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OpenDNS
OpenDNS ist ein US-amerikanischer DNS-Anbieter, der 2006 gegründet wurde und seit 2015 zu Cisco Systems Inc. gehört. Neben dem Betrieb von DNS-Servern …
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Überblick
OpenDNS ist ein US-amerikanischer DNS-Anbieter. DNS steht für Domain Name System: Es übersetzt Domainnamen wie eine Webadresse in technische IP-Adressen, damit Computer die richtige Internetseite erreichen. OpenDNS wurde 2006 gegründet, hat seinen Sitz in San Francisco, Kalifornien, und gehört seit 2015 zu Cisco Systems Inc. Neben dem Betrieb von DNS-Servern bietet OpenDNS auch Netzwerksicherheits-Software-Lösungen an.
Der Dienst richtet sich an Privatpersonen und Firmen. Er kann als Alternative zum DNS-Server des eigenen Internetdienstanbieters genutzt werden. Ein wichtiges Merkmal ist, dass OpenDNS nicht nur DNS-Abfragen beantwortet, sondern auch Sicherheitsfunktionen wie Phishing-Filter und das Blockieren fragwürdiger Seiten anbietet.
Entwicklung
OpenDNS wurde 2006 von David Ulevitch gegründet. In der ersten Finanzierungsphase erhielt der Dienst zwei Millionen US-Dollar Kapital von Minor Ventures, einem Unternehmen des CNET-Gründers Halsey Minor. Am 10. Juli 2006 berichteten Digg, Slashdot und Wired über OpenDNS.
Am 2. Oktober 2006 startete OpenDNS PhishTank, eine kollaborative Anti-Phishing-Datenbank. „Kollaborativ“ bedeutet hier, dass Nutzer daran mitarbeiten können. Im selben Jahr begann OpenDNS, die Programmierschnittstelle von DynDNS für DNS-O-Matic zu nutzen. Damit konnten Nutzer ihre dynamische IP-Adresse gleichzeitig mehreren Anbietern von dynamischem DNS mitteilen.
Am 5. November 2008 wurde Nand Mulchandani CEO von OpenDNS, während David Ulevitch als CTO die technische Leitung übernahm. Im Dezember 2009 wurde Ulevitch wieder CEO. Am 21. Oktober 2009 wurde bekanntgegeben, dass es drei Versionen geben sollte: Basic, Deluxe und Enterprise.
2009 und 2010 kauften Sequoia Capital, Greylock Partners und DAG Ventures die Aktien von Halsey Minor auf. Im Juni 2010 stellte OpenDNS den Dienst FamilyShield vor, mit dem pornographische Inhalte blockiert werden konnten. Im Februar 2012 wechselte Dan Hubbard als CTO von Websense zu OpenDNS. Im Mai 2014 erhielt OpenDNS über 35 Millionen US-Dollar neues Kapital von verschiedenen Investoren, darunter Cisco Systems. Im August 2015 übernahm Cisco das Unternehmen vollständig.
Mit Wirkung zum 11. April 2025 ist der OpenDNS-Dienst von Cisco für Nutzer in Belgien nicht mehr verfügbar. Der Artikel stellt dies in Zusammenhang mit einer von DAZN erwirkten Sperranordnung gegen IPTV-Piraterie: OpenDNS, Cloudflare und Google müssen über 100 illegale Streaming-Websites blockieren, sonst drohen täglich Bußgelder in Höhe von 100 000 Euro.
Dienste und Funktionen
OpenDNS bietet die Auflösung von DNS-Namen an. Dabei wird ein eingegebener Domainname in die passende Adresse für die technische Verbindung übersetzt. Nutzer können OpenDNS statt des DNS-Servers ihres Internetdienstanbieters verwenden.
Zu den Sicherheitsfunktionen gehören ein Phishing-Filter und die Korrektur von Eingabefehlern. Phishing bezeichnet den Versuch, Nutzer auf betrügerische Seiten zu locken, um zum Beispiel Passwörter oder andere Daten zu stehlen. OpenDNS sammelt eine Liste fragwürdiger Seiten und blockiert den Zugriff darauf.
Über PhishTank können Nutzer neue Phishing-Seiten melden oder Berichte zu bereits bekannten Seiten überarbeiten. Außerdem nennt der Artikel spezielle Dienstleistungen wie Shortcuts. Damit kann ein kurzer Name einem Domainnamen zugeordnet werden, zum Beispiel „mail“ für „mail.yahoo.com“.
Serveradressen
OpenDNS stellt rekursive Nameserver bereit. Ein rekursiver Nameserver übernimmt die Suche nach der passenden DNS-Antwort für den Nutzer. Die Server werden per Anycast genutzt: Dabei wird eine Anfrage zur nächstgelegenen geeigneten Serverinstanz geroutet.
Für IPv4 nennt der Artikel diese Adressen: 208.67.222.222 (resolver1.opendns.com), 208.67.220.220 (resolver2.opendns.com), 208.67.222.220 (resolver3.opendns.com) und 208.67.220.222 (resolver4.opendns.com).
Für IPv6 nennt der Artikel diese Adressen: 2620:119:35::35 und 2620:119:53::53. IPv4 und IPv6 sind Versionen des Internetprotokolls; sie legen fest, wie Geräte im Internet adressiert werden.
Kritikpunkte
Kritisiert wurde, dass OpenDNS Umsätze erzielen konnte, wenn ein Domainname falsch eingegeben wurde. In diesem Fall wurde der Nutzer zu einer eigenen Suchseite weitergeleitet, auf der Werbung angezeigt wurde. Am 6. Juni 2014 wurde diese eigene Suchseite inklusive Werbung abgeschaltet. Der integrierte Schutz vor Phishing- und Malware-Attacken blieb bestehen.
Das Verhalten wurde mit der AOL-Suche von Alice und dem SiteFinder von VeriSign verglichen, der seinerzeit stark kritisiert wurde. OpenDNS vertrat dagegen die Auffassung, dass der Vergleich nicht passe, weil Nutzer sich freiwillig für diese Dienstleistungen entscheiden könnten und die Weiterleitung über das OpenDNS Control Panel abschaltbar sei.
Der Artikel erwähnt außerdem, dass Cisco Systems Inc. als Betreiber des DNS-Resolvers im Zusammenhang mit der 2013 durch Edward Snowden öffentlich gewordenen Globalen Überwachungs- und Spionageaffäre steht.