Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Protonierung

Voraussetzung für den Vorgang der Protonierung ist das Vorliegen einer Säure und einer Base nach der Definition von Brønsted und Lowry. Die Säurestärke – …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Definition und Grundprinzip
  2. 2. Säure-Base-Gleichgewicht
  3. 3. Beispiel mit Ammoniak
  4. 4. Bedeutung und Anwendung

Definition und Grundprinzip

Protonierung bezeichnet in der Chemie die Anlagerung eines oder mehrerer Protonen (Wasserstoffkerne beziehungsweise Wasserstoff-Kationen) an eine chemische Verbindung im Rahmen einer Säure-Base-Reaktion. Mit jedem übertragenen Proton erhält das Zielmolekül eine zusätzliche positive Ladung. Das entstandene Teilchen heißt protonierte Verbindung.

Der umgekehrte Vorgang ist die Deprotonierung: Dabei werden Protonen von einer Verbindung abgespalten.

Säure-Base-Gleichgewicht

Eine Protonierung setzt eine Säure und eine Base nach Brønsted und Lowry voraus. Die Säure gibt ein Proton ab und wird dadurch deprotoniert; die Base nimmt das Proton auf und wird protoniert:

HA + B ⇌ A⁻ + HB⁺

Dabei ist HA die Säure, B die Base, A⁻ die deprotonierte Säure und HB⁺ die protonierte Base. Die Säurestärke, dargestellt durch den pKₛ-Wert, und die Basenstärke, dargestellt durch den pK_B-Wert, bestimmen, ob im Gleichgewicht eher die protonierte oder die unprotonierte Verbindung vorliegt. Auch sterische Faktoren, also die räumliche Anordnung und mögliche Behinderung durch Atome oder Atomgruppen, können eine Protonierung beeinflussen.

Beispiel mit Ammoniak

Bei der Reaktion von Chlorwasserstoff (HCl) mit Ammoniak (NH₃) überträgt Chlorwasserstoff ein Proton auf das Ammoniak-Molekül:

HCl + NH₃ ⇌ Cl⁻ + NH₄⁺

Dabei entstehen ein negativ geladenes Chlorid-Anion (Cl⁻) und ein positiv geladenes Ammonium-Kation (NH₄⁺). Auch bei der Säure-Base-Reaktion von Essigsäure und Wasser treten Protonierung und Deprotonierung auf: Essigsäure kann deprotoniert werden, während Acetat durch Protonierung wieder Essigsäure bildet.

Bedeutung und Anwendung

Die Protonierung ist ein häufig beobachteter und gezielt genutzter Reaktionsschritt. Sie dient oft dazu, eine chemische Verbindung für nachfolgende Reaktionen zu aktivieren. Außerdem kann sie Verbindungen ionisieren, also elektrisch laden, beispielsweise für eine massenspektrometrische Analyse.

Weiterlesen

Essigsäure Essigsäure ; Schmelzpunkt. 17 °C ; Siedepunkt. 118 °C ; Dampfdruck. 15,8 hPa (20 °C) · 27,9 hPa (30 °C) · 47,2 hPa (40 °C) · 76,9 hPa (50 °C) ; pKS-Wert. 4,756 (25 °C). Chemie Zentrale Begriffe der Chemie sind chemische Reaktionen und chemische Bindungen. Durch chemische Reaktionen werden chemische Bindungen gebildet oder gespalten. Wasserstoff Wasserstoff ist das chemische Element mit der geringsten Atommasse. Sein häufigstes Isotop, Protium, ist das einzige stabile Isotop ohne ein Neutron. Es besteht … Chemische Verbindung Als chemische Verbindung bezeichnet man einen Reinstoff, dessen kleinste Einheiten (zum Beispiel Moleküle) aus Atomen von zwei oder mehr chemischen Elementen … Säure-Base-Reaktion Säure-Base-Reaktionen nach Brønsted sind chemische Reaktionen, bei denen Wasserstoff-Kationen H + (Protonen) zwischen Molekülen oder Molekül-Ionen … Elektrische Ladung Die 1832 von Michael Faraday formulierten faradayschen Gesetze stellen einen Zusammenhang zwischen geflossener elektrischer Ladung und Stoffumsatz (an den … Ammoniak Die Herstellung erfolgt bislang (2022) fast ausschließlich über das Haber-Bosch-Verfahren aus den Elementen Wasserstoff und Stickstoff. ... Bosch für die … Chlorwasserstoff Chlorwasserstoff (Summenformel HCl, systematisch auch als Wasserstoffchlorid oder Hydrogenchlorid bezeichnet) ist ein farbloses, stechend riechendes Gas, … Anion Die Bezeichnung verweist darauf, dass es sich im elektrischen Feld, etwa bei einer Elektrolyse, stets zur positiv geladenen Anode hin bewegt. Anionen entstehen … Ionisation Ionisation heißt jeder Vorgang, bei dem aus einem Atom oder Molekül ein oder mehrere Elektronen entfernt werden, sodass das Atom oder Molekül als positiv … Protolyse Die Protolyse ist der entscheidende Vorgang nach der wichtigen Brønstedschen Säure-Base-Theorie. Danach überträgt eine Säure ein Proton (H +) an einen …