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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Omnibus (Musik)

Auf diese Weise würden Dominantseptakkorde zu übermäßigen Quintsextakkorden (und vice versa), wodurch sich die betreffenden Akkorde anderen Tonarten zuordnen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee
  2. 2. Aufbau des Modells
  3. 3. Akkordfolge und Funktion
  4. 4. Mehrdeutigkeit
  5. 5. Folgen für die Harmonik

Grundidee

Omnibus ist ein musikalisches Satzmodell. Es ist verwandt mit der sogenannten Teufelsmühle bzw. dem Voglerschen Tonkreis. Der Begriff wurde durch ein 1998 veröffentlichtes Buch von Victor Fell Yellin verbreitet; Yellin vermutete, dass die Bezeichnung aus der französischen Musikpädagogik stammt.

Aufbau des Modells

Die Grundlage des Omnibus-Modells ist ein Stimmtausch zwischen dem Grundton und dem Terzton eines Dominantseptakkordes. Ein Dominantseptakkord ist ein Akkord auf der Dominante mit zusätzlicher Septime. Am Stimmtausch ist der Bass beteiligt.

Dabei entstehen Terzsprünge in Gegenbewegung: Zwei Stimmen bewegen sich also in entgegengesetzte Richtungen und springen jeweils um eine Terz. Diese Sprünge werden durch Halbtonschritte ausgefüllt, während die anderen Stimmen liegenbleiben.

Akkordfolge und Funktion

Durch diese Bewegung entsteht eine Folge von fünf Durchgangsakkorden. Durchgangsakkorde sind Akkorde, die zwischen wichtigeren Akkorden vermitteln. Im Omnibus-Modell vermindern bzw. diminuieren sie den Dominantseptakkord und verlängern ihn dadurch; diese Verlängerung heißt Prolongation.

Das Notenbeispiel zeigt eine solche Bewegung zwischen Akkorden wie <fis a c d> und <d a' c fis> sowie die Rückbewegung. In der Generalbassbezifferung erscheinen unter anderem Bezeichnungen wie <6 5>, <6+ 5>, <6 4>, <2> und <7 _+>.

Mehrdeutigkeit

Wenn man die Akkorde einzeln betrachtet, können sie mehrdeutig sein. Im Notenbeispiel können zum Beispiel Töne wie dis auch als es verstanden werden und umgekehrt. Das nennt man enharmonische Verwechslung: derselbe klingende Ton wird unterschiedlich notiert und dadurch anders gedeutet.

Dadurch können Dominantseptakkorde als übermäßige Quintsextakkorde aufgefasst werden und umgekehrt. Ein übermäßiger Quintsextakkord ist ein Akkordtyp, der sich anders in eine Tonart einordnen lässt als ein Dominantseptakkord.

Folgen für die Harmonik

Durch die enharmonische Mehrdeutigkeit können die Akkorde anderen Tonarten zugeordnet werden. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten der Fortschreitung: Die Musik muss nicht im ursprünglichen Stimmtauschmodell bleiben, sondern kann daraus ausbrechen und in andere harmonische Richtungen weitergeführt werden.

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