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Verwitterung & Erosion: Exogene Kräfte der Erde 🌍💧 | Wasser, Wind, Denudation & Permafrost erklärt

simplyscience2go7:42 643 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 54 Zeilen
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  1. Hallo und herzlich willkommen. Heute geht's um ein Thema, das im Geoabi eigentlich immer dran kommt, die exogenen Kräfte. Wir schauen uns heute
  2. mal ganz genau an, wie diese unermüdlichen Bildhauer von außen, also Sonne, Wind, Wasser und Eis, die Oberfläche von unserem Planeten formen,
  3. abtragen und eigentlich ständig neu gestalten. Okay, starten wir doch direkt mal mit dieser großen Frage, denn alles, was ihr
  4. um euch herum seht, jedes Tal, jeder Berg, jede Küste, ist im Grunde das Ergebnis eines ständigen Zusammenspiels von verschiedenen Kräften. Und wir
  5. konzentrieren uns heute voll und ganz auf die, die von außen kommen und an der Oberfläche arbeiten. Der Begriff exogene Kräfte klingt vielleicht erstmal ein
  6. bisschen sperrig, aber das Konzept dahinter ist super logisch. Stellt sie euch einfach als die Künstler vor, die an der Erdoberfläche meißeln, während
  7. andere Kräfte, wie wir gleich sehen werden, sozusagen den Marmorblock erstmal bereitstellen. Also hier ist die offizielle Definition,
  8. die ihr für die Prüfung parat haben solltet. Exogene Kräfte wirken von außen auf die Erdoberfläche ein. Das griechische Wort Exo heißt ja auch
  9. außen. Und jetzt kommt der entscheidende Punkt. Merkt euch den gut. Der Motor für fast all diese Prozesse ist die Energie der Sonne. Sie treibt den
  10. Wasserkreislauf an, sie erzeugt Winde und sie ermöglicht überhaupt erst Leben, das ja auch Gestein zersetzen kann. Um das Ganze richtig einzuordnen, ist
  11. dieser Vergleich hier goldwert. Denkt an die Endogenenkräfte, also die aus dem Erdinneren, Plattentektonik, Vulkanismus und so weiter. Das sind die Baumeister,
  12. die bauen auf, die heben Gebirge empor. Und die exogenenkräfte, das sind die Bildschauer. Die kommen danach und tragen genau diese Gebirge Stück für
  13. Stück wieder ab und machen die Landschaft flacher. Es ist ein ewiger Kreislauf von Aufbau und Abbau. So, bevor aber irgendwas abgetragen und
  14. weggeschafft werden kann, muss das harte Gestein ja erstmal klein gemacht werden, also mürbe. Und genau dieser allererste Schritt, das ist die Verwitterung. Ganz
  15. wichtig für die Definition und für eine saubere Abgrenzung in der Klausur, Verwitterung passiert an Ort und Stelle. Das Material bewegt sich also noch nicht
  16. weg. Es zerfällt einfach da, wo es ist. Und wir schauen uns jetzt mal die beiden Hauptwege an, wie das passiert. Was an dieser Folie so super ist, ist der
  17. direkte Vergleich. Schaut mal, links seht ihr die mechanische Verwitterung. Das ist pure physikalische Gewalt, die das Gestein sprengt, aber seine
  18. chemische Zusammensetzung überhaupt nicht verändert. Rechts hingegen, da haben wir die chemische Verwitterung. Hier wird die Zusammensetzung des
  19. Gesteins selbst angegriffen und verändert. Das klassische Beispiel ist die Kohlensäureverwitterung. Regenwasser nimmt Kohlendioxid aus der
  20. Luft auf, wird dadurch zu einer ganz schwachen Säure und kann dann Kalkstein regelrecht auflösen. Über Jahrtaudende entstehen so ganze Höhlensysteme.
  21. Schauen wir uns die mechanischen Prozesse mal genauer an. Also die Frostsprengung ist der absolute Klassiker in unseren breitengaden.
