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Meine Lieder – meine Träume

Meine Lieder – meine Träume (Originaltitel: The Sound of Music) ist ein auf der Grundlage des Musicals The Sound of Music von Richard Rodgers und Oscar …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Einordnung und filmische Grundlagen
  2. 2. Handlung
  3. 3. Historischer Bezug
  4. 4. Weltweite Wirkung und touristisches Bild Österreichs
  5. 5. Rezeption, deutsche Fassung und kulturelle Anspielungen
  6. 6. Synchronisation und wichtige Auszeichnungen

Einordnung und filmische Grundlagen

Meine Lieder – meine Träume (Originaltitel: The Sound of Music) ist ein US-amerikanischer Spielfilm von Robert Wise aus dem Jahr 1965. Er basiert auf dem gleichnamigen Musical von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein. Die Handlung verbindet eine Familiengeschichte, zahlreiche Musik- und Tanzszenen sowie den politischen Umbruch in Österreich im Jahr 1938.

Der Film wurde in den USA am 2. März 1965 im Rivoli Theatre in Manhattan uraufgeführt und kam in der Bundesrepublik Deutschland am 25. Dezember 1965 in die Kinos. Er ist 174 Minuten lang, wurde in englischer Originalsprache produziert und erhielt in Deutschland die Altersfreigabe FSK 6. Das Drehbuch schrieb Ernest Lehman, die Musik stammt von Richard Rodgers; die Bearbeitung übernahm Irwin Kostal. Julie Andrews spielt Maria, Christopher Plummer den Kapitän von Trapp, Eleanor Parker die Baronin Elsa Schrader und Richard Haydn den Musikproduzenten Max Detweiler.

Der Film zählt zu den vier erfolgreichsten Hollywood-Musikfilmen überhaupt und gehört weltweit zu den meistgesehenen Filmen der Geschichte. Besonders in der Anglosphäre, in Lateinamerika und in Japan prägte er das Bild Österreichs nachhaltig. Im deutschsprachigen Raum blieb er dagegen vergleichsweise unbekannt und wirtschaftlich erfolglos.

Handlung

Die Geschichte spielt in Salzburg im Jahr 1938. Maria ist Novizin, also eine Frau in der Vorstufe zum Eintritt in ein Kloster. Sie singt und tanzt begeistert, hat aber Schwierigkeiten mit dem streng disziplinierten Klosterleben. Die Mutter Oberin schickt sie als Erzieherin zum verwitweten Kapitän von Trapp. Dort soll Maria sieben Kinder betreuen und zugleich herausfinden, ob das Kloster wirklich ihr Lebensweg ist.

Der Kapitän erzieht seine Kinder mit militärischer Strenge. Seit dem Tod seiner Frau verbietet er im Haus sogar den Gesang, weil dieser ihn an sie erinnert. Die Kinder spielen Maria zunächst Streiche, schließen sie aber bald ins Herz. Während der Kapitän sich in Wien bei der Baronin Schrader aufhält, bringt Maria den Kindern das Spielen und Singen wieder nahe. Bei seiner Rückkehr will der Kapitän sie zunächst entlassen. Als er jedoch den Gesang seiner Kinder hört, wird er bewegt, singt selbst mit und entwickelt sich wieder zu einem liebevollen Familienvater.

Der Kapitän fühlt sich zunehmend zu Maria hingezogen, während die Baronin eine baldige Heirat mit ihm erwartet. Auf ihren Wunsch veranstaltet er einen Ball. Maria führt den Kindern auf der Terrasse Tänze vor und tanzt anschließend mit dem Kapitän einen Ländler. Die enge Umarmung verwirrt Maria und wird von der eifersüchtigen Baronin beobachtet. Diese überzeugt Maria, noch in derselben Nacht ins Kloster zurückzukehren.

