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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Pillenbruch

Pillenbruch ist ein zum Stadtteil Wüsten gehörender Ortsteil der lippischen Stadt Bad Salzuflen im Nordosten Nordrhein-Westfalens.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Ort und Lage
  2. 2. Entstehung und Zugehörigkeit
  3. 3. Windenergie und Verkehr
  4. 4. Höfe, Denkmal und Grenzsteine

Ort und Lage

Pillenbruch ist ein Ortsteil des Bad Salzuflener Stadtteils Wüsten im Nordosten Nordrhein-Westfalens. Es liegt etwa drei Kilometer östlich von Wüsten und unmittelbar westlich von Welstorf, einem Stadtteil von Lemgo.

In Pillenbruch entspringt die Glimke. Der Bach ist 6,2 Kilometer lang und mündet bei der Detmolder Straße auf Vlothoer Stadtgebiet in die Salze. Große Teile ihres Verlaufs stehen als Naturschutzgebiet „Glimketal“ unter Schutz; das Gebiet trägt die Kennzeichnung LIP-040 und ist 72,2 Hektar groß.

Entstehung und Zugehörigkeit

Pillenbruch entstand im Mittelalter wahrscheinlich als Hagenhufendorf entlang der Glimke. Ein Hagenhufendorf ist eine Siedlungsform, bei der Höfe mit ihren zugehörigen Flächen entlang einer Straße oder eines Gewässers angeordnet sind. Als Gründer kommen vermutlich die Herren von Varenholz infrage.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1338: Das westfälisch-waldecksche Uradelsgeschlecht zu Gogreven verpfändete den „Hagen zu Pillincbroke“ samt Zubehör an Bernhard von Exterde. Ende der 1780er Jahre endete die preußische Herrschaft; durch einen Tausch kam Pillenbruch zur lippischen Obrigkeit. 1969 wurde die damalige Gemeinde Welstorf geteilt: Welstorf wurde Lemgo zugeordnet, Pillenbruch und Voßhagen kamen zu Bad Salzuflen.

Der Ortsname bedeutet ursprünglich „Pehlenbruch“, also eine zu Pehlen gehörende Sumpflandschaft. Historische Schreibweisen sind unter anderem Pillincbroke, Pillenbroke, Pillinckbroke, Pillingkbroicke, Pillinbroick, Pillenbroeck, Pyllinckbroicke, Pillingbrogh, Pillinghbruche und Pillenbrock.

Windenergie und Verkehr

Südlich des Orts liegt der 2001/2002 errichtete Windpark Pillenbruch. Die Energiequelle GmbH betreibt dort elf Anlagen: acht NEG Micon NM60/1000, zwei Enercon E-58 und eine Nordex N80/2500. Zusammen wandeln sie Windenergie mit 12,5 MW Leistung in elektrische Energie um. Die Anlagen kosteten jeweils rund zwei Millionen Mark und wurden mit Spezialtransportern aus Dänemark angeliefert. Im Dezember 2020 kam eine Anlage des Typs Vestas V-112 hinzu; sie hat eine Nabenhöhe von 119 Meter und eine Leistung von 3,45 MW.

Die einzige Straße im Siedlungsgebiet ist die Pillenbrucher Straße. Die Anrufbuslinie 974 des Stadtbusnetzes Bad Salzuflen erschließt die Siedlung. Nahe Bahnhöfe liegen in Vlotho, Lemgo und Bad Salzuflen; die nächsten Fernbahnhöfe sind Herford und Bielefeld Hbf.

Höfe, Denkmal und Grenzsteine

An der Pillenbrucher Straße liegen mehrere historisch benannte Höfe. Die Hofanlage Stuckmann und der „Pilzhof Lippe“ bei Nr. 21 gehörten früher als „Oberwüsten 1“ zum größten Hof Oberwüstens. Der Torbogen trägt eine Inschrift von 1836, die Bernd Henrich Kixmöller und Hanne Fridericke Raschen als Bauleute nennt. Der Beekhof bei Nr. 21c gehörte ebenfalls zu „Oberwüsten 1“; seine Torbogeninschrift nennt Johann Henrich Meierjohan und Anna Maria Eliesabath Pankoken sowie das Baudatum 10. Mai 1820.

Der Pecherhof an Nr. 30 hieß früher „Oberwüsten 5“ und „Wüsten 269“. Die Inschrift seiner Leibzucht nennt Diederrich Henrich Wustenbecker und Anna Elisabeth Sturhanen sowie den 21. Juli 1842. Bei Nr. 57 steht das 2013 von Bewohnerinnen und Bewohnern errichtete Denkmal „Pillenbruch – seit 1338“: ein Findling mit Salzufler Wappen und Lippischer Rose.

An der früheren Grenze des Fürstent(h)ums Lippe zu Preußen beziehungsweise zur Grafschaft Ravensberg stehen rund 50 als Baudenkmale eingetragene Landesgrenzsteine. Sie sind in den Denkmallisten von Bad Salzuflen, Herford und Vlotho verzeichnet. Bei Pillenbruch sind die Steine „GR-040-41“ und „GR-040-42A“ erhalten.

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