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Motilität
Bedeutung in Biologie und Medizin. Bearbeiten. In der Biologie bezeichnet Motilität vor allem die Bewegungsfähigkeit von Organismen und Zellorganellen.
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Grundbegriff und medizinische Bedeutung
Motilität bezeichnet die Fähigkeit zur aktiven Bewegung. Davon ist Mobilität zu unterscheiden: Sie meint die passive Beweglichkeit, also die Eigenschaft, bewegt werden zu können. Das Gegenwort zu Motilität ist Sessilität.
In der Biologie beschreibt Motilität vor allem die Bewegungsfähigkeit von Organismen und Zellorganellen. In der Medizin wird der Begriff enger verwendet: Er bezieht sich auf unwillkürliche Bewegungsvorgänge im Körper, zum Beispiel auf Bewegungen des Darms (Peristaltik). Eine überhöhte Bewegungsaktivität heißt Hypermotilität, eine verringerte Hypomotilität.
In der Augenheilkunde bezeichnet Motilität speziell die Fähigkeit, die Augen zu bewegen. In erweitertem Sinn kann der Begriff auch die Bewegungsfähigkeit der Skelettmuskulatur beschreiben. Bei Erkrankungen des Nervensystems wird zwischen gesteigerter Motilität (Hyperkinese), verminderter Motilität (Hypokinese) und fehlender Motilität (Akinese) unterschieden.
Beweglichkeit von Zellen
Zellmotilität ist die Bewegung einer Zelle. Sie kann als amöboide Bewegung der gesamten Zelle auftreten, beispielsweise bei Leukozyten. Sie kann sich außerdem als Fließen und Strömen im Protoplasma, dem lebenden Zellinhalt, zeigen.
Die Motilität von Spermien ist ein wichtiges Kriterium für die Spermaqualität bei Künstlicher Befruchtung beziehungsweise Künstlicher Besamung.
Menschenmotilität in den Sozialwissenschaften
In der Soziologie verwenden Vincent Kaufmann, Max Bergman und Dominique Joye den Begriff Menschenmotilität für die Fähigkeit von Menschen, sich zu bewegen. Diese Fähigkeit ist in der Bevölkerung ungleich verteilt und wird gewöhnlich als „Horizontale Mobilität“ behandelt.
Canzler et al. definieren motility als die Kapazität oder Kompetenz eines Akteurs, sich sozial und räumlich zu bewegen.
Motilität als Unterrichtsmodell
Der Schweizer Erziehungswissenschaftler Fritz Oser definierte in seiner Konzeption der Basismodelle des Unterrichts 10 Methoden zur Vermittlung und Aneignung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Das Motilitätsmodell beschreibt dabei die Verarbeitung affektiver Spannung durch schöpferisches Tun.