Maria und die Kinder sind unglücklich über die Trennung. Auch die Baronin kann die Mutterrolle nicht übernehmen. Die Mutter Oberin rät Maria, zum Kapitän zurückzukehren und sich dem Leben zu stellen. Maria folgt diesem Rat. Der Kapitän löst seine Verbindung mit der Baronin und macht Maria einen Heiratsantrag.

Während der Hochzeitsreise meldet Max Detweiler die sieben Kinder ohne Wissen des Kapitäns zu einem Gesangswettbewerb bei den Salzburger Festspielen an. Der Kapitän hatte öffentliche Auftritte seiner Kinder bisher abgelehnt. Die Familie bricht die Reise ab, als Österreich an das Deutsche Reich angeschlossen wird. Die Nationalsozialisten verlangen, dass der Kapitän in der Wehrmacht dient. Er lehnt eine Zusammenarbeit mit den neuen Machthabern ab und plant die Flucht.

Bei einem Fluchtversuch werden die Trapps von Gauleiter Zeller und seinen Männern entdeckt. Der Kapitän behauptet, die Familie wolle zum Gesangswettbewerb in die Felsenreitschule. Nach dem Wettbewerb flieht die Familie in das Kloster, in dem Maria Novizin war. Die Mutter Oberin versteckt sie auf dem Friedhof. Rolfe, Liesls ehemaliger Freund und inzwischen überzeugter Nationalsozialist, entdeckt sie, zögert wegen seiner Gefühle für Liesl jedoch lange genug. Dadurch können die Trapps aus Salzburg und schließlich über die Schweizer Grenze entkommen.

Historischer Bezug

Die Handlung beruht teilweise auf wahren Begebenheiten der Familie Trapp, enthält aber auch erfundene Figuren und Ereignisse. Die historische Maria war zuvor als Erzieherin im Stift Nonnberg tätig. Anders als im Film heiratete sie den Kapitän bereits 1927. Im Jahr 1938 verließ die Familie Salzburg tatsächlich mit dem Zug in Richtung Italien und reiste anschließend in die Vereinigten Staaten weiter.

Weltweite Wirkung und touristisches Bild Österreichs

Der Film erreichte weltweit etwa 1,2 Milliarden Zuschauer. In den Vereinigten Staaten und anderen englischsprachigen Ländern wurde The Sound of Music durch die Verfilmung zu einem der beliebtesten Musicals. Nach einer weltweiten Erfolgsserie kam der Film Mitte der 1970er Jahre erneut in die Kinos. Als er in den 1980er Jahren erstmals als Videokassette erhältlich war, verkaufte er sich sehr erfolgreich.

Viele Zuschauer besuchen Salzburg und den Mondsee, an dem die Hochzeitsszenen gedreht wurden. Zu den touristischen Folgen gehören Sound-of-Music-Touren zu den Drehorten. Manche Besucher erwarten, die vermeintliche österreichische Nationalhymne Edelweiss zu hören, oder verbinden Österreich mit den im Lied My Favorite Things erwähnten „Schnitzels with noodles“ und „crisp applestrudels“. Auch der im Film gezeigte Ländler ist kein überlieferter österreichischer Volkstanz, sondern eine Zusammenstellung verschiedener Ländlerelemente.

Der Film wurde bei zehn Oscar-Nominierungen mit fünf Oscars ausgezeichnet: als Bester Film sowie für Regie, Ton, Schnitt und Filmmusik. Julie Andrews erhielt außerdem den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin. 2001 wurde der Film in das National Film Registry aufgenommen.

