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Natasha Trethewey

Sie ist Professorin für Englisch und Kreatives Schreiben an der Emory University. Dort leitet sie zudem das Programm für kreatives Schreiben. Natasha …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Leben und Ausbildung
  3. 3. Themen und Formen ihres Werks
  4. 4. United States Poet Laureate
  5. 5. Schriften
  6. 6. Auszeichnungen

Überblick

Natasha Trethewey (* 26. April 1966 in Gulfport, Mississippi) ist eine US-amerikanische Schriftstellerin, Dichterin und Hochschullehrerin. Sie wurde besonders durch ihre Gedichtsammlung Native Guard bekannt, für die sie 2007 den Pulitzer Prize for Poetry erhielt. Sie ist Professorin für Englisch und Kreatives Schreiben an der Emory University und leitet dort das Programm für kreatives Schreiben.

Ihr Werk verbindet persönliche Erinnerung mit amerikanischer Geschichte, besonders mit Fragen von Rassismus, Herkunft, Bürgerkrieg und Erinnerungskultur. Ein wichtiger Grundzug ihrer Dichtung ist, dass sie eigene Erfahrungen und Familiengeschichte mit größeren historischen Zusammenhängen verknüpft.

Leben und Ausbildung

Trethewey wurde als Tochter von Eric Trethewey (1943–2014) und Gwendolyn Ann Turnbough († 1985) geboren. Die Ehe ihrer Eltern war zur Zeit ihrer Schließung in Mississippi illegal, weil sogenannte „gemischtrassige“ Ehen in vielen Südstaaten verboten waren. Erst ein Jahr später hob das Urteil Loving v. Virginia des Supreme Court of the United States solche Verbote auf. In ihrer Geburtsurkunde wurde ihre Mutter als colored („farbig“) und ihr Vater als „Kanadier“ bezeichnet.

Ihre Mutter war Sozialarbeiterin und inspirierte Trethewey später zu Native Guard, das sie ihr widmete. Die Eltern ließen sich scheiden, als Trethewey noch jung war. Ihre Mutter heiratete erneut; ihr zweiter Ehemann ermordete sie kurz nach einer weiteren Scheidung. Trethewey war damals 19 Jahre alt. Sie beschrieb diesen Moment später als entscheidend für ihr Verhältnis zur Dichtung: Sie habe sich der Poesie zugewandt, um zu verstehen, was geschehen war.

Auch ihr Vater war Dichter und arbeitete als Professor für Englisch an der Hollins University. Trethewey studierte Englisch an der University of Georgia, wo sie den B.A. erwarb. Danach machte sie den M.A. in Englisch und kreativem Schreiben an der Hollins University und den M.F.A. in Dichtung an der University of Massachusetts Amherst.

Themen und Formen ihres Werks

Tretheweys Gedichte nutzen sowohl Freie Verse als auch stärker strukturierte traditionelle Formen wie Sonett und Villanelle. Freie Verse sind Gedichte ohne festes Reimschema oder regelmäßiges Metrum; Sonett und Villanelle sind dagegen feste Gedichtformen mit bestimmten Regeln für Aufbau und Wiederholung.

Thematisch untersucht ihr Werk das „Gedächtnis und das rassische Erbe Amerikas“. Dabei geht es besonders darum, wie persönliche Erinnerung, Familiengeschichte und nationale Geschichte miteinander verbunden sind. Der amerikanische Bürgerkrieg ist ein wiederkehrendes Thema. Trethewey sagte, er habe sie seit ihrer Kindheit fasziniert, auch weil ihr Geburtstag, der 26. April, auf den Confederate Memorial Day und im Jahr 1966 auf den 100. Jahrestag nach Kriegsende im Jahr 1866 fiel.

Bellocq’s Ophelia, erschienen 2002, ist eine Gedichtsammlung in Form eines Briefromans, also einer Erzählung, die aus Briefen besteht. Sie erzählt die fiktive Geschichte einer gemischtrassigen Prostituierten, die von Ernest J. Bellocq im frühen 20. Jahrhundert in New Orleans porträtiert wurde. Native Guard behandelt die Geschichte der 1. Louisiana Native Guards, eines schwarzen Regiments der Union Army, das vor allem aus ehemaligen Sklaven rekrutiert wurde und Kriegsgefangene der Confederate States Army bewachte. 2019 wurde Trethewey in die Anthologie New Daughters of Africa von Margaret Busby aufgenommen.

United States Poet Laureate

Am 7. Juni 2012 gab James Hadley Billington, der Librarian of Congress, Natasha Trethewey als 19. US Poet Laureate bekannt. Der Titel United States Poet Laureate ist eine wichtige literarische Auszeichnung in den USA; die ausgezeichnete Person soll die Dichtung in der Öffentlichkeit vertreten.

Billington begründete die Entscheidung damit, dass ihn ihre Poesie beim National Book Festival sofort beeindruckt habe: Er hob ihre klassische Qualität, den Reichtum und die Vielfalt ihrer Strukturen hervor. Außerdem betonte er, dass sie ihre persönliche Geschichte mit historischer Geschichte so verbinde, dass Leser tief in menschliche Tragödien hineingezogen würden.

Zeitungen stellten fest, dass Trethewey im Unterschied zu vielen anderen Preisträgern auf dem Höhepunkt ihrer Karriere ausgezeichnet wurde. Am 14. Mai 2014 hielt sie ihre letzte Vorlesung in ihrer zweiten Amtszeit als US Poet Laureate. Sie war die erste United States Poet Laureate, die während der Amtszeit ihren Wohnsitz in Washington, D.C. nahm, weil sie für Besucher ansprechbar sein wollte.

Schriften

Zu Tretheweys Gedicht- und Prosawerken gehören Domestic Work (2000), Bellocq’s Ophelia (2002), Native Guard (2006), Beyond Katrina: A Meditation on the Mississippi Gulf Coast (2010) und Thrall (2012). Beyond Katrina enthält laut Artikel Gedichte, Essays und Briefe.

Als Herausgeberin veröffentlichte sie zusammen mit Jeb Livengood Best New Poets 2007. Diese Auswahl zeigt, dass sie nicht nur als Autorin, sondern auch in der Förderung und Präsentation neuer Lyrik tätig war.

Auszeichnungen

Trethewey erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen. Zu den wichtigsten gehören der First Annual Cave Canem Foundation Poetry Prize für Domestic Work im Jahr 1999, ein Literature Fellowship der National Endowment for the Arts im selben Jahr, das Guggenheim-Stipendium 2003 und der Pulitzer Prize for Poetry 2007.

2012 wurde sie Poet Laureate of Mississippi und United States Poet Laureate. 2013 wurde sie Mitglied der American Academy of Arts and Sciences, 2019 Mitglied der American Academy of Arts and Letters und 2022 Mitglied der American Philosophical Society. Für Memorial Drive erhielt sie 2021 den Anisfield-Wolf Book Award in der Kategorie Nonfiction und 2022 den Grand Prix de l’Héroïne Madame Figaro.

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