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Markus Wissen
Markus Wissen (* 1965) ist ein deutscher Politikwissenschaftler. Er ist Professor für Gesellschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt sozial-ökologische …
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Person und Fachgebiet
Markus Wissen (* 1965) ist ein deutscher Politikwissenschaftler. Er ist Professor für Gesellschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt sozial-ökologische Transformationsprozesse an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin. Sozial-ökologische Transformation bezeichnet Veränderungen von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, die mit Umweltfragen und dem Umgang mit natürlichen Ressourcen verbunden sind.
Für das Verständnis seiner Arbeit sind vor allem seine Forschungsschwerpunkte wichtig: gesellschaftliche Naturverhältnisse, Umweltpolitik, die Transformation von (Auto-)Mobilität sowie räumliche Dimensionen der Transformation von Staatlichkeit. Gesellschaftliche Naturverhältnisse meint, wie Gesellschaften Natur nutzen, gestalten und politisch regulieren.
Akademischer Werdegang
Wissen studierte bis 1994 Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Dort wurde er 1999 mit der Dissertation „Die Peripherie in der Metropole. Zur Regulation sozialräumlicher Polarisierung in Nordrhein-Westfalen“ promoviert. Eine Dissertation ist eine wissenschaftliche Arbeit zur Erlangung des Doktorgrades.
Zwischen 2000 und 2007 arbeitete er an verschiedenen wissenschaftlichen Forschungsprojekten mit, unter anderem an der Hochschule für Wirtschaft und Politik Hamburg, der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, der Freien Universität Berlin und dem Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) Erkner.
2011 habilitierte er sich an der Universität Wien im Fach Politikwissenschaft mit der Schrift „Gesellschaftliche Naturverhältnisse in der Internationalisierung des Staates: Konflikte um die Räumlichkeit staatlicher Politik und die Kontrolle natürlicher Ressourcen“. Eine Habilitation ist eine weitere wissenschaftliche Qualifikation nach der Promotion. Im Wintersemester 2012 wurde Wissen auf eine Professur an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin berufen.
Imperiale Lebensweise
Gemeinsam mit Ulrich Brand prägte Markus Wissen das Konzept „Imperiale Lebensweise“. Der Begriff steht im Zusammenhang mit ihrer Analyse von globalem Kapitalismus, Ausbeutung von Mensch und Natur sowie ökologischen Krisen.
2017 veröffentlichten Wissen und Brand das Buch „Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus“. Es wurde zahlreich rezipiert, erschien in mehreren Auflagen und erreichte Platz 17 der SPIEGEL-Bestsellerliste in der Rubrik „Sachbuch“. Das Buch wurde ins Englische, Spanische und Französische übersetzt.
Politische und redaktionelle Tätigkeiten
Wissen ist Mitglied der PROKLA-Redaktion. PROKLA ist eine wissenschaftliche Zeitschrift, die in gesellschafts- und politikwissenschaftlichen Zusammenhängen steht.
Zur Bundestagswahl 2025 war Wissen an der Formulierung eines Aufrufs zur Wahl der Partei Die Linke beteiligt. Außerdem ist er Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Wichtige Veröffentlichungen
Zu Wissens ausgewählten Veröffentlichungen gehören mehrere Arbeiten, die seine Forschungsschwerpunkte zeigen. Seine Dissertation erschien 2000 unter dem Titel „Die Peripherie der Metropole. Zur Regulation sozialräumlicher Polarisierung in Nordrhein-Westfalen“ im Dampfboot Verlag in Münster.
2006 veröffentlichte er zusammen mit Matthias Naumann „Neue Räume der Wasserwirtschaft. Untersuchungen zur Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung in den Regionen München, Hannover und Frankfurt (Oder)“. 2011 erschien „Gesellschaftliche Naturverhältnisse in der Internationalisierung des Staates“ im Dampfboot Verlag.
Mit Ulrich Brand veröffentlichte er 2017 „Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus“. Die englischsprachige Übersetzung erschien 2021 unter dem Titel „The Imperial Mode of Living. Everyday Life and the Ecological Crisis of Capitalism“. Weitere gemeinsame Bücher mit Brand sind „The Limits to Capitalist Nature. Theorizing and Overcoming the Imperial Mode of Living“ von 2018 und „Kapitalismus am Limit. Öko-imperiale Spannungen, umkämpfte Krisenpolitik und solidarische Perspektiven“ von 2024. Eine englischsprachige Übersetzung davon erschien 2025 unter dem Titel „Capitalism at the Limit: A Political Ecology of a World in Crisis“.