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Paghjella
Paghjella ist der polyphone Männergesang der traditionellen korsischen Volksmusik. Die Musik entwickelte sich vermutlich aus dem gregorianischen Choral der …
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Kern und Bedeutung
Paghjella ist ein polyphoner Männergesang der traditionellen korsischen Volksmusik. Polyphon bedeutet, dass mehrere selbstständige Stimmen gleichzeitig singen. Die Musik entwickelte sich vermutlich aus dem gregorianischen Choral der Kirchenmusik.
Weil diese Gesangstechnik bedroht ist, nahm die UNESCO Paghjella im Jahr 2009 in die Liste des dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes auf.
Musikalischer Aufbau
Paghjella besteht aus drei Stimmen. Die mittlere Stimme, a segonda, trägt die Melodie. Die tiefere Stimme, u bassu, bildet die Begleitung. Die dritte und höchste Stimme, a terza, singt die Koloratur, also verzierende Tonfolgen.
Die Sänger improvisieren innerhalb vorgegebener Schemata. Die Texte werden leicht versetzt gesungen. Dadurch entsteht eine Art Hall-Effekt.
Themen der Lieder
Die Lieder handeln von vergangenen Zeiten, von Liebe, von der korsischen Natur oder von der Jungfrau Maria. Damit verbindet Paghjella musikalische Mehrstimmigkeit mit Themen aus Erinnerung, Religion und regionaler Kultur.
Bekannte Ausführende
Als Solisten nennt der Artikel Petru Guelfucci, Antone Ciosi, Mai Pesce und Ghjuvan Paulu Poletti.
Zu den genannten Gruppen gehören A Filetta, Barbara Furtuna, Canta u populu corsu, I Muvrini, L’Alba und I Campagnoli, die 1989 gegründet wurden.