Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Raquel J. Palacio

Raquel J. Palacio ist das Pseudonym der US-amerikanischen Verlegerin, Schriftstellerin und Buchumschlaggestalterin Raquel Jaramillo (geboren am 13.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Person und beruflicher Hintergrund
  2. 2. Der Debütroman Wunder
  3. 3. Themen und Aufnahme von Wunder
  4. 4. Weitere Werke
  5. 5. Auszeichnungen und Festival

Person und beruflicher Hintergrund

Raquel J. Palacio ist das Pseudonym der US-amerikanischen Verlegerin, Schriftstellerin und Buchumschlaggestalterin Raquel Jaramillo. Sie wurde am 13. Juli 1963 in New York City geboren; ihre Eltern stammen aus Kolumbien.

Jaramillo arbeitete mehrere Jahre als Art-Direktorin und Fotoillustratorin sowie mehr als zwanzig Jahre als Buchcover-Designerin. Ihre frühen Bücher veröffentlichte sie unter ihrem tatsächlichen Namen. In den Bilderbüchern Dream, Baby, Dream und Ride, Baby, Ride von 1998 sowie Last Summer – A Little Book for Dads von 2004 verband sie vor allem Fotografien mit knappen Texten. Außerdem gestaltete sie Illustrationen und Fotografien für Bücher anderer Autoren.

Seit 2006 arbeitet Palacio beim New Yorker Verlag Workman. Bis Oktober 2013 war sie dort Director of Children’s Publishing. Seit Februar 2014 ist sie als Editor-at-large tätig, damit ihr mehr Zeit zum Schreiben bleibt. 2013 gehörte sie zur Jury für die Auszeichnung „Das außergewöhnliche Buch“ im Kinder- und Jugendprogramm des Internationalen Literaturfestivals Berlin. Sie lebt mit ihrem Ehemann Russell und ihren Söhnen Caleb und Joseph in Brooklyn, New York.

Der Debütroman Wunder

Palacios bekanntestes Werk ist ihr Romandebüt Wonder, das 2012 erschien und 2013 unter dem Titel Wunder in der Übersetzung von André Mumot veröffentlicht wurde. Es war ihr erstes Buch unter dem Pseudonym Raquel J. Palacio. Im Mittelpunkt steht der zehnjährige August „Auggie“ Pullman. Er hat seit seiner Geburt eine Gesichtsmissbildung, wurde bereits 27-mal operiert und bislang von seiner Mutter zu Hause unterrichtet. Mit zehn Jahren besucht er erstmals eine Schule und kommt in die fünfte Klasse. Die Handlung behandelt hauptsächlich dieses fünfte Schuljahr und Auggies Erfahrungen mit Familie, Freundschaft, Ausgrenzung und dem Wunsch, dazuzugehören.

Eine wichtige Erzähltechnik ist der Perspektivwechsel: Die acht Teile werden nacheinander von Auggie, seiner 15-jährigen Schwester Olivia, seiner Klassenkameradin Summer Dawson, seinem Klassenkameraden Jack Will, Olivias Freund Justin, erneut August, Olivias Klassenkameradin Miranda und abschließend wieder Auggie erzählt. Dadurch werden die Reaktionen verschiedener Menschen auf Auggie und ihre Beziehungen untereinander sichtbar.

Die Idee entstand 2007 nach einer Begegnung Palacios und ihrer Kinder mit einem Mädchen mit Gesichtsanomalien. Palacio erlebte dabei die eigene Hilflosigkeit angesichts der Frage, wie man angemessen reagieren sollte. Auf der Rückfahrt lief der Song Wonder von Natalie Merchant im Radio und inspirierte den Titel.

Die Erstauflage im Februar 2012 betrug 22.500 Exemplare. Von Dezember 2012 bis August 2013 stand Wonder auf der wöchentlichen Bestsellerliste der New York Times. Bis Oktober 2013 war der Roman in Nordamerika mehr als eine Million Mal gedruckt und digital verkauft worden. Laut Artikel lag er außer auf Englisch in sieben weiteren Sprachen vor: Chinesisch, Deutsch, Französisch, Katalanisch, Koreanisch, Niederländisch und Spanisch; die Rechte waren in 36 Länder verkauft. 2017 erschien die von Stephen Chbosky inszenierte Verfilmung Wunder mit Julia Roberts, Jacob Tremblay und Owen Wilson in tragenden Rollen.

Themen und Aufnahme von Wunder

Die im Artikel angeführten Rezensionen heben vor allem Empathie, Freundlichkeit, familiären Zusammenhalt und den Umgang mit Anderssein und Ausgrenzung hervor. Auggie wird nicht ausschließlich über seine Besonderheit dargestellt: Humor, Alltagserfahrungen und seine liebevolle Familie bilden ein Gegengewicht zu Einsamkeit, Vorurteilen und Mobbing. Eine zentrale Botschaft lautet, dass schon etwas mehr Freundlichkeit im Umgang miteinander viel bewirken kann.

Gelobt werden außerdem die glaubwürdige Sprache der Kinder und Jugendlichen, der Wechsel zwischen mehreren Erzählstimmen sowie die Verbindung ernster Themen mit Situationskomik und Selbstironie. Die unterschiedlichen Blickwinkel zeigen sowohl hilfreiche als auch grausame oder hilflose Reaktionen und regen dazu an, das eigene Verhalten gegenüber Außenseitern zu überdenken. Das Hörbuch wurde für seine zurückhaltende Vielstimmigkeit gewürdigt, die den Perspektivwechsel der Vorlage aufgreift.

Weitere Werke

Auf Wonder folgten mehrere verwandte Bücher. Auggie & me: three Wonder stories erschien 2015; die deutsche Ausgabe Wunder. Julian, Christopher und Charlotte erzählen folgte 2017. Ebenfalls 2017 erschienen das Bilderbuch We’re All Wonders und seine deutsche Übersetzung Wir sind alle ein Wunder.

White Bird von 2019 nimmt teilweise Bezug auf Wonder. Die deutsche Übersetzung White Bird – wie ein Vogel erschien 2023. Der gleichnamige Film unter der Regie von Marc Forster kam im April 2024 in die deutschen Kinos.

Als weiteres Jugendbuch nennt die Bibliografie Pony von 2019. Die deutsche Ausgabe Pony: Wenn die Reise deines Lebens lockt, mach dich auf den Weg erschien 2024, übersetzt von André Mumot. Der Artikel erwähnt daneben einen 2015 erschienenen zweiten Roman mit dem Titel That was the River beziehungsweise Das war der Fluss, führt ihn jedoch nicht in der Bibliografie auf.

Auszeichnungen und Festival

Wonder beziehungsweise Wunder erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Nominierungen. 2013 wurde das Buch „Esel des Monats“ der Zeitschrift eselsohr und kam auf die Shortlist der Carnegie Medal. Das Hörbuch erreichte im April 2013 Platz 3 der Hörbuch-Bestenliste von Hessischem Rundfunk, Börsenblatt, BuchJournal und Hits für Kids. Im Mai erhielt der Roman den „Luchs des Monats“. Das Hörbuch gewann außerdem den Deutschen Kinderhörbuchpreis BEO in den Kategorien „7–11 Jahre“ und „Kinderjury“.

Im März 2014 wurde Wunder in die Empfehlungsliste des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises aufgenommen. Im selben Jahr gewann es beim Deutschen Jugendliteraturpreis den Preis der Jugendjury. Pony wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2025 in der Kategorie Jugendbuch nominiert.

Im September 2013 nahm Palacio am Kinder- und Jugendprogramm des 13. Internationalen Literaturfestivals Berlin teil.

Weiterlesen