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Kutai Kartanegara
Kutai Kartanegara ist ein indonesischer Regierungsbezirk (Kabupaten) in der indonesischen Provinz Kalimantan Timur. Mitte 2024 leben hier fast 800.000 …
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Überblick
Kutai Kartanegara ist ein indonesischer Regierungsbezirk (Kabupaten) in der Provinz Kalimantan Timur auf der Insel Kalimantan. Verwaltungssitz ist Tenggarong; es liegt etwa 20 km Luftlinie beziehungsweise 44 Straßenkilometer nordwestlich vom Zentrum der Provinzhauptstadt Samarinda. Bupati (Regierungschef) ist Edi Damansyah.
Die Fläche wird in den Basisdaten mit 26.926,5 km² angegeben. Mitte 2024 hatte der Bezirk 793.131 Einwohner, davon 413.462 Männer und 379.669 Frauen. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 29,5 Einwohnern je km² und einer Sex Ratio von 108,90; auf 100 Frauen kamen also etwa 109 Männer. 2020 wurden 729.382 Einwohner gezählt.
Lage, Landschaft und Klima
Kutai Kartanegara liegt im Zentrum von Kalimantan Timur, beiderseits des Äquators, und teilt die Provinz räumlich nahezu in zwei Hälften. Es umschließt die Stadt Samarinda vollständig. Im Norden grenzt es an die Provinz Kalimantan Selatan, im Südosten an die Straße von Makassar. Im Nordosten liegen Kutai Timur, Berau und die Stadt Bontang; im Südwesten Mahakam Ulu, Kutai Barat, Penajam Paser Utara, Paser sowie die Stadt Balikpapan.
Der Bezirk reicht von 1° 31′ 25,69″ nördlicher bis 1° 08′ 25,35″ südlicher Breite und von 115° 13′ 55,74″ bis 117° 37′ 40,91″ östlicher Länge. Er umfasst 82 Inseln, vor allem im Delta des Mahakam und verteilt auf die Distrikte Anggana, Muara Jawa und Muara Badak. Der Mahakam ist im Bezirk 929 km lang; 540 km davon sind schiffbar. Der höchste Berg ist der 1.445 m hohe Gunung Lengkup im Distrikt Loa Kulu.
Es herrscht tropisches Regenwaldklima, also ganzjährig feuchtwarmes Klima. Die trockenere Zeit von Juni bis September und die Regenzeit von August bis November gehen fließend ineinander über. Im Jahr 2020 fielen an 156 Regentagen insgesamt 2.388 mm Niederschlag. Der Monatswert reichte von 123 mm im März bis 291 mm im Mai. Muara Jawa hatte mit 1.795 mm den geringsten Jahresniederschlag, Kembang Janggut mit 3.924 mm den höchsten. In Sebulu betrug ein Monatsmaximum 470 mm; Tabang und Muara Jawa hatten im März 2020 keinen Niederschlag.
Verwaltung und Siedlungen
Seit 2020 besteht Kutai Kartanegara aus 20 Kecamatan (Distrikten). Diese umfassen 237 Dörfer: 44 städtisch geprägte Kelurahan und 193 eher ländliche Desa. Darunter gibt es 339 Dusun (Weiler) sowie 3.122 RT (Rukun Tetangga, Nachbarschaftsorganisationen).
Die 20 Distrikte sind Muara Muntai, Loa Kulu, Loa Janan, Anggana, Muara Badak, Tenggarong, Sebulu, Kota Bangun, Kenohan, Kembang Janggut, Muara Kaman, Tabang, Samboja, Muara Jawa, Sanga-Sanga, Tenggarong Seberang, Marang Kayu, Muara Wis, Kota Bangun Darat und Samboja Barat. Nach der Fortschreibung zur Jahresmitte 2024 war Tenggarong mit 114.639 Einwohnern der bevölkerungsreichste Distrikt und zugleich mit 319,9 Einwohnern je km² am dichtesten besiedelt. Tabang war mit 8.110,31 km² flächenmäßig am größten, hatte aber nur 13.495 Einwohner und eine Dichte von 1,7 Einwohnern je km².
