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Verwitterung & Erosion: Exogene Kräfte der Erde 🌍💧 | Wasser, Wind, Denudation & Permafrost erklärt
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 54 Zeilen
- Hallo und herzlich willkommen. Heute geht's um ein Thema, das im Geoabi eigentlich immer dran kommt, die exogenen Kräfte. Wir schauen uns heute
- mal ganz genau an, wie diese unermüdlichen Bildhauer von außen, also Sonne, Wind, Wasser und Eis, die Oberfläche von unserem Planeten formen,
- abtragen und eigentlich ständig neu gestalten. Okay, starten wir doch direkt mal mit dieser großen Frage, denn alles, was ihr
- um euch herum seht, jedes Tal, jeder Berg, jede Küste, ist im Grunde das Ergebnis eines ständigen Zusammenspiels von verschiedenen Kräften. Und wir
- konzentrieren uns heute voll und ganz auf die, die von außen kommen und an der Oberfläche arbeiten. Der Begriff exogene Kräfte klingt vielleicht erstmal ein
- bisschen sperrig, aber das Konzept dahinter ist super logisch. Stellt sie euch einfach als die Künstler vor, die an der Erdoberfläche meißeln, während
- andere Kräfte, wie wir gleich sehen werden, sozusagen den Marmorblock erstmal bereitstellen. Also hier ist die offizielle Definition,
- die ihr für die Prüfung parat haben solltet. Exogene Kräfte wirken von außen auf die Erdoberfläche ein. Das griechische Wort Exo heißt ja auch
- außen. Und jetzt kommt der entscheidende Punkt. Merkt euch den gut. Der Motor für fast all diese Prozesse ist die Energie der Sonne. Sie treibt den
- Wasserkreislauf an, sie erzeugt Winde und sie ermöglicht überhaupt erst Leben, das ja auch Gestein zersetzen kann. Um das Ganze richtig einzuordnen, ist
- dieser Vergleich hier goldwert. Denkt an die Endogenenkräfte, also die aus dem Erdinneren, Plattentektonik, Vulkanismus und so weiter. Das sind die Baumeister,
- die bauen auf, die heben Gebirge empor. Und die exogenenkräfte, das sind die Bildschauer. Die kommen danach und tragen genau diese Gebirge Stück für
- Stück wieder ab und machen die Landschaft flacher. Es ist ein ewiger Kreislauf von Aufbau und Abbau. So, bevor aber irgendwas abgetragen und
- weggeschafft werden kann, muss das harte Gestein ja erstmal klein gemacht werden, also mürbe. Und genau dieser allererste Schritt, das ist die Verwitterung. Ganz
- wichtig für die Definition und für eine saubere Abgrenzung in der Klausur, Verwitterung passiert an Ort und Stelle. Das Material bewegt sich also noch nicht
- weg. Es zerfällt einfach da, wo es ist. Und wir schauen uns jetzt mal die beiden Hauptwege an, wie das passiert. Was an dieser Folie so super ist, ist der
- direkte Vergleich. Schaut mal, links seht ihr die mechanische Verwitterung. Das ist pure physikalische Gewalt, die das Gestein sprengt, aber seine
- chemische Zusammensetzung überhaupt nicht verändert. Rechts hingegen, da haben wir die chemische Verwitterung. Hier wird die Zusammensetzung des
- Gesteins selbst angegriffen und verändert. Das klassische Beispiel ist die Kohlensäureverwitterung. Regenwasser nimmt Kohlendioxid aus der
- Luft auf, wird dadurch zu einer ganz schwachen Säure und kann dann Kalkstein regelrecht auflösen. Über Jahrtaudende entstehen so ganze Höhlensysteme.
- Schauen wir uns die mechanischen Prozesse mal genauer an. Also die Frostsprengung ist der absolute Klassiker in unseren breitengaden.
