Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Koordinative Bindung
Eine solche Bindung besteht, wenn in einer Elektronenpaarbindung die Bindungselektronen von nur einem der beiden Bindungspartner stammen. ... ↑ Erwin Riedel: …
Inhalt2 Abschnitte
Grundidee und Bedeutung
Eine koordinative Bindung, auch Donator-Akzeptor-Bindung oder veraltet dative Bindung genannt, ist eine Bindungsart der Komplexchemie. Sie liegt vor, wenn bei einer Elektronenpaarbindung beide Bindungselektronen von nur einem der beiden Bindungspartner stammen.
Der Bindungspartner mit Elektronenmangel heißt Akzeptor und entspricht einer Lewis-Säure. Der Bindungspartner mit einem freien Elektronenpaar heißt Donator und entspricht einer Lewis-Base. Obwohl die Elektronen ursprünglich vom Donator stammen, wird die koordinative Bindung heute wie jede andere kovalente Bindung als Linie dargestellt. Ältere Darstellungen mit einem Pfeil in Richtung des Akzeptors gelten als veraltet.
Typisches Beispiel
Ein typisches Beispiel ist die Bindung zwischen Ammoniak (NH_{3}) und Bortrifluorid (BF_{3}), dargestellt als H_{3}N-BF_{3}. Ammoniak besitzt am Stickstoff ein freies Elektronenpaar und stellt dieses für die koordinative Bindung zur Verfügung. Bortrifluorid hat am Bor einen Elektronenmangel und wirkt daher als Akzeptor.
Formal gibt der Stickstoff dabei ein Elektron an das Bor ab. Dadurch erhält der Donator, hier Stickstoff, eine formale positive Ladung, während der Akzeptor, hier Bor, eine formale negative Ladung erhält. Diese formalen Ladungen beschreiben aber nicht die tatsächliche Ladungsverteilung: Weil Stickstoff mit 3,07 eine deutlich höhere Elektronegativität besitzt als Bor mit 2,01, halten sich die Elektronen eher beim Stickstoff auf.