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Network for Teaching Entrepreneurship
Der Verein bietet Lehrern und Lehrerinnen Wirtschaftsfortbildungen in Entrepreneurship Erziehung an. NFTE, gesprochen „NIFTI“, wurde 1987 in den USA …
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Aufgabe und Arbeitsweise
Das Network for Teaching Entrepreneurship (NFTE Deutschland e.V.) ist ein deutscher Verein. Er will Selbstvertrauen und Unternehmergeist an öffentlichen und privaten Schulen fördern. Zielgruppe sind Jugendliche zwischen 13 und 20 Jahren.
NFTE bietet Lehrkräften Wirtschaftsfortbildungen zur Entrepreneurship-Erziehung an und stellt Unterrichtsmaterialien bereit. Entrepreneurship bezeichnet hier die Beschäftigung mit unternehmerischem Denken und möglicher Unternehmensgründung. In Projekten setzen sich Schülerinnen und Schüler spielerisch mit der Option auseinander, ein Unternehmen zu gründen. Nach Vereinsangaben sollen dabei Kreativität, Eigenständigkeit, Eigeninitiative, Selbstvertrauen und Wissen über wirtschaftliche Zusammenhänge gestärkt werden.
NFTE wurde 1987 in den USA gegründet und versteht sich dort als Konzept, Schülerinnen und Schüler an nachhaltiges Unternehmertum heranzuführen. Organisationen bestehen in elf Ländern. NFTE Deutschland gehört zur Initiative „Unternehmergeist macht Schule“ des Bundeswirtschaftsministeriums.
Entstehung und Einbindung
1987 gründete der frühere Unternehmer und Highschool-Lehrer Steve Mariotti NFTE in New York City. Die deutsche Organisation wurde 2004 gegründet. Seit 2010 ist NFTE Mitglied der Initiative „Unternehmergeist macht Schule“.
Finanzierung
Laut Vereinsangaben beträgt der jährliche Etat 270.000 Euro. Etwa die Hälfte stammt aus öffentlichen Mitteln, etwa 60.000 Euro von Stiftungen und weitere 50.000 Euro aus Spenden.
Kritik an Materialien und Einflussnahme
Kritiker werfen NFTE massive Lobbyarbeit an Schulen vor. In Materialien für Schülerinnen und Schüler würden Unternehmen häufig namentlich als besonders vorbildlich genannt; namentliche Unternehmensnennungen seien in Schulbüchern verboten. Teilweise würden Texte aus Unternehmenswerbung unkritisch übernommen.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert eine „einseitige, lobbyistische Einflussnahme auf Schule und Unterricht“ und eine erkennbare Beeinflussung „zu Gunsten der Wirtschaft“. Prof. Hedtke beanstandet Versuche von NFTE, direkt und indirekt auf die staatliche Lehrerfortbildung Einfluss nehmen zu wollen. Die Landesschülervertretung Hessen kritisierte ein Heft mit Marken und Logos sowie Aufgaben, in denen etwa Coca-Cola und Edeka genannt wurden. Die GEW Hamburg wandte sich gegen die Kooperation des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung mit NFTE, um „Lobbyismus und Meinungsmache wieder aus den Klassenzimmern zu drängen.“
In Hessen wurde ein von NFTE bereitgestelltes Lehrbuch vom Kultusministerium kritisch beurteilt. Mit Erlass vom 11. Juli 2016 wurde seine Nutzung an hessischen Schulen untersagt, weil es insbesondere gegen das Werbeverbot an hessischen Schulen verstoße. Der Landtagsabgeordnete Daniel May (Die Grünen) zählte „Werbung an 50 Stellen“.
Von 2018 bis 2021 verklagte NFTE Deutschland e.V. einen Lehrer wegen dessen Kritik an NFTE und dem Schülerbuch. Der Verein unterlag am 25. Februar 2021 vor dem Landgericht Wiesbaden. Das Gericht erklärte unter anderem, das Buch enthalte Werbung und die Beeinflussung der Schülerinnen und Schüler in ihrer Wahrnehmung der Wirtschaft könne nicht ernsthaft infrage stehen.