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Martin Schmitt (Historiker)
Seit Oktober 2023 ist er unbefristeter Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Paderborn mit einem Schwerpunkt für Digital History und die Geschichte …
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Kurzprofil und akademischer Weg
Martin Schmitt (* 1984 in Ludwigsburg) ist ein deutscher Historiker. Er studierte Neuere und Neueste Geschichte, Politik und Informatik an der Eberhard Karls Universität Tübingen und an der Universidad Complutense de Madrid. 2008 absolvierte er an der University of Cambridge einen Forschungsaufenthalt zur Geschichte der Computernetzwerke.
2014 wurde Schmitt wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam. Unter der Betreuung von Prof. Frank Bösch arbeitete er am Projekt „Aufbrüche in die digitale Gesellschaft. Computerisierung soziale Ordnung in der Bundesrepublik und DDR“ und verfasste seine Dissertation über die Digitalisierung der Kreditwirtschaft. Er reichte sie 2020 an der Philosophischen Fakultät der Universität Potsdam ein.
Nach dem Ende der Projektförderung blieb Schmitt bis 2023 als assoziierter Wissenschaftler in der Abteilung II für Wirtschaftsgeschichte am ZZF-Potsdam. 2018 wechselte er für ein Jahr als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg und arbeitete anschließend an der Technischen Universität Darmstadt mit Prof. Martina Heßler an Projekten der Umweltgeschichte, unter Einsatz von Methoden der Digital Humanities. Seit Oktober 2023 ist er unbefristeter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Paderborn mit dem Schwerpunkt Digital History und Geschichte der Digitalisierung.
Forschung und Auszeichnungen
Schmitt forscht und lehrt am Historischen Institut der Universität Paderborn. Seine Forschungsfelder umfassen die europäische Zeitgeschichte, Digitalisierung, Computervernetzung und Umweltgeschichte. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent für „Digital History“ beschäftigt er sich mit der kritischen Reflexion digitaler Geschichtswissenschaft und mit datengetriebenen Ansätzen in der historischen Forschung.
Ein Schwerpunkt ist die Geschichte der Digitalisierung in Ost- und Westdeutschland. In seiner Dissertation untersuchte Schmitt die Digitalisierung der Kreditwirtschaft. Sein Erstlingswerk „Internet im Kalten Krieg: eine Vorgeschichte des globalen Kommunikationsnetzes“ behandelt den gesellschaftlichen Einfluss verschiedener Gruppen auf die frühe Entwicklung des Internets, darunter Gegenkulturelle, Wissenschaftler und das Militär.
Für seine Arbeiten zur Digitalgeschichte Ost- und Westdeutschlands erhielt Schmitt mehrere Auszeichnungen, darunter 2020 den Preis der Gesellschaft für die Geschichte der Wissenschaften, der Medizin und der Technik sowie 2021 den Weizenbaum-Preis des Forums der Informatiker für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e. V. (3. Preis).
Ausgewählte Veröffentlichungen
Zu Schmitts Monographien gehören:
- „Internet im Kalten Krieg. Eine Vorgeschichte des globalen Kommunikationsnetzes“ (= Histoire, Bd. 102), Transcript Verlag, Bielefeld 2016, ISBN 978-3-8376-3681-9.
- „Die Digitalisierung der Kreditwirtschaft. Computereinsatz in den Sparkassen der Bundesrepublik und der DDR 1957–1991“ (= Medien und Gesellschaftswandel im 20. Jahrhundert, Bd. 15), Wallstein-Verlag, Göttingen 2021, ISBN 978-3-8353-3371-0.
Gemeinsam mit Christopher Leslie gab Schmitt „Histories of Computing in Eastern Europe“ heraus (= IFIP Advances in Information and Communication Technology, Bd. 549), Springer International Publishing, Cham 2019, ISBN 978-3-525-30078-7.