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Rebus-Prinzip
Das Rebus-Prinzip (lateinisch rebus, 'durch Dinge') beschreibt die Verwendung von Symbolen oder Schriftzeichen als Lautzeichen (Phonogramm), ohne Rücksicht …
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Grundidee und Bedeutung
Das Rebus-Prinzip bezeichnet die Verwendung von Symbolen oder Schriftzeichen als Lautzeichen (Phonogramme), wobei ihre ursprüngliche Bedeutung keine Rolle spielt. Ein Zeichen wird also wegen seines Klangs eingesetzt, nicht wegen dessen, was es normalerweise darstellt.
Dieses Prinzip kommt in vielen logographischen Schriften vor, also in Schriftsystemen, die auf Wortzeichen beruhen. Es war außerdem ein wichtiger Zwischenschritt von Bilderschriften zu Silben- und Alphabetschriften, weil damit auch abstrakte und fremde Begriffe durch bekannte Zeichen wiedergegeben werden konnten.
Funktionsweise in logographischen Schriften
In logographischen Schriften wie dem Chinesischen geben Schriftzeichen gewöhnlich keine genaue Auskunft über ihre Aussprache. Bei Eigennamen sowie Fremd- und Lehnwörtern werden deshalb vorhandene Zeichen kombiniert, die ähnlich klingen wie das wiederzugebende Wort. Dadurch muss kein neues Zeichen erfunden werden, dessen Aussprache den Lesenden unbekannt wäre.
Auch traditionelle Zeichen können nach diesem Prinzip entstanden sein: Abstrakte Begriffe wurden durch ähnlich klingende Schriftzeichen dargestellt. Bei solchen Entlehnungen wurde das Zeichen teilweise erweitert und seine Aussprache verändert.
Einfache deutsche Beispiele
Im Satz „Ein $ Beispielsatz für das Rebus-Prinzip“ wird das Zeichen $ zunächst als „dollar“ gelesen. Klanglich ergibt sich daraus „Ein toller Beispielsatz für das Rebus-Prinzip“. Die eigentliche Bedeutung von $ als Währungssymbol wird ignoriert.
Bei „T#s Heim, Glück allein“ wird das Zeichen #, das kurz auch „Raute“ genannt wird, nur wegen seines Klangs eingesetzt. So liest man den Ausdruck als „Trautes Heim, Glück allein“. Auch hier bleibt die gewöhnliche Bedeutung des Zeichens unberücksichtigt.
Rebus-Prinzip im alten Ägypten
Die ägyptischen Hieroglyphen verwenden ein Rebus-System. Ihre Phonogramme werden traditionell als Ein-, Zwei- und möglicherweise Drei-Konsonanten-Zeichen verstanden. Durch die Nutzung des Zeichenklangs konnten abstrakte oder fremde Begriffe geschrieben werden, ohne dass die ursprüngliche Bildbedeutung gelten musste.
Das Prinzip wurde in Ägypten auch bei Statuen verwendet. Eine bekannte Rebus-Statue stellt Ramses II. als Kind dar und bildet den Namen „Ra-mes-su“ aus drei Zeichen beziehungsweise Darstellungen: Horus, wie Ra, steht für „Ra“; das Kind steht für „mes“; und die Segge-Pflanze, deren Halm sich in der linken Hand befindet, steht für „su“.