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Online

Der Anglizismus online (['ɔnlain]; deutsch „Zugang zum Internet“, „im Netzwerk“) bezeichnet in der Informatik einen Zustand, in dem ein Gerät, das über eine …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Grundidee
  2. 2. Abgrenzungen und Zugang
  3. 3. Rechtliche Bedeutung
  4. 4. Technische Verwendung
  5. 5. Verarbeitung und Wortbildungen
  6. 6. Namen und Randnotiz

Begriff und Grundidee

„Online“ bezeichnet in der Informatik einen Zustand, in dem ein Gerät mit einer Kommunikationsschnittstelle bereit ist, über diese Schnittstelle Daten zu empfangen oder zu senden. Das Gegenteil ist „offline“. Heute meint online vor allem eine temporäre oder dauerhafte Verbindung von Computern über Telekommunikationsnetze oder eine Vernetzung mit anderen Computern oder Peripheriegeräten, besonders mit dem Internet.

Der Begriff ist in der wissenschaftlichen Methodenliteratur nicht eindeutig definiert. Praxisnah gilt: Wer mit dem Internet verbunden ist und E-Mails abruft, surft, chattet oder in Newsgroups stöbert, ist online. In der Medientheorie ist online ein Arbeitsmodus in Datennetzwerken, also in Netzwerken aus mehreren miteinander verbundenen Computern mit Zugriff auf Intranet oder Internet.

Abgrenzungen und Zugang

Geräte ohne Netzanbindung werden als „Standalone“ bezeichnet. Online kann aus Sicht von Internet-Nutzern abgestuft verstanden werden: Auf einer ON/OFF-Skala reicht die Spanne von 1, also Zugang zu Online-Inhalten ohne Anschluss ans Internet, bis 6, also hypervernetzt. Die Abstufungen hängen von der Art des Internet-Zugangs, vom aktiven Interagieren mit webfähigen Geräten und vom Risiko ab, dass Daten verfolgt werden.

Eine Online-Verbindung ist im Regelfall mit einem Login verbunden. Dabei meldet sich der Benutzer mit Benutzerkennung und/oder Passwort an, besonders bei Benutzerkonten. Nach der Session, also der Nutzungssitzung, muss er sich wieder abmelden.

Rechtliche Bedeutung

„Online“ ist auch ein Rechtsbegriff geworden. Im Reiserecht gehören Online-Verkaufsplattformen zu den Vertriebsstellen im Sinne des § 651b Abs. 2 Nr. 2 BGB.

Im Zahlungsdiensterecht ist ein Zahlungsdienstnutzer nach § 675f Abs. 3 BGB berechtigt, einen Zahlungsauslösedienst oder einen Kontoinformationsdienst zu nutzen. Das gilt nicht, wenn sein Zahlungskonto für diesen Dienst nicht online zugänglich ist.

Im Strafprozessrecht erlaubt § 100b StPO unter bestimmten Voraussetzungen eine Online-Durchsuchung ohne Wissen des Betroffenen.

Technische Verwendung

Als online kann der Status eines Benutzers bezeichnet werden, der zum Beispiel über einen Instant Messenger mit einem Server oder Kommunikationspartner verbunden ist. Computer sind online, wenn sie über eine Datenverbindung mit anderen Computern verbunden sind, oft mit übergeordneten Servern. Im Internet gelten Computer oder Webcams als online, wenn sie mit dem Internet verbunden sind.

Bei Druckern kann online bedeuten, dass die Verbindung zwischen Drucker und Computer besteht und betriebsbereit ist. Dafür muss nicht unbedingt ein Netzwerk vorhanden sein; auch eine direkte Verbindung, zum Beispiel per USB, genügt. Bei Server-Programmen heißt online, dass sie über ein Netzwerk angesprochen werden können. Ein laufender und erreichbarer Webserver ist also online.

Im technischen Bereich kann online auch „zur Laufzeit“ oder „während des Betriebs“ bedeuten. Beispiele sind Dateisysteme, die sich online defragmentieren oder reparieren lassen, oder Dateien, die online, also automatisch im Hintergrund, komprimiert oder dekomprimiert werden.

Verarbeitung und Wortbildungen

Der Ausdruck „Online-Verarbeitung“ wird gelegentlich als Synonym für Dialogverarbeitung oder als Gegenteil von Stapelverarbeitung benutzt. Das ist nur bedingt korrekt. Eine automatische Datenübertragung in Stapeln mit Speicherung zur späteren Weiterverarbeitung kann ebenfalls online erfolgen; auch Drucken an entfernten Druckern wäre Online-Stapelverarbeitung. Umgekehrt können typische Formen der Dialogverarbeitung, etwa Computerspiele und Tabellenkalkulation, auch an Standalone-Rechnern betrieben werden und sind dann nicht „on line“.

Als Bestimmungswort erscheint „online“ in vielen Zusammensetzungen, etwa Online Banking, Online-Community, Online-Datensicherung, Online-Demonstration, Onlinedienst, Online-Forschung, Online-Journalismus, Online-Marketing, Online-Petition, Online-PR, Online-Shop, Online-Umfrage oder Online-Veranstaltung. Solche Begriffe benennen Aktivitäten, die online möglich sind. Manche davon gab es vor den Neuen Medien bereits offline, etwa analoge Umfragen oder Veranstaltungen. Online ermöglicht außerdem Kontakte ohne persönliche Präsenz, zum Beispiel Homeschooling statt Präsenzunterricht oder Besprechungen per Videokonferenz.

Namen und Randnotiz

Einige Telekommunikationsunternehmen tragen den Fachbegriff im Firmennamen, etwa America Online, T-Online und SwissOnline.

Als Randnotiz nennt der Artikel Glen Campbells Musiktitel „Wichita Lineman“ von Oktober 1968. Am Schluss ist „…and the Wichita lineman is still on the line…“ zu hören. Gemeint ist dort die Überlandleitung, die von einem „lineman“, also einem Freileitungsmonteur, überwacht und gewartet wird.

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