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POS-Terminal
Sie haben sich auf kontaktloses Bezahlen spezialisiert und digitale Lösungen für Smartphones und Tablets geschaffen. Mit dem Aufkommen von NFC-fähigen …
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Definition und Funktionsweise
Ein POS-Terminal (Point of Sale; in der Schweiz EFT/POS-Terminal) ist ein Online-Terminal für bargeldloses Bezahlen an einem Verkaufsort. Es prüft eine Debit- oder Kreditkarte unter anderem darauf, ob sie gesperrt, zugelassen, plausibel und noch gültig ist, und meldet das Ergebnis an die Verkaufsstelle. Ein mobiles Gerät heißt mobile Point of Sale (mPOS).
Eine POS-Zahlung liegt vor, wenn der Zahlungsempfänger über ein POS-Terminal verfügt, der Kunde eine geeignete Karte verwendet, die Echtheit des Karteninhabers mit verhältnismäßig hoher Sicherheit und ohne unverhältnismäßig großen Aufwand erkannt wird und Belastung sowie Gutschrift automatisiert erfolgen.
Typischer Ablauf: Zunächst wird der Betrag am Terminal eingegeben oder von der Kasse übertragen. Die Karte wird eingeführt oder durch einen Leseschlitz gezogen. Das Terminal prüft ihre Plausibilität und Gültigkeit. Danach gibt der Kunde die PIN über ein spezielles Encrypting PIN Pad ein, das sie sofort verschlüsselt. Das Rechenzentrum der abrechnenden Bank autorisiert den Betrag, fragt eine mögliche Kartensperrung ab und prüft mittels PIN die Karteninhaberechtheit. Bei erfolgreicher Prüfung erscheint der Zahlungsabschluss auf dem Bildschirm. Clearing und Settlement, also die Abrechnung und endgültige Zahlungsabwicklung, erfolgen entweder parallel mit der Autorisierung (single messaging) oder nach dem Tagesabschluss (dual messaging).
Entstehung und frühe Systeme
Die gedankliche Grundlage für POS-Systeme schuf 1968 Dale L. Reistad, der damalige Vorsitzende des Amerikanischen Bankenverbandes, mit der Vision einer bargeldlosen Gesellschaft. In den 1970er-Jahren wollten Banken drei Vorgänge des Bargeld-Handlings durch eine einzige bargeldlose Transaktion ersetzen: den Bargeldbezug, das Bezahlen mit Bargeld und die Bargeldablieferung der Verkaufsstellen. Der Geldtransfer vom Konto des Käufers auf das Konto des Handels- oder Dienstleistungsbetriebs sollte automatisiert erfolgen.
Über die ersten realisierten Systeme ist wegen der spärlichen Literatur wenig bekannt; wahrscheinlich handelte es sich um lokale Projekte mit geringem Erfolg. Nach Vorbereitungen und Testphasen gingen erste POS-Zahlungssysteme 1971 in den Pilotbetrieb und 1972 in den regulären Betrieb. Erprobt wurden sie von der City National Bank & Trust Company of Columbus in Ohio sowie von der Savings Bank of Hampstead in Syosset auf Long Island, New York.
Die ersten US-Systeme orientierten sich technisch an den damals noch jungen Geldautomaten. Sie verwendeten Debitkarten und PIN-Codes. Technisch waren die beiden Systeme erfolgreich, kommerziell scheiterten sie jedoch an ihrer begrenzten Reichweite: Das eine deckte nur einen Bezirk, das andere nur einen Ort ab, und jeweils konnten ausschließlich Geschäfts- und Privatkunden der betreffenden Bank teilnehmen. Deshalb entstanden später regionale, bankenneutrale und interoperable POS-Systeme. Diese wurden zunächst von regionalen Geldautomaten-Betreibern aufgebaut, die damals im Besitz regionaler Banken waren, und entwickelten sich wegen veränderter Zahlungsgewohnheiten zu dominanten POS-Netzwerken.
In Deutschland unternahmen die Sparkassen 1984 erste Versuche in Berlin und München. Der Handel wollte sich jedoch nicht an den Kosten beteiligen; die Verhandlungen verzögerten die Einführung. Erst 1990 gelang mit Electronic-Cash-POS-Systemen der Durchbruch. In der Schweiz starteten die Migros-Genossenschaft Bern und die Migros Bank 1987 einen Test im Shoppyland Schönbühl.
Von Debitterminals zu Universal- und Mobilgeräten
Mit der Entwicklung der Karten- und Terminaltechnik veränderte sich das Verständnis von POS-Terminal und POS-Zahlungssystem. Die erste Generation stammte aus der Debitkartenwelt. Bald wurden Kreditkarten-Autorisierungstelefone zu Kreditkarten-Transaktionsterminalen weiterentwickelt. Bei Kreditkartenzahlungen wurde die Karteninhaberechtheit zunächst durch den Vergleich der Unterschrift auf der Karte mit der Unterschrift auf dem ausgedruckten Beleg nachgewiesen.
Debitkarten- und Kreditkartenfunktionen wurden anschließend in Universal-POS-Terminalen zusammengeführt. Diese zweite Generation konnte sowohl PIN-basierende als auch unterschriftsbasierende Transaktionen verarbeiten. Mit dem Aufkommen von Chipkarten seit Mitte der 1990er Jahre konnten POS-Terminale der dritten Generation zusätzlich die Kartenechtheit (card authentication) verlässlicher prüfen. Sie unterstützten PIN-Zahlungen, meist Debitkartentransaktionen auf pay-now-Basis, Unterschriftszahlungen, meist Kreditkartentransaktionen auf pay-later-Basis, sowie elektronische Geldbörsen auf pay-before-Basis.
