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Ommo Hüppop
1977 begann er an der Universität Hamburg ein Studium der Biologie, wurde schon damals wegen seiner profunden Artenkenntnis mehrfach für vogelkundliche …
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Person und fachlicher Schwerpunkt
Ommo Hüppop (18. Februar 1956 in Hamburg–26. März 2024 in Wilhelmshaven) war ein deutscher Biologe. Seine Forschungsschwerpunkte waren der Vogelzug sowie die Ökologie von See- und Küstenvögeln. Besonders untersuchte er seit den 1980er Jahren, wie menschliche Aktivitäten Vögel und ihre Lebensräume beeinflussen. Mehr als drei Jahrzehnte leitete er die Inselstation des Instituts für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“.
Ausbildung und beruflicher Weg
Hüppop interessierte sich bereits als Schüler für Vögel und engagierte sich früh in der Vogelkunde. 1977 begann er an der Universität Hamburg Biologie zu studieren und schloss das Studium 1983 mit dem Diplom ab. Seine Diplomarbeit behandelte das Makrozoobenthos der Leybucht bei Norden, also die größeren wirbellosen Lebewesen im Wattboden. Während seines Promotionsstudiums finanzierte er sich durch Gutachtertätigkeiten und Lehraufträge.
1988 promovierte Hüppop an der Universität Hamburg in Biologie. Sein Hauptfach war Zoologie, die Nebenfächer waren Allgemeine Botanik, Hydrobiologie und Fischereiwissenschaften. Die Dissertation befasste sich mit dem Energiehaushalt der Silbermöwe. Kurz nach der Promotion wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“ und übernahm die Leitung der Inselstation auf Helgoland. 2012 wechselte er an den Hauptsitz des Instituts in Wilhelmshaven. Ende 2021 ging er in den Ruhestand; ab Januar 2022 arbeitete er dort als Gastwissenschaftler weiter.
Vogelzugforschung und Auswirkungen menschlicher Aktivitäten
Auf Helgoland erforschte Hüppop über Jahrzehnte die Biologie von See- und Küstenvögeln sowie den Vogelzug über der Deutschen Bucht. Gemeinsam mit seinem Team, der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Helgoland e. V. und Gastwissenschaftlern erfasste er die Anzahl verschiedener Vogelarten im Jahresverlauf und untersuchte ihr Zugverhalten. Ein weiterer Schwerpunkt waren menschliche Einflüsse, etwa Störungen an Brutplätzen, ein durch Fischerei oder Klimawandel verändertes Nahrungsangebot und Gefahren durch technische Bauwerke.
Für die Untersuchung rastender Zugvögel werden im Fanggarten der Inselstation seit Jahrzehnten unter weitgehend standardisierten Bedingungen Vögel gefangen, vermessen und beringt. Dadurch entstand ein einzigartiger langfristiger Datensatz. Er ermöglicht unter anderem, Veränderungen der Zugzeiten über viele Jahre zu untersuchen und den Einfluss des Wetters bis in Durchzugs- und Überwinterungsgebiete auszuwerten. Ergänzend fanden Sichtbeobachtungen über dem Meer und auf Nordseeinseln statt.
Hüppop und andere Wissenschaftler untersuchten außerdem, wie sich Windkraftanlagen auf verschiedene Vogelarten auswirken. Zum Einsatz kamen Radar, Wärmebildkameras, visuelle und akustische Erfassungen sowie Telemetrie, also die technische Ortung einzelner Tiere. Da viele Singvögel zu klein für handelsübliche GPS-Sender sind, wurde an der deutschen Nordseeküste eine Kette automatisierter Empfangsstationen des weltweiten MOTUS-Netzwerks eingerichtet. Sie kann auch Signale von Sendern unter 0,25 g empfangen und kleine Vögel mit hoher zeitlich-räumlicher Auflösung verfolgen.
Die Untersuchungen zeigten, dass deutlich mehr Vögel als zuvor angenommen über die offene Nordsee fliegen, statt den längeren, für Landvögel jedoch sichereren Weg entlang der Küste zu nehmen. Offshore-Windenergieanlagen stellen vor allem bei schlechter Sicht eine Gefahr dar. Desorientierte Landvögel werden während des Zuges von beleuchteten Bauwerken angezogen und können mit ihnen kollidieren. Hüppop machte seine Befunde zu solchen Gefährdungen, zum Klimawandel und zu anderen menschengemachten Hindernissen auch gegenüber Öffentlichkeit, Politik und Verwaltung deutlich.
Fachliches Engagement und Auszeichnung
Hüppop war ab 1974 Mitglied der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DO-G). Er gehörte von 1992 bis 1995 ihrem Beirat an, war von 1996 bis 2001 Schriftführer und von 2013 bis 2021 Generalsekretär. 2010 wirkte er an der 143. Jahresversammlung der DO-G auf Helgoland mit. 2020 und 2021 organisierte er die 153. und 154. Jahresversammlung im Online-Modus, weil die Corona-Einschränkungen keine reguläre Durchführung erlaubten.
Bis 2021 war er Redaktionsmitglied der Zeitschrift „Vogelwarte. Zeitschrift für Vogelkunde“ und Mitglied des Nationalen Gremiums Rote Liste Vögel beim Deutschen Rat für Vogelschutz. 2022 übernahm er den Vorsitz der neu gegründeten HELCOM Expert Group on Bird Migration. Für ihre Untersuchungen zum Vogelzug auf Helgoland erhielten Ommo und Kathrin Hüppop 2007 den Förderpreis der Werner-Sunkel-Stiftung der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft e. V.