- Wasser sickert in kleine Felsspalten, gefriert im Winter, dehnt sich dabei um etwa 9 % aus und diese Ausdehnung entwickelt eine so enorme Kraft, dass
- sie den Fels förmlich sprengt. Ganz ähnlich funktioniert das mit Wurzeln, die in Risse wachsen und sie langsam aber sicher aufweiten. Oder auch die
- Salzsprengung bei der Salzkristalle in trockenen Gebieten auskristallisieren und das Gestein von innen heraus zermürben. So und jetzt bitte einmal
- volle Konzentration. Das hier ist ein Punkt, bei dem in Prüfungen unglaublich oft Fehler gemacht werden. Merkt euch das gut. Verwitterung ist nur das Zetzen
- an Ort und Stelle. Sobald das kaputte Material dann auch abtransportiert wird, sprechen wir von Erosion. Das ist die alles entscheidende Unterscheidung. Und
- damit sind wir auch schon beim nächsten großen Kapitel. Das Gestein ist jetzt also zerkleinert. Es liegt als Schutt oder Sand in der Gegend rum. Jetzt muss
- es nur noch jemand abholen und genau das ist der Job der Erosion. Die Definition ist also ganz klar. Erosion ist die Kombination aus zwei Dingen: Abtragung
- und Transport. Und dafür braucht es immer ein Transportmedium, sozusagen ein geologisches Taxi. Und diese Taxis, das sind die vier großen Player, die unsere
- Landschaften formen. Fließendes Wasser, das Taylor gräbt, das nennt man fluviale Erosion. Der Wind, der Felsen abschleift und Sand transportiert, das ist die
- eolische Erosion. Dann die Gletscher, riesige Eismassen, die als glaze U-Tä aus dem Felschaben und Moränenenlandschaften hinterlassen, wie
- wir sie z.B. in Norddeutschland finden. Und nicht zu vergessen, die Schwerkraft ganz allein, auch Denation genannt. Die ist verantwortlich für Bergstürze,
- Steinschlag oder Lawinen. Und dieses Bild hier zeigt das einfach perfekt. Dieser Pilzfelsen ist ein absolutes Lehrbuchbeispiel für eolische Erosion.
- Der Wind, der mit feinen Sandkörnern beladen ist, wirkt wie ein Sandstrahlgebläse. Und weil er die schwereren Sandkörner
- meistens nur knapp über dem Boden transportieren kann, wird der untere, oft weichere Teil des Felsens viel stärker abgeschliffen als der
- widerstandsfähigere Hut oben drauf. Das ist ein super Beispiel für selektive Erosionen. Lass uns jetzt noch mal zwei dieser Kräfte, Wind und Wasser, genauer
- unter die Lupe nehmen. Die sind nämlich für ganz viele Landschaftsformen verantwortlich, die ihr im Abitur wahrscheinlich erkennen und erklären
- müsst. Hier sehen wir super die zwei Gesichter der Windererosionen. Links, da hat der Wind einfach alles Feine, also Sand und Staub, weggeblasen. Was übrig
- bleibt, ist eine Stein oder Felswüste. Das nennt man Deflation. Und rechts sehen wir, wo all dieses Material wieder abgelagert wurde und sich zu riesigen
- Sanddüen auftürmt. Das nennt man Akkumulation. Das sind also die zwei Seiten derselben Medaille. Wo an einer Stelle Material
- weggetragen wird, muss es an einer anderen Stelle ja wieder ankommen. Und ganz wichtig, diese Dühnen sind nicht statisch, die wandern. Schaut euch die
- Grafik genau an, das ist typischer Prüfungsstoff. Der Wind schiebt die Sandkörner die flache windzugewandte Lufseite hoch. Oben am Dühnenkam kippen
- sie dann rüber und fallen auf der windabgewandten steileren Lehseite wieder runter. Und so bewegt sich die komplette Dühne langsam, aber sicher mit
- dem Wind. Aber so mächtig der Wind auch sein mag, die gewaltigste formende Kraft auf unserem Planeten ist und bleibt das Wasser. Vom kleinsten Bach bis zum
- riesigen Strom. Wasser gestaltet unaufhörlich unsere Welt. Dieses Schema ist ein absoluteres Muss für eure Prüfung. Ein Meander, also eine
- Flusschlinge in der Außenkurve, das ist der sogenannte Prallhang, da ist die Fließgeschwindigkeit am höchsten. Das Wasser prallt dafürmlich gegen das Ufer.
- Hier wird Material weggespült, also erodiert. Und in der Innenkurve, dem Gleithang, ist die Strömung ganz langsam. Da hat das Wasser keine Kraft
- mehr und lagert das mitgeschleppte Material wieder ab. Und so verlagert der Fluss ständig sein eigenes Bett. Der entscheidende Punkt ist also exogene
- Kräfte arbeiten auf allen Ebenen. Das fängt beim winzigen Riss im Stein an, der durch Frost aufgesprengt wird und es endet bei der Formung von gigantischen
- Landschaften wie dem Grand Canyon, der ja allein durch die Kraft des Wassers über Millionen von Jahren geschaffen wurde. Und damit möchte ich euch noch
- eine abschließende Frage mit auf den Weg geben. All diese Prozesse, die wir gerade besprochen haben, sind ja ein fein abgestimmtes System. Aber was
- passiert, wenn der Klimawandel die Regeln ändert, wenn der Permafrost in den Gebirgen auftaut und ganze Hänge instabil werden? Wenn Dürren die
- Winderosion massiv verstärken? Die exogenen Kräfte bleiben die gleichen, aber ihre Intensität und ihre Wirkung, die verändern sich gerade dramatisch.
- Ein hochaktuelles Thema auch für euer Abitur. Viel Erfolg bei der Vorbereitung.