Rezeption, deutsche Fassung und kulturelle Anspielungen

In Deutschland wurde der Film zunächst stark gekürzt. Alle Bezüge zum Nationalsozialismus fehlten, und die Handlung endete mit Marias Hochzeit statt mit der Flucht der Familie. Das amerikanische Produktionsstudio setzte später durch, dass auch der dritte Akt in der deutschen Fassung gezeigt wurde. Trotzdem blieb der Film im deutschsprachigen Raum ein wirtschaftlicher Misserfolg: Die Besucherzahlen waren gering und die Kritiken überwiegend schlecht. Er konkurrierte mit den erfolgreichen deutschen Filmen Die Trapp-Familie von 1956 und Die Trapp-Familie in Amerika von 1958. In Österreich ist der Film für den Tourismus wichtig, wird aber von vielen Menschen höchstens dem Namen nach gekannt. 2005 erschien eine DVD für den deutschsprachigen Markt; im selben Jahr nahm sich die Wiener Volksoper des zuvor ebenfalls wenig bekannten Musicals an.

Die allgemeine Kritik fiel überwiegend positiv aus, obwohl manche Kritiker den Film als zu süßlich oder musikalisch überladen empfanden. Bei Rotten Tomatoes erreichte er eine positive Wertung von 83 Prozent. Das Lexikon des internationalen Films lobte die Breitwandaufnahmen, die Songs und Julie Andrews, kritisierte aber die oberflächliche Behandlung des politischen Hintergrunds und die deutsche Kürzung. Der Evangelische Film-Beobachter nannte ihn freundlich und fröhlich, beanstandete jedoch die manchmal zu große Musikfülle. Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh ihm das Prädikat wertvoll.

Meine Lieder – meine Träume wurde vielfach zitiert oder nachgeahmt. Postman (1997) verwendet den Film als Symbol für die Sehnsucht nach einer friedlichen Idylle in einer postapokalyptischen Welt. Family Guy enthält mehrere Hommagen. Dancer in the Dark (2000) bezieht sich auf die Rolle Marias. Gwen Stefani verwendete 2007 in Wind It Up Teile aus The Lonely Goatherd und eine Bläserfanfare. Auch Arundhati Roys Roman Der Gott der kleinen Dinge, Baz Luhrmanns Moulin Rouge, Ariana Grandes Song 7 Rings und das Album The Sound Of Music der slowenischen Band Laibach aus dem Jahr 2018 greifen Elemente des Musicals auf. 2004 wurde The Sound of Music mit dem Lied The Sound of Music auf Platz 10 der Liste AFI’s 100 Years … 100 Songs gewählt. Bei der Oscarverleihung 2015 sang Lady Gaga ein Tribute; Julie Andrews bedankte sich anschließend für den Auftritt.

Synchronisation und wichtige Auszeichnungen

Die deutsche Synchronfassung entstand zur deutschen Kinopremiere. Das Dialogbuch schrieb Tina Eilers, die Liedtexte stammen von Eberhard Cronshagen und Eberhard Storch. Josef Wolf führte im Auftrag der Ultrasynchron Dialogregie. Bei Maria übernahm Marion Degler die deutsche Sprechstimme, während Ursula Schirrmacher den Gesang sprach; beim Kapitän wurden Michael Tellering als Dialogstimme und Camillo Felgen als Gesangsstimme eingesetzt. Weitere genannte deutsche Stimmen sind Edith Hieronimus für die Baronin Schrader, Vilma Degischer für die Mutter Oberin, Michael Toost für Max Detweiler und Heinz Ehrenfreund für Rolfe.

Zu den Auszeichnungen gehören der Photoplay Award als Bester Film im Jahr 1965 sowie 1966 fünf Oscars in den Kategorien Bester Film, Beste Regie, Bester Schnitt, Beste Filmmusik und Bester Ton. Zusätzlich war der Film für Julie Andrews als beste Hauptdarstellerin, Peggy Wood als beste Nebendarstellerin, Szenenbild, Kamera und Kostümdesign nominiert. Bei den Golden Globes 1966 gewann er als Bester Film – Komödie oder Musical und Julie Andrews als Beste Hauptdarstellerin – Komödie oder Musical. Nominiert war er außerdem für Regie und Peggy Wood als beste Nebendarstellerin.

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