Diese Terminals arbeiteten weiterhin mit dem Magnetstreifen und zusätzlich mit dem Chip und wurden deshalb Hybridterminale genannt. Im Zusammenhang mit der EMV-Spezifikation für Zahlungskarten wie Europay-, Mastercard- und Visa-Produkte sowie die zugehörigen Terminals wurde davon ausgegangen, dass in fünf Jahren nahezu alle Bargeldbezugskarten zusätzlich zum Magnetstreifen einen Chip besitzen würden. Anfangs gab es getrennte Leser für Chip und Magnetstreifen. Aus Gründen der Praktikabilität setzten sich zunehmend Hybridleser mit nur einem Kartenschlitz durch.
Die Online-Anbindung machte herkömmliche POS-Systeme ortsgebunden. Besonders Restaurants, fahrende Händler und Marktstände kritisierten diese Einschränkung. Als Lösung wurden mobile POS-Terminale auf GSM-Basis entwickelt. Eine weitere Erweiterung ist die automatische Währungsumrechnung (Dynamic Currency Conversion, DCC). Dabei wird ausländischen Kunden der Betrag während des Zahlungsvorgangs in ihrer Heimatwährung angezeigt beziehungsweise umgerechnet. Der Artikel weist darauf hin, dass dabei nicht selten deutlich schlechtere Wechselkurse als die der ausstellenden Bank verwendet werden und die Kosten für Kunden dadurch steigen.
Einbindung in Kassen und weltweite Verbreitung
Mit der zunehmenden Akzeptanz von Kartenzahlungen werden POS-Funktionen in Kassensysteme integriert. Dadurch lassen sich Fehleingaben vermeiden und Kartenzahlungen schneller abwickeln. Sicherheitsrelevante Funktionen bleiben in einem zertifizierten separaten PIN-Pad mit Kartenleser, das als Peripheriegerät an die Kasse angeschlossen wird. Die Kasse kann vorhandene Ressourcen wie Kassendrucker, Anzeigeelemente für die Bediener- und Kundenführung sowie die Netzwerkverbindung zum Bankensystem mitnutzen.
Die Software-Integration war zunächst wegen fehlender internationaler Protokollstandards schwierig. De-facto-Standards wie die POS-EPS-Schnittstelle der IFSF und die O.P.I.-Schnittstelle (Open Payment Initiative) von Wincor Nixdorf erleichterten sie. Das europäische EPAS-Projekt (Electronic Protocols Application Software) soll die Vielfalt unterschiedlicher Schnittstellen weiter verringern. In der Schweiz verbreitete sich die Lösung von Six Financial / Worldline; ihr TIM-SDK unterstützt unter anderem Microsoft .NET, Java, JavaScript mit node.js, Objective-C für Apple und WASM für browserbasierte Lösungen. In Deutschland ist die Schnittstelle ZVT 700 des Verbandes der Terminalhersteller in Deutschland weit verbreitet. Sie beschreibt eine von vielen Terminals unterstützte Socket-basierte Lösung auf asynchroner TCP/IP-Basis und zusätzlich eine serielle Verbindung. Fertige Bibliotheken stellt der Verband nicht bereit; die Kassenanbieter müssen die Schnittstelle selbst umsetzen. Für .NET gibt es eine freie Bibliothek auf GitHub. Vor dem Produktivbetrieb muss die Schnittstelle in den meisten Fällen abgenommen, also geprüft, werden; häufig übernimmt dies der Zahlungsverkehrsanbieter.
Nationale Debitkarten-POS-Systeme wurden in vielen europäischen Staaten erfolgreich aufgebaut, etwa Electronic Cash in Deutschland, Bancontact in Belgien und PIN in den Niederlanden. In den 1980er-Jahren wurden nationale und regionale Systeme miteinander vernetzt, wodurch das globale Debitkartensystem Maestro entstand. Parallel bauten Banken, die Kreditkartenumsätze von Vertragsunternehmen abrechneten, eigene POS-Systeme auf oder beteiligten sich an solchen. Dadurch konnten fünf Kreditkartenorganisationen ihre weltweit einsetzbaren Karten in einem gemeinsamen Verbund von POS-Systemen nutzen.
Heute geht der Trend zu Universalterminals, die alle üblichen Kartentypen akzeptieren. Der Artikel erwartet langfristig mindestens ein solches Terminal an jedem Verkaufspunkt und ein anhaltendes Wachstum. In den 2010er-Jahren entstanden unter anderem iZettle, Sumup, Payleven und Lexware pay. Sie spezialisierten sich auf kontaktloses Bezahlen und digitale Lösungen für Smartphones und Tablets. NFC-fähige Zahlungskarten und Mobile Payment ermöglichten Apps, die Zahlungen unabhängig vom Ort verarbeiten. 2019 unterzeichneten Worldline und Bitcoin Suisse eine Absichtserklärung zur Akzeptanz von Kryptowährungen an POS-Terminalen; im August 2021 wurde das Angebot als WL Crypto Payments gestartet. Ein Beispiel für weitgehende Umstellung auf bargeldloses Bezahlen ist die Generali Arena in Wien, in der nach der Renovation von 2016 bis 2018 nur noch bargeldlos bezahlt werden konnte. Die in Deutschland aktiven Hersteller sind teilweise im Verband der Terminal-Hersteller in Deutschland e. V. organisiert.
Sicherheitsrisiko Skimming
Skimming ist die betrügerische Manipulation von POS-Terminalen. Dabei werden zusätzliche Bauteile eingebaut oder Lesegeräte in die Datenleitung eingeschleift. So können Kartendaten und die PIN unauffällig ausgespäht werden. Die manipulierten Geräte werden in Geschäften häufig heimlich ausgetauscht oder installiert und später wieder entfernt. Durch Antiskimming-Module gingen die Betrugsfälle wieder zurück.