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Musikgeschichte in Bildern
Musikgeschichte in Bildern ist eine von Heinrich Besseler und Max Schneider begründete musikgeschichtliche und musikethnologische Reihe, die zuletzt von dem …
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Reihe und Aufbau
„Musikgeschichte in Bildern“ ist eine musikgeschichtliche und musikethnologische Publikationsreihe. Musikethnologie untersucht Musik in ihrem jeweiligen kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhang. Die Reihe wurde von Heinrich Besseler und Max Schneider begründet und zuletzt vom Musikwissenschaftler Werner Bachmann herausgegeben. Seit 1961 erschienen ihre Bände in Leipzig im Deutschen Verlag für Musik, teilweise in mehreren Auflagen und jeweils in einzelnen Lieferungen. Nach dem Ende der DDR wurde die Reihe eingestellt.
Die Publikation stand unter dem Patronat der UNESCO-Kommission der Deutschen Demokratischen Republik. Zahlreiche renommierte Fachgelehrte wirkten an ihr mit. Sie gliederte sich in vier Teilreihen: Musikethnologie, Musik des Altertums, Musik des Mittelalters und der Renaissance sowie Musik der Neuzeit. Die überlieferte Übersicht ist ausdrücklich unvollständig; mehrere geplante Bände erschienen nicht. Dazu gehört beispielsweise der Band über Ostasien mit China, Korea und Japan.
Musik verschiedener Weltregionen
Die erste Teilreihe behandelt Musik aus unterschiedlichen Kulturräumen. Paul Collaer verfasste die Bände „Ozeanien“ (1974, 2. Auflage), „Amerika. Eskimo und indianische Bevölkerung“ (1. Auflage 1967; 2. Auflage 1980), „Südostasien“ (1979) und „Nordafrika“ (1983, 1. Auflage). „Südasien“ stammt von Alain Daniélou und erschien 1978 in erster Auflage.
Die afrikanischen Regionen wurden weiter untergliedert: „Zentralafrika“ von Jos Gansemans und Barbara Schmidt-Wrenger erschien 1986, „Ostafrika“ von Gerhard Kubik 1982 und „Westafrika“, ebenfalls von Gerhard Kubik, 1989. Die vorgesehenen Nummern 1,5, 1,6 und 1,7 erschienen nicht.
Musik der frühen Hochkulturen
Die zweite Teilreihe widmet sich der Musik antiker und anderer früher Kulturen. Hans Hickmanns Band „Ägypten“ erschien 1961 und 1975 in zweiter Auflage. „Mesopotamien“ von Ṣubḥī Anwar Rašīd folgte 1984 in erster Auflage. Max Wegners „Griechenland“ erschien 1963 und erreichte 1986 die dritte Auflage. Günter Fleischhauers „Etrurien und Rom“ wurde erstmals 1964 veröffentlicht; für 1978 ist eine zweite, ergänzte Auflage angegeben.
Auch außereuropäische frühe Kulturen wurden berücksichtigt: Samuel Martís „Alt-Amerika: Musik der Indianer in präkolumbianischer Zeit“ erschien 1970 und 1985 in zweiter Auflage. Präkolumbianisch bezeichnet hier die Zeit Amerikas vor der europäischen Eroberung. Walter Kaufmanns „Altindien“ erschien 1981 in erster Auflage, Fajsulla M. Karomatovs „Mittelasien“ 1987 in erster Auflage. Die Nummern 2,3 und 2,6 erschienen nicht.
Mittelalter und Renaissance
Die dritte Teilreihe behandelt musikalische Kulturen, Bildung, Notation und Musikleben des Mittelalters und der Renaissance. „Islam“ von Henry George Farmer erschien 1976 in zweiter und 1989 in dritter Auflage. Joseph Smits van Waesberghes Band „Musikerziehung“ lag 1986 in einer zweiten, durchgesehenen Auflage vor.
Zwei Bände befassen sich mit dem Schriftbild, also mit der schriftlichen Aufzeichnung von Musik: Bruno Stäbleins „Schriftbild der einstimmigen Musik“ erschien 1975 und 1984 in zweiter Auflage. Heinrich Besselers „Schriftbild der mehrstimmigen Musik“ erschien 1973 und 1981 in zweiter Auflage. Einstimmige Musik besitzt nur eine melodische Stimme; mehrstimmige Musik verbindet mehrere Stimmen.
Das gesellschaftliche Musikleben behandeln Edmund Addison Bowles in „Musikleben im 15. Jahrhundert“ (1977; 1987 in zweiter Auflage) und Walter Salmen in „Musikleben im 16. Jahrhundert“ (1976; 1983 in zweiter Auflage). Die Nummern 3,6 und 3,7 erschienen nicht.
Oper, Konzert, Hausmusik und Tanz
Die vierte Teilreihe untersucht wichtige Formen und Orte des Musizierens in der Neuzeit. Hellmuth Christian Wolffs „Oper: Szene und Darstellung von 1600 bis 1900“ erschien 1968, 1979 in einer zweiten, durchgesehenen Auflage und 1985 in dritter Auflage. Heinrich W. Schwabs „Konzert. Öffentliche Musikdarbietung vom 17. bis 19. Jahrhundert“ erschien 1971 und 1980 in einer zweiten, durchgesehenen Auflage.
Walter Salmens „Haus- und Kammermusik. Privates Musizieren im gesellschaftlichen Wandel zwischen 1600 und 1900“ wurde 1969 sowie 1982 in zweiter Auflage veröffentlicht. Kammermusik bezeichnet Musik für eine kleine Besetzung und einen vergleichsweise kleinen Aufführungsraum. Zwei weitere Bände Salmens behandeln den Tanz: „Tanz im 17. und 18. Jahrhundert“ erschien 1988 in erster Auflage, „Tanz im 19. Jahrhundert“ 1989 ebenfalls in erster Auflage. Damit erfasst diese Teilreihe sowohl öffentliche Darbietungsformen wie Oper und Konzert als auch privates Musizieren und gesellschaftlichen Tanz.