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Muezzin
Er ruft die muslimische Gemeinde bis zu fünfmal täglich zu bestimmten Uhrzeiten zum Beten in die Moschee. Nur der Ruf am Morgen ist zu einer unbestimmten Zeit, …
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Aufgabe und Gebetsruf
Ein Muezzin (arabisch مؤذّن, mu'adhdhin) ist ein Ausrufer, der Muslime zum Gebet, dem Salat (arabisch as-salāt), aufruft. Er ruft die Gemeinde bis zu fünfmal täglich zu festgelegten Zeiten zum Beten in die Moschee. Eine Ausnahme ist der morgendliche Ruf: Er erfolgt vor Sonnenaufgang und damit zu einer nicht genau bestimmten Uhrzeit.
Der islamische Gebetsruf heißt Adhan und wird auf Arabisch vorgetragen. Er kann gesprochen oder kunstvoll gesungen werden.
Stellung und Ausführung der Funktion
Der Muezzin ist kein Geistlicher, sondern Teil des Moscheepersonals. Seine Aufgabe ist nur eingeschränkt mit dem Läuten von Kirchenglocken durch einen Mesner im Christentum vergleichbar, weil der Muezzin einen textlichen Ruf beziehungsweise einen verzierten Gesang vorträgt.
Je nach Situation kann auch ein anderer Gläubiger diese Aufgabe übernehmen, etwa wenn während der Arbeitszeit gebetet wird. Ursprünglich wurde der Ruf von der Scherefe, dem Umgang eines Minaretts, ausgerufen. Heute wird er meist über Lautsprecher von einem anderen Ort aus übertragen. Der Muezzin ruft außerdem, wenn eine Person gestorben ist, die in unmittelbarer Nähe der Moschee gewohnt hat.
Historischer Bezug und Regelung in Israel
Als erste Person in der Funktion eines Muezzins nennt der Artikel Bilal al-Habaschi. Er war ein abessinischer, freigelassener Sklave und ein enger Vertrauter des Propheten Mohammed. Früher wurden häufig blinde Menschen mit der Aufgabe betraut, weil sie vom Minarett aus keine Orte einsehen konnten, an denen sich Frauen aufhielten.
Im Februar 2017 verabschiedete die israelische Regierung ein Gesetz zur Verhinderung von Lärm durch öffentliche Lautsprechersysteme in Gebetshäusern. Es wird als Muezzin-Gesetz bezeichnet und verbietet Lautsprecherdurchsagen an Gotteshäusern von 23 bis 7 Uhr. Dadurch ist besonders der erste Gebetsruf vor Sonnenaufgang betroffen. Unterstützer verweisen auf Lärmbelästigung und einen behaupteten Missbrauch von Lautsprechern für Hassbotschaften. Kritiker sehen darin eine Provokation; der Parlamentsabgeordnete Ayman Odeh bezeichnete das Gesetz als „rassistische Hetze gegen eine nationale Minderheit“.