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Marlborough-Erdbeben von 1848

Das Marlborough-Erdbeben von 1848 war das erste Erdbeben, das schwere Schäden in der neu gegründeten Stadt Wellington in der Kolonie Neuseeland verursachte …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Kernereignis und Bedeutung
  2. 2. Geografische Lage
  3. 3. Ablauf des Bebens
  4. 4. Schäden und Betroffene
  5. 5. Folgen für Wellington
  6. 6. Veränderte Bauweise

Kernereignis und Bedeutung

Das Marlborough-Erdbeben von 1848 war ein starkes Erdbeben in der Kolonie Neuseeland. Es ereignete sich am 16. Oktober 1848 und war das erste Erdbeben, das in der neu gegründeten Stadt Wellington schwere Schäden verursachte. Es hatte eine nachhaltige Wirkung auf die Bewohner, weil es zeigte, wie gefährlich die dort verbreiteten Bauweisen aus Ziegelsteinen und Bruchsteinen bei Erdbeben waren.

Als wichtige Daten werden genannt: Uhrzeit etwa 02:10 Uhr, nach anderen Quellen 1:40 Uhr; Intensität 10 auf der MM-Skala; Magnitude 7,7 MW, wobei im Text auch abweichende Angaben von 7,1 MW, 7,4 bis 7,7 MW beziehungsweise 7,5 MW genannt werden; Tiefe 20 km; Epizentrum an der Awatere Fault. Betroffen waren unter anderem Wellington, Nelson und das Wairau Valley. Ein Tsunami trat nicht auf. Es gab 3 Tote.

Geografische Lage

Das Zentrum des Bebens lag in der Awatere Fault. Eine Fault ist eine Verwerfung, also eine Bruchzone in der Erdkruste, an der sich Gesteinsblöcke gegeneinander bewegen können. Die Awatere Fault folgt einem Tal nordwestlich der Inland Kaikōura Range in der Region Marlborough.

In diesem Tal fließt der Awatere River in nordöstlicher Richtung zum Pazifischen Ozean. Die Verwerfung hat auf der Landseite, beginnend bei der Clifford Bay, eine Länge von etwa 105 km und läuft vor der Alpine Fault aus.

Ablauf des Bebens

Das Erdbeben begann am 16. Oktober 1848 während eines schweren Sturms mit viel Regen. Die erste Schockwelle kam unerwartet und ließ die Erde etwa zwei Minuten lang erbeben. Danach folgten starke Vibrationen in den nächsten zehn Minuten. Das Beben wurde von der Hawke’s Bay bis hinunter in die Region Canterbury gespürt.

Der Richter, spätere Politiker und Journalist Henry Samuel Chapman notierte in seinen Aufzeichnungen 100 Nachbeben zwischen 1:40 und 6:00 Uhr. Nachbeben sind weitere Erschütterungen nach dem Hauptbeben. Über mehr als eine Stunde sollen leichtere Vibrationen mit ungefähr minütlich auftretenden Schockwellen beobachtet worden sein.

Schäden und Betroffene

Zur Zeit des Erdbebens war die Region Marlborough noch wenig besiedelt. Wellington und Nelson waren die ersten beiden größeren Ansiedlungen und deshalb besonders betroffen. Viele Māori-Siedlungen lagen entlang der östlichen Küste. Sie waren wegen der weniger anfälligen Bauweise ihrer Häuser nicht so stark von Schäden betroffen.

In Wellington wurden bei der ersten Schockwelle viele Häuser aus Ziegelsteinen oder Stein beschädigt. Holzhäuser hielten zwar besser stand, ihre Schornsteine jedoch nicht. Schwere Nachbeben am 17. Oktober und am 19. Oktober brachten weitere beschädigte Häuser zum Einsturz. Die drei Todesopfer starben am 17. Oktober beim Einsturz einer Wand.

Folgen für Wellington

Edward John Eyre, der von 1848 bis 1853 Lieutenant-Governor der Provinz New Munster war, beschrieb Wellington nach dem Erdbeben als „Stadt in Ruinen“. Er schrieb auch, „Terror und Entsetzen regiere überall“ und beschrieb Schiffe im Hafen, die mit Kolonialisten gefüllt gewesen seien, die das Land verlassen wollten. Für solche Darstellungen erhielt er öffentliche Kritik von der lokalen Presse.

Die New Zealand Company hatte kein Interesse daran, Nachrichten über das Erdbeben zu verbreiten, weil dies ihre Geschäfte mit den Ansiedlungen in Wellington gefährden konnte. Deshalb wurde das Beben auf ihr Betreiben damals nur wenig bekannt, am meisten noch in England.

Viele Menschen schliefen aus Angst vor weiteren Beben auf Schiffen im Hafen von Port Nicholson. Als die Bark Subraon am 26. Oktober mit 60 Siedlern Wellington in Richtung Sydney verlassen wollte, lief sie auf Felsen auf und kenterte. Alle Passagiere wurden gerettet, und viele blieben schließlich in Wellington, um beim Wiederaufbau zu helfen.

Veränderte Bauweise

Vor dem Erdbeben hatten die europäischen Siedler Wellington nach europäischem Vorbild aufgebaut. Viele Gebäude bestanden aus Ziegelsteinen und Bruchsteinen; günstigere Gebäude wurden aus Holz errichtet. Dadurch war die Stadt schlecht auf ein starkes Erdbeben vorbereitet.

Nach den Aufräumarbeiten begannen die Einwohner von Wellington, ihre Häuser bevorzugt in Holzbauweise zu bauen. Der Artikel bewertet dies als vorausschauend, weil sich diese Bauweise beim Wairarapa-Erdbeben von 1855, nur sieben Jahre später, als günstiger erweisen sollte.

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