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Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung

Sie organisieren den Versand, den Umschlag sowie die Lagerung von Gütern und verkaufen Verkehrs- sowie logistische Dienstleistungen, egal mit welchem …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Beruf und Bedeutung
  2. 2. Zentrale Aufgaben
  3. 3. Kaufmännische und kommunikative Arbeit
  4. 4. Ausbildung in Deutschland
  5. 5. Ausbildung in Österreich

Beruf und Bedeutung

Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung ist ein vom deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie anerkannter Ausbildungsberuf. Die Berufsbezeichnung ersetzte am 1. August 2004 die frühere Bezeichnung Speditionskaufmann/-frau, weil sich die Logistikbranche weiterentwickelt hatte. In Österreich ist der Bereich anders geregelt: Dort gibt es zwei getrennte Lehrberufe mit den offiziellen Bezeichnungen Speditionskaufmann/Speditionskauffrau und Speditionslogistiker.

Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung organisieren den Versand, den Umschlag und die Lagerung von Gütern. Sie verkaufen außerdem Verkehrs- und logistische Dienstleistungen. Dabei können verschiedene Verkehrsmittel beteiligt sein: Lastkraftwagen, Flugzeug, Schiff, Bahn oder kombinierter Verkehr, also eine Verbindung mehrerer Transportarten.

Beschäftigt werden sie vor allem bei Speditionen sowie in Unternehmen für Umschlag und Lagerwirtschaft. Weitere Arbeitsorte sind Unternehmen der Güterbeförderung im Straßen- oder Eisenbahnverkehr, in der Binnen- oder Seeschifffahrt, bei Frachtfluggesellschaften, auch Cargo-Carrier genannt, sowie bei Paket- und Kurierdiensten.

Zentrale Aufgaben

Zu den Hauptaufgaben gehören Beratung und Organisation der Transport-, Umschlags- und Lagerprozesse. Dieser Zusammenhang wird als TUL-Prozess bezeichnet. Dabei müssen wirtschaftliche, terminliche und organisatorische Aspekte beachtet werden. Im neueren Berufsbild spielen außerdem Geschäftsprozessorientierung, Gefahrgut und Logistik eine wichtige Rolle.

Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung planen und organisieren den Güterversand, den Umschlag, die Lagerung und weitere logistische Leistungen. Dabei berücksichtigen sie Rechtsvorschriften und Umweltbelange. Sie steuern und überwachen das Zusammenspiel der Personen und Einrichtungen, die an Logistikketten beteiligt sind. Eine Logistikkette ist die Abfolge von Stationen, über die Waren vom Absender zum Empfänger gelangen.

Sie fassen Sendungen nach Möglichkeit zu größeren Ladeeinheiten zusammen, besorgen Versicherungsschutz, beachten Zoll- und außenwirtschaftliche Bestimmungen und sorgen dafür, dass Versandbestimmungen und Frachtpapiere eingehalten werden. Dazu gehören auch internationale Akkreditiv-Vorschriften, also Regeln für bestimmte Zahlungs- und Dokumentenverfahren im internationalen Handel.

Kaufmännische und kommunikative Arbeit

Der Beruf ist nicht nur organisatorisch, sondern auch kaufmännisch geprägt. Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung ermitteln Kundenwünsche, beraten und betreuen Kunden, vergleichen Leistungsangebote auf dem Transport- und Logistikmarkt und kalkulieren Preise. Sie erstellen Angebote, bereiten Verträge vor und bearbeiten Reklamationen sowie Schadenmeldungen. Außerdem veranlassen sie Schadenregulierungen.

Zur Arbeit gehören auch Zahlungsvorgänge und das Mahnwesen. Die Beschäftigten wirken bei der Ermittlung von Kosten und Erträgen sowie bei der kaufmännischen Steuerung mit. Sie beobachten den Markt, helfen bei der Weiterentwicklung des Leistungsangebots ihres Unternehmens und wirken beim Aufbau von Netzwerken zur Zusammenfassung, Beförderung und Auslieferung von Ladungen mit.

Wichtig sind außerdem Informations- und Kommunikationstechnologien. Kaufleute beschaffen Informationen, stellen sie bereit und kommunizieren mit ausländischen Geschäftspartnern und Kunden auch in englischer Sprache. Sie bearbeiten englischsprachige Dokumente, arbeiten an Logistikkonzepten mit und entwickeln neue Transportrouten.

Ausbildung in Deutschland

In Deutschland dauert die Ausbildung in der Regel drei Jahre. Sie ist eine duale Ausbildung, das heißt, sie findet in Betrieb und Berufsschule statt. Angeboten wird sie in Industrie und Handel. Der Beruf ist nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) anerkannt. Eine bestimmte Schulbildung ist laut Gesetz nicht vorgeschrieben.

Seit dem Inkrafttreten der Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann/zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung wird besonderer Wert auf moderne speditionelle und logistische Dienstleistungen gelegt. Weitere wichtige Ausbildungsbereiche sind Informationstechnik, Sicherheit im Güterverkehr und die englische Sprache.

Ausbildung in Österreich

In Österreich gibt es zwei eng verwandte, aber getrennte Lehr-Ausbildungen: Speditionskaufmann beziehungsweise Speditionskauffrau und Speditionslogistiker. Die Ausbildungsinhalte decken sich weitgehend mit den beschriebenen Aufgaben und Tätigkeiten.

Beim Speditionskaufmann liegt der Schwerpunkt stärker auf verwaltungstechnischen und kaufmännischen Aufgaben, zum Beispiel Kostenrechnung, Angebote und Zollpapiere. Speditionslogistiker werden gezielter für Logistikmanagement, Lagerbewirtschaftung, Kalkulation und Kundenberatung ausgebildet.

Lehrlinge beider Berufe absolvieren in Österreich eine dreijährige duale Ausbildung und legen am Ende die Lehrabschlussprüfung ab. Verwandte Lehrberufe mit ähnlichen Aufgaben können mit verkürzter Lehrzeit absolviert werden. Mit einer anschließenden Befähigungsprüfung können Speditionskaufleute und Speditionslogistiker selbständig im reglementierten Gewerbe der Spediteure und der Transportagenten tätig werden.

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