Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Bilderrätsel
Ein Bilderrätsel, auch der oder das Rebus (lateinisch rebus ‚durch Dinge') genannt, ist ein größtenteils aus Zeichnungen bestehendes Rätsel: Eine Reihe von …
Inhalt6 Abschnitte
Grundidee
Ein Bilderrätsel, auch der oder das Rebus genannt, ist ein Rätsel, das größtenteils aus Zeichnungen besteht. Mehrere Bilder und Zeichen werden so gelesen, dass ihr Wortlaut durch Aneinanderfügen und Abstrahieren einen oder mehrere neue Begriffe ergibt. Diese neuen Begriffe stehen sachlich nicht unbedingt mit den gezeigten Bildern in Verbindung.
Zum Lösen muss man also nicht nur erkennen, was abgebildet ist, sondern auch mit Lauten, Silben und Wörtern spielen. Dabei können einzelne Buchstaben ausgetauscht, weggelassen oder hinzugefügt werden. Ein Beispiel aus dem Artikel zeigt, dass aus erkennbaren Dingen und Wortspielen ein passender Bildname entstehen kann, etwa „Pi“ und „Lot“.
Entwicklung
Bilderrätsel aus Bildern und Zeichen waren schon im 15. Jahrhundert bekannt. Sie kamen zum Beispiel als bebilderte Spottgedichte vor und unterhielten Adel und gebildete Schichten.
Als besonders kunstvoll gelten die um 1522 erschienenen „Rébus de Picardie illuminés“. Diese Bilderrätsel wurden mit Versen in nordfranzösischer Mundart kombiniert.
Später erschienen Bilderrätsel häufig in illustrierten Zeitungen und Zeitschriften. Oft gab es für die Lösung einen Preis, und Personen, die richtig gelöst hatten, wurden namentlich erwähnt.
Der Wissenschaftler Valerius Cordus verwendete selbst einen Rebus als Unterschrift: ein gezeichnetes Herz, lateinisch „cor“, mit dem Zusatz „dus“.
Räumliche Zeichenrätsel
Eine verwandte Form des Bilderrätsels arbeitet nicht hauptsächlich mit Gegenständen, sondern mit Buchstaben und anderen Zeichen, die räumlich angeordnet sind. Die Lage der Zeichen ist dabei ein Teil der Lösung.
Solche Rätsel verlangen oft, dass man „um die Ecke“ denkt. Man muss also nicht nur lesen, welche Buchstaben oder Zeichen vorhanden sind, sondern auch beachten, ob etwas über, unter, zwischen, in oder neben etwas steht. Manchmal sind solche Aufgaben eher als Wortscherz gemeint.
Suchbilder
Eine weitere Variante sind Bilderrätsel, bei denen zwei Bilder auf den ersten Blick gleich aussehen. Die Aufgabe besteht dann darin, die Unterschiede oder versteckten Fehler zu finden.
Der Artikel nennt als Beispiel ein Originalfoto, ein Foto mit versteckten Fehlern und eine Lösung, in der die Fehler eingekreist sind. Bei dieser Variante geht es weniger um Wortspiele als um genaues Hinsehen und Vergleichen.
Bekannte Anekdote
Der Artikel nennt eine historische Anekdote über Friedrich den Großen und Voltaire. Friedrich der Große soll Voltaire ein Billet mit einer mathematisch aussehenden Zeichenfolge geschickt haben: p durch A, 6 durch 100 und ein Fragezeichen.
Voltaire soll darauf mit einer kurzen Zeichenfolge geantwortet haben: G und a. Außerdem wird eine Variante mit „P“ über „Venez“, einem „a“ und „ci“ über „Sans“ genannt. Die Antwort Voltaires sei dieselbe gewesen.
Literatur und Quellen
Der Artikel verweist auf ältere und neuere Literatur zu Bilderrätseln und Rebusformen. Genannt werden unter anderem ein Beitrag „Rébus“ in der „Illustrirten Zeitung“ vom 23. September 1843, der „Rebus-Almanach“ von 1845 und Eva-Maria Schencks Buch „Das Bilderrätsel“ von 1973.
Als weiterführende Materialien werden außerdem Sammlungen und Erklärungen genannt, darunter Commons zu Bilderrätseln, Wiktionary zum Wort „Rebus“, Walter Eigenmanns Essay „Der Rebus – Magie des Zeich(n)ens“ und ein PDF „Rebus 1843–2018“ der Freien Universität Berlin.