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Klimafolgekosten

Klimafolgekosten sind durch die Emission von Treibhausgasen verursachte Extremwetter- und volkswirtschaftliche Klimaschadenskosten.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Ursachen
  2. 2. Globale und menschliche Kosten
  3. 3. Kosten in Deutschland
  4. 4. Folgerungen für Klimaschutz und Energie

Bedeutung und Ursachen

Klimafolgekosten sind Kosten von Extremwetterereignissen und volkswirtschaftlichen Klimaschäden, die durch Treibhausgasemissionen verursacht werden. Sie gelten als externe Umweltkosten: Sie entstehen vor allem durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, sind aber nicht unmittelbar in deren Gestehungskosten enthalten.

Zu den möglichen Schäden zählen Ernteausfälle in der Landwirtschaft, Schäden an Gebäuden und Infrastruktur sowie teilweise die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021. Die globale Erwärmung erhöht die Wahrscheinlichkeit von Starkregen, Hitzewellen und Wirbelstürmen. Weitere Folgen mit Kosten sind zunehmende Wüstenbildung und Landverluste durch den Meeresspiegelanstieg.

Globale und menschliche Kosten

Eine Studie der Universität Oxford von 2022 kommt zu dem Ergebnis, dass eine Energiewende mit erneuerbaren Energien weltweit bis 2050 einen Betrag in Billionenhöhe einsparen könnte. Moody’s Analytics schätzt die globalen Kosten solcher Wetterextreme bei einer Erwärmung um 2 Grad Celsius auf 69 Billionen US-Dollar.

Werden Kipppunkte des Klimawandels erreicht, könnten sich die Folgekosten drastisch verschlechtern. Als Kipppunkte werden Veränderungen bezeichnet, nach denen sich das Klimasystem stark und möglicherweise dauerhaft verändert. Der als zunehmend wahrscheinlicher erachtete Kollaps des atlantischen Umwälzstroms dürfte Schäden in Billionenhöhe verursachen. Das britische Institute and Faculty of Actuaries geht derzeit von einem Verlust von 50 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung bis 2070 oder 2090 aus.

Unter den gegenwärtigen Prognosen des Weltklimarats könnte etwa ein Drittel der Menschheit wegen gestiegener Durchschnittstemperaturen an den bisherigen Wohnorten zur Migration gezwungen werden. Dies hängt mit einer Verkleinerung der Klima-Nische zusammen, also der Gebiete mit für Menschen geeigneten Klimabedingungen. Solche Folgen werden als menschliche Kosten (human cost) bezeichnet. Bei Todesfällen pro emittierter Tonne CO₂ lautet der Begriff „Mortality Cost of Carbon“ (MCC).

Kosten in Deutschland

Deloitte schätzte 2021 die Kosten regionaler Klimafolgen für deutsche Unternehmen bis 2070 auf 730 Milliarden Euro. Eine 2023 von IÖW, Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) und Prognos für das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) durchgeführte Studie nennt bis 2050 einen möglichen volkswirtschaftlichen Gesamtschaden zwischen 280 und 900 Milliarden Euro.

In dieser Studie wurden indirekte Effekte nicht quantifiziert und deshalb nicht einbezogen. Dazu gehören Lieferkettenunterbrechungen durch Schäden und Todesfälle, Beeinträchtigungen von Ökosystemen und Versorgungswegen wie Wasserstraßen sowie politische Instabilität und Konflikte. Von der Jahrtausendwende bis 2021 entstanden in Deutschland bereits Schäden von 145 Milliarden Euro.

Folgerungen für Klimaschutz und Energie

Die zentrale Folgerung ist, frühzeitig in Klimaschutzmaßnahmen zu investieren, statt später höhere Folgekosten tragen zu müssen. Eine CO₂-Steuer ist ein Ansatz, um diese Folgekosten zumindest teilweise in die Gestehungskosten einzubeziehen.

Erneuerbare Energiequellen sind bei den reinen Gestehungskosten häufig bereits günstiger als Energie aus fossilen Brennstoffen. Bezogen allein auf die Energieerzeugungskosten kann sich dies teilweise innerhalb weniger Jahre rechnen. Entscheidungen zum Klimaschutz beruhen damit auf Kosten-Nutzen-Abwägungen, sowohl volkswirtschaftlich als auch betriebswirtschaftlich. Unter den verfügbaren Technologien besitzen Windenergie und Photovoltaik weltweit das größte ungenutzte Potenzial zur regenerativen Energieerzeugung.

Eine nachträgliche CO₂-Abscheidung aus der Luft wäre wegen des Energie- und Materialaufwands für die Anlagen sehr aufwendig. Selbst mit neuester Technik erscheint sie hinsichtlich der Umsetzung nahezu illusorisch, weil gewaltige Gasmassen verarbeitet werden müssten.

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