sein Forschungsgebiet als vergleichende marxistische Philosophie beschrieben.

Akademischer Werdegang

Boer wurde 1961 geboren. Seine akademischen Abschlüsse erwarb er in classics (BA 1981), theology (BTh 1988), philosophical theology (MTh 1990) und biblical criticism (Ph.D. 1993). Den Ph.D. erhielt er 1993 an der McGill University.

Nach seiner Promotion arbeitete er als Forschungsprofessor an der University of Newcastle in Australien. Später wurde er Professor an der Schule für Marxismus der Technischen Universität Dalian in China. Außerdem trägt er den Titel eines Distinguished Overseas Professor an der Chinesischen Volksuniversität, auch Renmin Universität China genannt.

Forschung und Auszeichnung

Boer veröffentlichte zahlreiche Arbeiten zu Religion, Marxismus und Kulturanalyse. Zu einer Publikation aus dem Jahr 2012 wurden seine Interessengebiete mit „Theologie, Marxismus, politische Theorie, Postkolonialismus, Kulturwissenschaften und Literaturtheorie“ angegeben.

Im Zusammenhang mit seiner englischsprachigen Publikation „Sozialismus chinesischer Prägung: Ein Leitfaden für Ausländer“ von 2021 wurde sein Forschungsgebiet später als (vergleichende) marxistische Philosophie bezeichnet.

2014 erhielt er den internationalen Isaac- und Tamara-Deutscher-Gedächtnispreis, auch Deutscher Memorial Prize genannt. Der Preis wurde ihm für das innovativste Werk in der marxistischen Tradition verliehen.

Ausgewählte Werke

Boers Publikationen behandeln vor allem Sozialismus, Marxismus, Theologie, Bibelauslegung und politische Theorie. Zu den neueren Werken gehören „Socialism in Power: On the History and Theory of Socialist Governance“ (2023), „Socialism with Chinese Characteristics: A Guide for Foreigners“ (2021) und „Friedrich Engels and the Foundations of Socialist Governance“ (2021).

Weitere wichtige Titel sind „Red Theology. On the Christian Communist Tradition“ (2019), „Stalin: From Theology to the Philosophy of Socialism in Power“ (2017), „Marxist Criticism of the Hebrew Bible“ (2014), „Criticism of Earth: On Marx, Engels, and Theology“ (2012) und „Criticism of Heaven: On Marxism and Theology“ (2006).

Daneben veröffentlichte Boer auch Arbeiten zu biblischen Themen, Postkolonialismus und Kultur, etwa „The Earthy Nature of the Bible“ (2012), „Political myth: on the use and abuse of Biblical themes“ (2009), „Political Grace: The Revolutionary Theology of John Calvin“ (2009), „Rescuing the Bible“ (2008) und „Last stop before Antarctica. The Bible and postcolonialism in Australia“ (2008).

Verweise und Personendaten

Als verwandte Themen nennt der Artikel „Sozialismus chinesischer Prägung“ und „Schule für Marxismus“. Die Weblinks verweisen unter anderem auf Einträge zu Roland Boer, auf einen Text zu „Marxist Calvinism“, auf eine Vorlesung am Marxism College und auf die Schule für Marxismus der Technischen Universität Dalian.

In den Personendaten wird Boer kurz als niederländisch-australischer Philosoph, Exeget und Hochschullehrer beschrieben. Als Geburtsdatum ist 1961 angegeben. Normdaten sind unter anderem GND: 140664866, LCCN: n96014113 und VIAF: 97686871.

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