Die Liste der 44 Kelurahan führt Einwohnerstände von Ende 2021 bis Ende 2023 und zur Jahresmitte 2024 auf. Ihre Gebietscodes folgen dem PUM-Kode des indonesischen Innenministeriums: Zahlenpaare bezeichnen nacheinander Provinz, Kabupaten und Kecamatan; anschließend folgt ein vierstelliger Dorfcode. Bei Kelurahan beginnt dieser Dorfcode immer mit 1, bei ländlichen Desa mit 2. Die Daten beruhen wie die aktuellen Distriktdaten auf den örtlichen Zivilregistrierungsbüros Disdukcapil (Dinas Kependudukan dan Pencatatan Sipil).
Geschichtliche Entwicklung
Das Königtum Kutai Kartanegara nahm etwa um 1575 den Islam an. Das spätere Sultanat wurde ein Ausgangspunkt für die weitere Verbreitung des Islam in der Region. Im Jahr 2003 wurde Ali Muhammad Salehuddin II. zum Sultan von Kutai gekrönt.
Der damalige Kabupaten Kutai gehörte zusammen mit Berau, Pasir und Bulongan zu den Gründern der Ende 1956 entstandenen Provinz Kalimantan Timur. 1999 wurden die neuen Regierungsbezirke Kutai Timur im Nordosten mit fünf Distrikten und Kutai Barat im Südwesten mit 13 Distrikten abgespalten. Der Mutterbezirk verlor dadurch etwa 71 % seines Gebiets, nämlich 57.451,60 von 88.145,59 km², und 40 % seiner Bevölkerung: Beim Zensus 2000 entfielen 427.791 von 710.261 Einwohnern auf die abgespaltenen Gebiete.
Schon 1996 waren Tenggarong Seberang, Marang Kayu und Muara Wis als neue Distrikte gebildet worden. 2002 erhielt der verkleinerte Kabupaten Kutai durch Regierungsverordnung Nr. 8/2002 den Namen Kutai Kartanegara. Im Oktober 2020 entstanden schließlich Kota Bangun Darat aus zehn Dörfern von Kota Bangun und Samboja Barat aus neun Kelurahan und einer Desa von Samboja.
Bevölkerung und soziale Lage
Die Einwohnerzahl entwickelte sich langfristig von 368.501 im Jahr 1980 auf 799.365 im Jahr 2000. Der starke Rückgang auf 491.607 im Jahr 2005 steht im Zusammenhang mit der Abspaltung von Kutai Timur und Kutai Barat. Danach stieg sie wieder von 626.680 im Jahr 2010 über 729.382 im Zensus 2020 auf 793.131 Mitte 2024. Der Männeranteil lag 2024 bei 52,13 %, der Frauenanteil bei 47,87 %.
2020 waren 644.254 Einwohner oder 92,46 % Muslime. Christinnen und Christen stellten zusammen 49.767 Personen beziehungsweise 7,14 %; davon waren 38.047 Protestanten und 11.720 Katholiken. Außerdem gab es 2.447 Hindus (0,35 %) und 212 Buddhisten (0,03 %). Es wurden 330 islamische und 257 christliche Religionsgebäude sowie 15 Pura, also hinduistische Tempel, gezählt.
Für 2020 werden 58.420 Menschen unterhalb der Armutsgrenze genannt, entsprechend 7,31 % der Bevölkerung. Die Arbeitslosenrate betrug 5,70 %, die Lebenserwartung bei Geburt 72,34 Jahre und der HDI-Index 73,59. Der HDI ist ein Index für menschliche Entwicklung. 27,06 % der Bevölkerung waren jünger als 15 Jahre, 68,33 % 15 bis 64 Jahre alt und 4,61 % älter als 65 Jahre. Die Analphabetenrate des Bezirks ist in der Tabelle nicht angegeben.
Bei der Flächenbedeutung enthält der Artikel unterschiedliche Angaben: Im geografischen Teil werden für den Bezirk 2,20 % der Provinzfläche genannt, im demografischen Teil 19,58 %. Übereinstimmend wird er als größter der 47 Kabupaten der Region Kalimantan mit 6,01 % der Regionsfläche bezeichnet. Das Wappen zeigt zentral Lembuswana, ein mythologisches Fabeltier, das der Legende nach die Region des damaligen Sultanats Kutai Kartanegara beherrschte.