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Personenbeschreibung (Fernsehsendung)

Personenbeschreibung war eine Dokumentarfilmreihe des ZDF, in der der Journalist und Dokumentarfilmer Georg Stefan Troller mehr oder weniger prominente …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Arbeitsweise und Bedeutung
  3. 3. Erste Folgen und Themenbreite
  4. 4. Ausgewählte Episoden
  5. 5. Auszeichnungen

Überblick

„Personenbeschreibung“ war eine Dokumentarfilmreihe des ZDF aus Deutschland. Sie lief von 1972 bis 1993, war deutschsprachig und verband Dokumentarfilm und Interview. In jeder Folge porträtierte und befragte der Journalist und Dokumentarfilmer Georg Stefan Troller eine Person oder eine kleine Gruppe von Personen. Häufig standen Künstler im Mittelpunkt, es wurden aber auch politische, gesellschaftliche und ungewöhnliche Lebensgeschichten gezeigt.

Insgesamt entstanden 70 Filme. Die einzelnen Episoden dauerten meist rund 30 bis 45 Minuten. Die Premiere war am 3. April 1972 im ZDF. Die Reihe hatte keinen festen Sendeplatz und war keiner festen Redaktion zugeordnet; sie lief sowohl am Vorabend als auch im Spätprogramm.

Arbeitsweise und Bedeutung

Georg Stefan Troller war bei allen Episoden Drehbuchautor und Regisseur. Besonders wichtig war seine subjektive Befragungsweise: Damit ist gemeint, dass die Interviews nicht nur sachlich-distanziert geführt wurden, sondern stark von Trollers persönlicher Art des Fragens geprägt waren. Diese Methode wurde für viele Journalisten, Dokumentarfilmer und Moderatoren von Talkshows zu einem Vorbild.

Troller arbeitete eng mit dem Kameramann Carl-Franz Hutterer und der Schnittmeisterin Elfi Kreiter zusammen. Ihre Arbeit prägte die Filme ebenfalls stark. Die Kamera und der Schnitt waren also nicht nur technische Mittel, sondern wichtige Bestandteile der Wirkung der Porträts.

Erste Folgen und Themenbreite

Die erste ausgestrahlte Folge war „Dory Previn – Ein Leben in Hollywood“ über die Ex-Frau von André Previn. Sie wurde am 3. April 1972 gesendet und dauerte 28:54 Minuten.

Ursprünglich sollte zuerst „Reverend Williams – Gottes Showman in San Francisco“ über den Hippie-Pastor Cecil Williams gezeigt werden. Dieser Film wurde jedoch zurückgezogen, weil er laut Troller Szenen enthielt, die zeigten, dass auch Querschnittgelähmte zur körperlichen Liebe fähig seien. Die Folge lief dann am 14. Mai 1972.

Die Episodenliste zeigt eine große thematische Breite: Porträtiert wurden unter anderem Dory Previn, Seán Mac Stíofáin, Robert Crumb, Melina Mercouri, Muhammad Ali, Peter Handke, Roberto Rossellini, Liv Ullmann, Ron Kovic, Charles Bukowski, Leonard Cohen, Art Spiegelman, Felix Mitterer, Niklas Frank und John Callahan. Neben bekannten Künstlern und Schriftstellern behandelte die Reihe auch politische Konflikte, soziale Randbereiche, Sport, Religion, Behinderung, Gefängnis, Armut und persönliche Lebenskrisen.

Ausgewählte Episoden

Die Reihe begann 1972 mit mehreren knapp halbstündigen Filmen, darunter „Seán Mac Stíofáin – Tödliche Träume in Irland“, „Robert Crumb – Comics und Katerideen“ und „Jakov Lind – Der Außenseiter im inneren Exil“. 1974 erschien „Muhammad Ali – Der lange Weg zurück“, 1975 „Peter Handke in Paris“ und 1976 „Liv Ullmann – Liv heißt Leben“.

In den späteren Jahren wurden die Folgen teilweise länger. Beispiele sind „Begegnung im Knast“ von 1981 mit 43:48 Minuten, „Bullenreiter – Die längsten 8 Sekunden der Welt“ von 1982 mit 44:43 Minuten, „Breyten Breytenbach – Ein Mensch fällt aus Südafrika“ von 1984 mit 43:15 Minuten und „Felix Mitterer – Ein Platz für Idioten“ von 1990 mit 44:35 Minuten.

Die letzte Folge war „John Callahan – Lach wenn Du kannst“. Sie wurde am 2. November 1993 ausgestrahlt und dauerte 28:35 Minuten.

Auszeichnungen

Die Reihe erhielt mehrere Auszeichnungen. 1973 bekamen Georg Stefan Troller und Kameramann Carl-Franz Hutterer Adolf-Grimme-Preise in Silber für „Seán Mac Stíofáin – Tödliche Träume in Irland“.

1981 erhielt Georg Stefan Troller mit seinem Team den Goldenen Gong für „Begegnung im Knast“. 1994 bekam Troller den Telestar für die beste Dokumentation „John Callahan – Lach wenn Du kannst“.

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