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Monsunwald
Ein Monsunwald, auch Passatwald oder regengrüner Feuchtwald genannt, ist die charakteristische Vegetationsform eines tropisch-sommerfeuchten Monsunklimas …
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Definition und Einordnung
Ein Monsunwald, auch Passatwald oder regengrüner Feuchtwald genannt, ist die charakteristische Vegetationsform eines tropisch-sommerfeuchten Monsunklimas. Kennzeichnend ist eine Trockenzeit von 2,5 bis 5 Monaten, an die sich die Pflanzen durch ihren Wuchs und den Abwurf der Blätter anpassen.
Die Bezeichnung „tropisches Monsunklima“ kann missverständlich sein: Im Am-Klima der Köppen-Geiger-Klassifikation wächst noch tropischer Regenwald, weil die dortige Trockenzeit nur kurz und wenig wirksam ist. Ein solcher Regenwald ist daher nicht mit dem hier beschriebenen Monsunwald gleichzusetzen.
Klima und Anpassungen
Monsunwälder sind an ein Monsunklima gebunden, das durch den regenbringenden Sommermonsun der äquatorialen Westwindzone geprägt wird. Der Wind zieht über erwärmte Meeresflächen, nimmt dort viel Feuchtigkeit auf und erreicht die Waldgebiete feucht und warm. Dadurch bringt er enorme Niederschlagsmengen mit sich. Auf die sommerliche Regenzeit folgt jedoch eine deutlich trockene Jahreszeit.
Der überwiegende Laubabfall während der Trockenzeit, die relativ kleinen Blattflächen und die geringe Höhe der Bäume gelten als Anpassungen an die zeitweise ungünstige Wasserversorgung. Durch den Verlust der Blätter können die Pflanzen den Wasserbedarf in der Trockenzeit verringern.
In Monsunregionen mit jährlichen Niederschlagsmengen unter 1500 mm/J. und längeren Trockenperioden entstehen anstelle von Monsunwäldern tropische oder subtropische Trockenwälder beziehungsweise Savannen.
Aufbau und typische Merkmale
Ein Monsunwald besteht überwiegend aus laubabwerfenden Bäumen und besitzt zwei Baumschichten. Die obere Etage erreicht eine Höhe von etwa 25 bis 35 Metern. Während der Trockenzeit verliert sie gewöhnlich ihr Laub vollständig.
Unter den Bäumen liegt eine immergrüne Strauchschicht. Sie ist häufig von Bambus durchwachsen. Weil das Kronendach vergleichsweise dünn ist, gelangt mehr Licht in die unteren Bereiche des Waldes; dadurch kann sich ein ausgeprägtes Unterholz entwickeln.
Abgrenzung zum tropischen Regenwald
Monsunwald und tropischer Regenwald sind zwei unterschiedliche Formen feuchter tropischer Wälder. Der tropische Regenwald ist in mehrere vertikale Stockwerke gegliedert. Der Monsunwald bleibt dagegen insgesamt niedriger und besitzt ein dünneres Kronendach sowie stärker ausgeprägtes Unterholz. Auch seine Artenvielfalt ist deutlich geringer.
Der Waldboden des Monsunwaldes ist wesentlich trockener. Im Unterschied zum tropischen Regenwald tritt gewöhnlich eine ausgeprägte Trockenperiode von vier bis fünf Monaten auf, deren genaue Dauer stark von den örtlichen Bedingungen abhängt. Deshalb sind Monsunwälder in der Regel nicht immergrün: Die meisten Bäume werfen während dieser Zeit ihr Laub ab. Viele Arten blühen am Ende der Trockenperiode oder zu deren Beginn.
Die Artenzusammensetzung ist regional verschieden. Besonders charakteristische Baumarten können ganzen Waldtypen ihren Namen geben. Beispiele sind die Salwälder Indiens mit dem Salbaum, die Teakwälder Myanmars und Thailands mit dem Teakbaum sowie die Eukalyptuswälder Nordaustraliens mit Eukalyptus.
Verbreitung und Rückgang
Ihre ursprünglich größte Ausdehnung hatten Monsunwälder auf dem südostasiatischen Festland und dem Indischen Subkontinent. Größere zusammenhängende Bestände finden sich heute im Wesentlichen nur noch in Indien, Myanmar und Thailand. In Nordaustralien bestehen kleinere Vorkommen.
Große Teile der früheren Monsunwälder, beispielsweise in Westafrika, wurden abgeholzt. Die ehemaligen Waldflächen wurden in Kulturland, Dornensavanne oder vom Menschen verursachte Halbwüste umgewandelt. Zum Rückgang tragen besonders das starke Bevölkerungswachstum und der damit verbundene Bedarf an Brennholz und nutzbaren Flächen bei. Zusätzlich erhöht die Nachfrage des internationalen Holzmarktes den Druck auf die verbliebenen Monsunwälder.