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Michael Herczeg
und Mitbegründer und früherer Sprecher der Fachgruppen Software-Ergonomie, Entwicklungswerkzeuge für Interaktive Systeme und Medieninformatik. Er ist …
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Überblick
Michael Herczeg (* 16. Mai 1956 in Ludwigsburg) ist ein deutscher Informatiker sowie Hochschullehrer und Wissenschaftler. Seine Fachgebiete sind Mensch-Maschine-Systeme und Interaktive Medien. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht das Zusammenwirken von Menschen und technischen Systemen, besonders die Gestaltung gebrauchstauglicher Benutzerschnittstellen für Computeranwendungen.
Ausbildung und Hochschullaufbahn
Herczeg studierte ab 1976 Informatik an der Universität Stuttgart. Seine Schwerpunkte waren Mensch-Maschine-Kommunikation und Künstliche Intelligenz. Er schloss 1982 mit dem Diplom ab und promovierte 1986 über die Architektur von Benutzungsschnittstellen.
Von 1983 bis 1988 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Informatik der Universität Stuttgart; bis 1996 war er dort Lehrbeauftragter für Software-Ergonomie und Interaktive Systeme. Parallel dazu war er von 1988 bis 1992 Projektleiter für wissensbasierte Systeme und Expertensysteme bei Bosch Telecom in Backnang. Anschließend leitete er bis 1996 bei der Alcatel SEL AG in Stuttgart eine Fachabteilung für Softwareentwicklung für Netzmanagement- und Breitbandsysteme.
1996 wurde er C3-Professor für Softwaretechnik und Mensch-Maschine-Kommunikation an der Fachhochschule Gelsenkirchen und baute dort die Medieninformatik auf. 1997 übernahm er eine C4-Professur für Praktische Informatik und Mensch-Computer-Interaktion an der Universität zu Lübeck. Dort wurde er Direktor des Instituts für Multimediale und Interaktive Systeme und begründete ebenfalls die Medieninformatik. 2005 und 2006 war er Prorektor der Universität zu Lübeck. An der Gründung der International School of New Media (ISNM) mit dem englischsprachigen postgradualen Studiengang Digital Media war er 2002 beteiligt.
Seit April 2022 ist Herczeg im Ruhestand. Er nimmt weiterhin wissenschaftliche Funktionen wahr, publiziert in Fachzeitschriften und auf Konferenzen und berät Unternehmen zum Einsatz multimedialer und interaktiver Computersysteme.
Forschung und Bildungsarbeit
Herczeg erforscht Theorien, Modelle und Methoden für das Zusammenwirken von Mensch und Maschine. Dabei arbeitet er mit Fachleuten etwa aus Ingenieurwissenschaften, Psychologie, Medizin, Arbeitswissenschaften, Pädagogik, Kunst und Design zusammen.
Ein Schwerpunkt ist die Software-Ergonomie, deren Mitbegründer er ist. Software-Ergonomie befasst sich mit der Gestaltung von Software und Benutzerschnittstellen, sodass diese zu den Bedürfnissen der Nutzenden und zur jeweiligen Anwendung passen. Seine Arbeiten behandeln außerdem technische Großsysteme und sicherheitskritische Mensch-Maschine-Systeme. Dazu zählen Kernkraftwerke, Fahrzeuge und medizintechnische Systeme; bei solchen Systemen sind Fehler besonders folgenreich.
2001 initiierte er Vorhaben, die Kindern und Jugendlichen ein zeitgemäßes Verständnis des Zusammenwirkens von Mensch und Technik, insbesondere von Computersystemen und digitalen Medien, vermitteln sollten. In den Projekten KiMM (Kids in Media and Motion) und LIaS (Lübecker Informatik an Schulen) entstanden gemeinsam mit allgemeinbildenden Schulen fachübergreifende Unterrichtsmodelle für die Jahrgangsstufen 1 bis 13. Diese Modelle wurden für Informatik- und Medienbildung im Schulalltag umgesetzt.
Fachgesellschaften und Beratung
Herczeg ist Gründungsmitglied des Fachbereichs Mensch-Computer-Interaktion der Gesellschaft für Informatik e. V. Von 2010 bis 2016 war er dessen Sprecher und Mitglied des Präsidiums. Außerdem war er Mitbegründer und früherer Sprecher der Fachgruppen Software-Ergonomie, Entwicklungswerkzeuge für Interaktive Systeme und Medieninformatik.
Er ist Aufsichtsrat in mehreren Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen sowie Unternehmensberater und Gutachter für Mensch-Technik-Organisation und Software-Ergonomie. Dabei befasst er sich besonders mit missions- und sicherheitskritischen Mensch-Maschine-Systemen. Von 1999 bis 2005 gehörte er dem Technologie- und Innovationsrat der Landesregierung Schleswig-Holstein an.
Schriften und Lehrbuchreihe
Zu Herczegs Schriften gehören „Software-Ergonomie. Grundlagen der Mensch-Computer-Kommunikation“ (1994) und „Software-Ergonomie: Theorien, Modelle und Kriterien für gebrauchstaugliche interaktive Computersysteme“, dessen 4. Auflage 2018 erschien. Weitere Werke sind „Prozessführungssysteme. Sicherheitskritische Mensch-Maschine-Systeme und interaktive Medien zur Überwachung und Steuerung von Prozessen in Echtzeit“ (2014) sowie Herausgaben der Bände „Mensch & Computer 2002“ und „Mensch & Computer 2008“.
Er ist Herausgeber der Lehrbuchreihe „Interaktive Medien“ und Mitherausgeber der Zeitschrift „i-com“ beim De Gruyter Oldenbourg Wissenschaftsverlag München. Die Reihe enthält unter anderem Bücher zu Software-Ergonomie, Interaktionsdesign, Medieninformatik, ergonomischen Lernmedien, computerunterstützter Zusammenarbeit, virtueller Teamarbeit, interaktiven Lernräumen und vernetzten Medien.