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Kristina Stoeckl

Kristina Stoeckl (* 1977) ist eine österreichische Soziologin. Ihr Spezialgebiet ist Religionssoziologie, insbesondere der Russischen Orthodoxie, …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Fachgebiet und Bedeutung
  2. 2. Ausbildung und akademische Laufbahn
  3. 3. Forschungsprojekt und Auszeichnungen
  4. 4. Wichtige Veröffentlichungen

Fachgebiet und Bedeutung

Kristina Stoeckl (* 1977) ist eine österreichische Soziologin. Sie beschäftigt sich vor allem mit Religionssoziologie, politischer Soziologie und politischer Theorie. Ihr besonderer Schwerpunkt liegt auf der Russischen Orthodoxie und auf der Wechselwirkung zwischen orthodoxer Religion und Politik in Russland.

Ihre Forschung hilft dabei, die politische Rolle der Russischen Orthodoxen Kirche und ihre Verbindungen zu konservativen Bewegungen zu verstehen. Als Expertin für die Haltung dieser Kirche gegenüber Wladimir Putin und seiner Politik gab Stoeckl nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 zahlreiche Interviews und Einschätzungen in österreichischen und internationalen Medien.

Ausbildung und akademische Laufbahn

Stoeckl studierte an der Universität Innsbruck Vergleichende Literaturwissenschaft, Germanistik und Slawistik und schloss dieses Studium 2001 mit der Diplomprüfung ab. Von 2001 bis 2003 studierte sie Internationale Beziehungen und Europastudien an der Central European University in Budapest.

2007 promovierte sie am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz zum PhD. Ihre Dissertation behandelte die russisch-orthodoxe intellektuelle Tradition und deren Auseinandersetzung mit der politischen Moderne. Von 2009 bis 2012 war sie Marie Sklodowska-Curie Post-Doc Fellow an der Universität Tor Vergata in Rom. Anschließend arbeitete sie von 2012 bis 2015 als APART-Stipendiatin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften an der Universität Wien.

Seit 2015 forscht und lehrt sie an der Universität Innsbruck. 2019 wurde sie dort Universitätsprofessorin und Direktorin des Instituts für Soziologie. Gastdozenturen führten sie an das Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien, das Robert Schuman Center for Advanced Studies am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz und die Universität Uppsala. Seit 2016 gehört sie der Jungen Akademie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften an. Seit 2023 ist sie außerdem Professorin an der Freien Internationalen Universität für Soziale Studien (LUISS) in Rom.

Forschungsprojekt und Auszeichnungen

Von 2016 bis 2022 leitete Stoeckl das Forschungsprojekt „Postsecular Conflicts“. Das Vorhaben wurde durch einen ERC Starting Grant des EU-Forschungsrahmenprogramms Horizont 2020 finanziert. Es untersuchte die Verbindungen zwischen der Russischen Orthodoxen Kirche und rechts- sowie moralkonservativen Kreisen im Westen.

Stoeckl erhielt 2015 den Start-Preis und 2016 einen Horizon 2020 ERC Starting Grant. 2019 wurde ihr der Kardinal-Innitzer-Förderungspreis für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften verliehen. 2026 wurde sie korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Wichtige Veröffentlichungen

Stoeckls Veröffentlichungen behandeln vor allem die Russische Orthodoxie, Menschenrechte, Säkularismus und religiös-politische Konflikte. Zu ihren Monografien gehören „Community after totalitarianism: the Russian Orthodox intellectual tradition and the philosophical discourse of political modernity“ (2008), „The Russian Orthodox Church and Human Rights“ (2014) und „Russian Orthodoxy and Secularism“ (2020).

Gemeinsam mit Jürgen Nautz und Roman Siebenrock gab sie 2013 „Öffentliche Religionen in Österreich: Politikverständnis und zivilgesellschaftliches Engagement“ heraus. Mit Dmitry Uzlaner veröffentlichte sie als Herausgeberin 2020 „Postsecular Conflicts: Debating tradition in Russia and the United States“. Ebenfalls mit Uzlaner verfasste sie „Moralist International. Russia in the Global Culture Wars“, das 2022 erschien.

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