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Metropolregion Minneapolis–Saint Paul

Die Metropolregion Minneapolis–Saint Paul ist ein Gebiet im US-Bundesstaat Minnesota und des westlichen Wisconsins. Sie besteht aus den Twin Cities …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Abgrenzungen
  2. 2. Entstehung und Entwicklung
  3. 3. Wirtschaft
  4. 4. Verkehr
  5. 5. Räumliche Gliederung und größere Orte

Überblick und Abgrenzungen

Die Metropolregion Minneapolis–Saint Paul liegt im US-Bundesstaat Minnesota und im westlichen Wisconsin. Ihr Kern sind die als Twin Cities („Zwillingsstädte“) bezeichneten Großstädte Minneapolis und Saint Paul; hinzu kommen umliegende Städte und Townships. Die Bezeichnung macht deutlich, dass die beiden eng zusammengewachsenen Städte eigenständig sind.

Das U.S. Census Bureau grenzt die Region unterschiedlich ab:

  • Die Urbanized Area Minneapolis–St. Paul umfasst das dicht bebaute Gebiet um beide Kernstädte. Sie besteht aus sieben Countys, ist 7.280 km² groß und hatte 2020 3.163.104 Einwohner.
  • Die Metropolitan Statistical Area (MSA) Minneapolis–St. Paul–Bloomington schließt sechs weitere Countys ein, darunter zwei in Wisconsin. Sie umfasst 15.703 km² und hatte 2020 3.690.261 Einwohner.
  • Die Combined Statistical Area (CSA) Minneapolis–Saint Paul–St. Cloud umfasst zusätzlich fünf Countys einschließlich des Verdichtungsraums um das nordwestlich gelegene St. Cloud. Ihre Fläche beträgt 24.770 km², ihre Einwohnerzahl 2020 4.041.382. Damit lag sie auf Platz 16 der Metropolregionen der Vereinigten Staaten.

Entstehung und Entwicklung

Die Entwicklung der Region hängt eng mit ihrer Lage an Flüssen zusammen. Für europäische Einwanderer boten diese günstige Siedlungsbedingungen. Fort Snelling wurde zwischen 1820 und 1825 am Zusammenfluss von Mississippi River und Minnesota River gebaut. An den Saint Anthony Falls entstand Saint Anthony, das später mit Minneapolis zusammengelegt wurde. Auf der Ostseite des Mississippi entstanden Dörfer, aus denen Saint Paul wurde.

Um 1872 kam der Ausdruck „Dual Cities“ auf, aus dem sich später Twin Cities entwickelte. Minneapolis galt mit Boulevards sowie strukturierter, moderner Innenstadt als „erste Stadt des amerikanischen Westens“. Saint Paul wurde wegen schmalerer Straßen und spätviktorianischer Architektur als letzte dem Osten der Vereinigten Staaten zugehörige Stadt beschrieben. Minneapolis war stärker von Einwanderern skandinavischer Herkunft geprägt, Saint Paul vor allem von Menschen irischer und deutscher Abstammung.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts konkurrierten beide Städte etwa in Sport, Wirtschaft und Architektur. Im 20. Jahrhundert gewann die Region wirtschaftlich und kulturell an Bedeutung. Durch die Motorisierung und die Suburbanisierung verlagerte sich das Bevölkerungswachstum in Trabantenstädte; der Anteil von Minneapolis und Saint Paul an der regionalen Gesamtbevölkerung sank auf rund 20 Prozent.

Wirtschaft

Wichtige Wirtschaftszweige sind Dienstleistungen und verarbeitende Industrie, insbesondere Elektro-, Maschinenbau- und Nahrungsmittelindustrie. Sechzehn der 500 größten Unternehmen der Vereinigten Staaten haben ihren Hauptsitz in der Region. Sie ist damit das größte Wirtschaftszentrum zwischen Chicago und der Westküste.

Der Hightech-Sektor umfasst rund 1.300 Unternehmen aus Forschung, Produktion und Ausbildung. Diese arbeiten oft mit der University of Minnesota und weiteren Hochschulen zusammen. Minneapolis–Saint Paul ist außerdem der wichtigste Finanzstandort im Upper Midwest. Die Arbeitslosenquote lag im 1. Quartal 2008 bei rund 4,7 Prozent.