  22. Wasser sickert in kleine Felsspalten, gefriert im Winter, dehnt sich dabei um etwa 9 % aus und diese Ausdehnung entwickelt eine so enorme Kraft, dass
  23. sie den Fels förmlich sprengt. Ganz ähnlich funktioniert das mit Wurzeln, die in Risse wachsen und sie langsam aber sicher aufweiten. Oder auch die
  24. Salzsprengung bei der Salzkristalle in trockenen Gebieten auskristallisieren und das Gestein von innen heraus zermürben. So und jetzt bitte einmal
  25. volle Konzentration. Das hier ist ein Punkt, bei dem in Prüfungen unglaublich oft Fehler gemacht werden. Merkt euch das gut. Verwitterung ist nur das Zetzen
  26. an Ort und Stelle. Sobald das kaputte Material dann auch abtransportiert wird, sprechen wir von Erosion. Das ist die alles entscheidende Unterscheidung. Und
  27. damit sind wir auch schon beim nächsten großen Kapitel. Das Gestein ist jetzt also zerkleinert. Es liegt als Schutt oder Sand in der Gegend rum. Jetzt muss
  28. es nur noch jemand abholen und genau das ist der Job der Erosion. Die Definition ist also ganz klar. Erosion ist die Kombination aus zwei Dingen: Abtragung
  29. und Transport. Und dafür braucht es immer ein Transportmedium, sozusagen ein geologisches Taxi. Und diese Taxis, das sind die vier großen Player, die unsere
  30. Landschaften formen. Fließendes Wasser, das Taylor gräbt, das nennt man fluviale Erosion. Der Wind, der Felsen abschleift und Sand transportiert, das ist die
  31. eolische Erosion. Dann die Gletscher, riesige Eismassen, die als glaze U-Tä aus dem Felschaben und Moränenenlandschaften hinterlassen, wie
  32. wir sie z.B. in Norddeutschland finden. Und nicht zu vergessen, die Schwerkraft ganz allein, auch Denation genannt. Die ist verantwortlich für Bergstürze,
  33. Steinschlag oder Lawinen. Und dieses Bild hier zeigt das einfach perfekt. Dieser Pilzfelsen ist ein absolutes Lehrbuchbeispiel für eolische Erosion.
  34. Der Wind, der mit feinen Sandkörnern beladen ist, wirkt wie ein Sandstrahlgebläse. Und weil er die schwereren Sandkörner
  35. meistens nur knapp über dem Boden transportieren kann, wird der untere, oft weichere Teil des Felsens viel stärker abgeschliffen als der
  36. widerstandsfähigere Hut oben drauf. Das ist ein super Beispiel für selektive Erosionen. Lass uns jetzt noch mal zwei dieser Kräfte, Wind und Wasser, genauer
  37. unter die Lupe nehmen. Die sind nämlich für ganz viele Landschaftsformen verantwortlich, die ihr im Abitur wahrscheinlich erkennen und erklären
  38. müsst. Hier sehen wir super die zwei Gesichter der Windererosionen. Links, da hat der Wind einfach alles Feine, also Sand und Staub, weggeblasen. Was übrig
  39. bleibt, ist eine Stein oder Felswüste. Das nennt man Deflation. Und rechts sehen wir, wo all dieses Material wieder abgelagert wurde und sich zu riesigen
  40. Sanddüen auftürmt. Das nennt man Akkumulation. Das sind also die zwei Seiten derselben Medaille. Wo an einer Stelle Material
  41. weggetragen wird, muss es an einer anderen Stelle ja wieder ankommen. Und ganz wichtig, diese Dühnen sind nicht statisch, die wandern. Schaut euch die
  42. Grafik genau an, das ist typischer Prüfungsstoff. Der Wind schiebt die Sandkörner die flache windzugewandte Lufseite hoch. Oben am Dühnenkam kippen
  43. sie dann rüber und fallen auf der windabgewandten steileren Lehseite wieder runter. Und so bewegt sich die komplette Dühne langsam, aber sicher mit
  44. dem Wind. Aber so mächtig der Wind auch sein mag, die gewaltigste formende Kraft auf unserem Planeten ist und bleibt das Wasser. Vom kleinsten Bach bis zum
  45. riesigen Strom. Wasser gestaltet unaufhörlich unsere Welt. Dieses Schema ist ein absoluteres Muss für eure Prüfung. Ein Meander, also eine
  46. Flusschlinge in der Außenkurve, das ist der sogenannte Prallhang, da ist die Fließgeschwindigkeit am höchsten. Das Wasser prallt dafürmlich gegen das Ufer.
  47. Hier wird Material weggespült, also erodiert. Und in der Innenkurve, dem Gleithang, ist die Strömung ganz langsam. Da hat das Wasser keine Kraft
  48. mehr und lagert das mitgeschleppte Material wieder ab. Und so verlagert der Fluss ständig sein eigenes Bett. Der entscheidende Punkt ist also exogene
  49. Kräfte arbeiten auf allen Ebenen. Das fängt beim winzigen Riss im Stein an, der durch Frost aufgesprengt wird und es endet bei der Formung von gigantischen
  50. Landschaften wie dem Grand Canyon, der ja allein durch die Kraft des Wassers über Millionen von Jahren geschaffen wurde. Und damit möchte ich euch noch
  51. eine abschließende Frage mit auf den Weg geben. All diese Prozesse, die wir gerade besprochen haben, sind ja ein fein abgestimmtes System. Aber was
  52. passiert, wenn der Klimawandel die Regeln ändert, wenn der Permafrost in den Gebirgen auftaut und ganze Hänge instabil werden? Wenn Dürren die
  53. Winderosion massiv verstärken? Die exogenen Kräfte bleiben die gleichen, aber ihre Intensität und ihre Wirkung, die verändern sich gerade dramatisch.
  54. Ein hochaktuelles Thema auch für euer Abitur. Viel Erfolg bei der Vorbereitung.

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