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Korrasion
Korrasion (zu lateinisch corradere „zerkratzen“, „abschleifen“) bezeichnet in erster Linie die Abtragung von Gestein durch Windschliff, aber auch …
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Begriff und Grundprinzip
Korrasion bezeichnet vor allem die Abtragung von Gestein durch Windschliff. Der Begriff wird außerdem für vergleichbare mechanische Prozesse in Fließgewässern sowie in Maschinen und technischen Anlagen verwendet. Gemeinsames Merkmal ist die mechanische Zerkleinerung oder Abtragung von Material durch bewegte Feststoffe.
Bei der Korrasion wird eine Oberfläche durch mitgeführte Teilchen bearbeitet. Je nach Umgebung können Staub, Sandkörner, Feinkies oder Geröll beteiligt sein. Die Wirkung kann natürlich entstehen oder technisch gezielt eingesetzt werden.
Korrasion durch Wind
Korrasion durch Wind, auch Windabrasion genannt, ist die Abtragung von Gestein durch vom Wind bewegtes Material. Staub, Sandkörner und Feinkies wirken dabei ähnlich wie ein Sandstrahlgebläse. Auf der Gesteinsoberfläche entsteht ein Schliff, der als Windschliff bezeichnet wird.
Ausprägung und Stärke hängen von mehreren Bedingungen ab: von Windgeschwindigkeit und Windrichtung, von der Beständigkeit der Windrichtung, von der Bodenbedeckung, vom Niederschlag und davon, ob der Wind Partikel aufnehmen kann. Das Aufnehmen und Weitertransportieren von Partikeln wird als Deflation bezeichnet. Wenig Bodenbewuchs und viele Sedimente beziehungsweise Lockergesteine mit kleiner bis mittlerer Korngröße begünstigen die Korrasion. Dazu gehören Grobschluff, Sand und Feinkies. Solche Voraussetzungen treten auf der Erde vor allem in Wüsten auf.
Die entstehenden Felsformen können je nach den Bedingungen unterschiedlich aussehen. Unterschieden werden Pilzfelsen, Yardangs, Windkanter, Rillen und Windstiche. Außerdem können Geröllwüsten entstehen: Der Wind schleift scharfkantige Gesteinsbruchstücke auf zuvor damit bedeckten Flächen ab.
Windabrasion wird auch als äolische Verwitterung oder Windverwitterung bezeichnet. Im eigentlichen Wortsinn handelt es sich jedoch nicht um Verwitterung. Verwitterung umfasst eine mehr oder weniger tiefgründige Veränderung der Struktur und/oder des Mineralbestandes eines Gesteinskörpers. Korrasion ist dagegen eine einfache natürliche mechanische Bearbeitung der Gesteinsoberfläche. Wind kann allerdings die Ausbildung bestimmter Verwitterungsformen unterstützen, beispielsweise bei der Entstehung von Tafone.
Korrasion durch Wasser und in der Technik
In Fließgewässern bezeichnet Korrasion die Zerkleinerung von mitgeführtem Geröll. Damit verbunden ist die Abtragung von den Wänden in Höhlensystemen.
In der Technik bedeutet Korrasion die mechanische Zerstörung oder Zermürbung von Maschinenteilen durch Feststoffe. Besonders problematisch ist dieser Vorgang bei Pelton- und Francis-Turbinen in Hochdruck-Pumpspeicherkraftwerken. Trotz moderner Absetzanlagen, die den Druckleitungen vorgeschaltet sind, ist eine endgültige Lösung des Problems noch nicht erreicht.
Korrasion kann in technischen Verfahren auch absichtlich und mit gewünschtem Ergebnis eingesetzt werden. Ein Beispiel ist das Sandstrahlen, bei dem Material gezielt durch die mechanische Wirkung fester Partikel abgetragen wird.