Die größten Arbeitgeber waren 2012 der Staat Minnesota mit rund 55.000 Beschäftigten und die US-Regierung mit 35.000 Beschäftigten. Weitere große Arbeitgeber sind Target, die University of Minnesota, Mayo Clinic, Allina Hospitals & Clinics und Delta Air Lines.

Die Region ist zudem ein Zentrum für Anbieter von Triebwerkprüfständen für große Strahltriebwerke. Von drei bedeutenden Herstellern stammen Cenco Inc. und Aero Systems Engineering, Inc. aus Minneapolis–Saint Paul; MDS Aero Support Inc. unterhält dort ein Büro. Ausgangspunkt war ein Auftrag von Northwest Airlines an CENCO im Jahr 1958. Nach einem Streit der Partner wurde 1967 ASE in Saint Paul gegründet.

Verkehr

Der Automobilverkehr förderte im 20. Jahrhundert das Wachstum der Vororte und den Ausbau eines dichten Straßennetzes. Dieses erreicht besonders zur Hauptverkehrszeit seine Kapazitätsgrenzen. Die Interstate-Highways 94 und 35 verbinden die Region mit nationalen Transportrouten in Nord-Süd- sowie Ost-West-Richtung.

Der öffentliche Personennahverkehr wird vor allem von Metro Transit organisiert, die rund 95 Prozent aller Verkehrsverbindungen durchführt. Nach der Abschaffung der Straßenbahnen Mitte der 1950er Jahre dominierte zunächst der Omnibusverkehr. 2004 eröffnete die erste Metro-Light-Rail-Strecke, die Hiawatha Line, zwischen Minneapolis, dem Flughafen Minneapolis–St. Paul und Bloomington. Das Netz umfasst inzwischen zwei Linien, darunter eine nach Saint Paul; weitere Abschnitte sind geplant oder im Bau. Der Nahverkehr galt lange als unmodern und ineffizient und hielt mit regionalem Wachstum und Mobilitätsbedarf nicht Schritt.

Der Minneapolis-Saint Paul International Airport ist der größte Flughafen der Region. Delta Air Lines und Sun Country Airlines betreiben dort ein Fracht- und Passagierdrehkreuz. Als zehntgrößter Flughafen der Vereinigten Staaten wickelt er jährlich rund 540.000 Flugbewegungen ab. Überregional besteht eine Bahnverbindung durch den Nachtzug Empire Builder zwischen Chicago und Seattle/Portland sowie durch den täglich verkehrenden Borealis zwischen Saint Paul und Chicago.

Räumliche Gliederung und größere Orte

Zur Urbanized Area gehören Anoka, Carver, Dakota, Hennepin, Ramsey, Scott und Washington County in Minnesota. Das bevölkerungsreichste County war 2010 Hennepin County mit 1.152.425 Einwohnern, gefolgt von Ramsey County mit 508.640 und Dakota County mit 398.552 Einwohnern. Ramsey County hatte von 2000 bis 2010 als einziges der sieben Countys einen Rückgang, und zwar um 0,5 Prozent; Scott County wuchs im selben Zeitraum um 45,2 Prozent.

Die MSA ergänzt die sieben Countys um Chisago, Isanti, Sherburne und Wright County in Minnesota sowie Pierce und St. Croix County in Wisconsin. Die CSA ergänzt ferner Benton, Goodhue, McLeod, Rice und Stearns County in Minnesota.

Kernstädte sind Minneapolis und Saint Paul. Zu den Orten mit mehr als 50.000 Einwohnern zählen unter anderem Blaine, Bloomington, Brooklyn Park, Burnsville, Coon Rapids, Eagan, Eden Prairie, Lakeville, Maple Grove, Plymouth, St. Cloud und Woodbury. Weitere größere Orte mit mehr als 20.000 Einwohnern sind beispielsweise Andover, Chaska, Cottage Grove, Faribault, Farmington, Maplewood, Northfield, Richfield, Roseville, Shakopee und Winona.

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