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Kartenverständnis und Kartennutzung

Jeder Bürger wird in mehreren Schuljahren mit kartografischen Medien konfrontiert und dementsprechend mit der Wesensart und der Nutzung dieser Abbildungsformen …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung der Kartenkompetenz
  2. 2. Karten verstehen und nutzen
  3. 3. Kartografische Darstellung
  4. 4. Räumliche Vorstellungen
  5. 5. Kartentypen und Legenden
  6. 6. Ablauf der Kartennutzung

Bedeutung der Kartenkompetenz

Kartenkompetenz bezeichnet das Wissen und Können, das nötig ist, um kartografische Darstellungen zu verstehen und zu nutzen. Sie soll Menschen dazu befähigen, sich räumlich zu orientieren und geografisches beziehungsweise räumliches Wissen zu erwerben. Landkarten und ähnliche Printmedien gelten dabei als besonders konzentrierte Aufzeichnungen räumlichen Wissens.

Der Artikel geht davon aus, dass die Einstellung zu Karten und ihrer Nutzung wesentlich während der Schulzeit geprägt wird. Diese Aussage ist jedoch als überarbeitungsbedürftig gekennzeichnet: Es fehlen Belege und Angaben dazu, für welches Land oder Schulsystem die beschriebenen Grundsätze gelten. Eine weltweite Gültigkeit ist daher nicht nachgewiesen.

Karten verstehen und nutzen

Die schulische Kartenarbeit besteht aus zwei miteinander verbundenen Tätigkeitsbereichen:

  • Kartenverständnisentwicklung: Die Schüler lernen, wie kartografische Darstellungen aufgebaut sind und funktionieren.
  • Kartennutzung: Die Schüler verwenden Karten zur Orientierung und als Informationsquelle.

Kartenverständnis ist die Voraussetzung für eine sinnvolle Kartennutzung. Umgekehrt vertieft häufiges Arbeiten mit Karten das Kartenverständnis. Die Karte ist deshalb im Unterricht zugleich Erkenntnisgegenstand, über den etwas gelernt wird, und Erkenntnismittel, mit dem Wissen gewonnen wird.

Kartografische Darstellung

Eine Karte bildet die Wirklichkeit nicht so unmittelbar und anschaulich ab wie eine Fotografie. Sie stellt reale Erscheinungen durch festgelegte Zeichen dar, die Signaturen oder Symbole genannt werden. Zum Entschlüsseln dient die Legende, also die Zeichenerklärung der Karte. Sie wird auch als „Kartenalphabet“ bezeichnet.

Wer mithilfe einer Karte Kenntnisse über ein Gebiet gewinnen will, muss daher zunächst das Wesen, die Funktion und die Grundstruktur kartografischer Abbildungen verstehen. Die „Arbeit an der Karte“, also das Lernen über Aufbau und Zeichensystem, führt zur „Arbeit mit der Karte“, also zur Nutzung als Orientierungsmittel und Informationsquelle.

Räumliche Vorstellungen

Die Entwicklung der Raumvorstellung bezieht sich auf zwei Ebenen:

  • die dreidimensionale Vorstellung des Raumes, etwa mithilfe einer Anaglyphenkarte;
  • die proportionale Vorstellung von Flächengrößen.

Proportionale Größenvorstellungen können durch Maßstabsserien von Luftbildern, Plänen und Karten gefördert werden. Dabei werden die jeweiligen Ausschnitte gekennzeichnet. Auf Regional- und Übersichtskarten können außerdem gleichmaßstäbige „Vergleichskärtchen“ vertrauter Gebiete wie eines Bundeslandes oder der Bundesrepublik Deutschland eingesetzt werden.

Der Erdglobus hilft, falsche Vorstellungen über Größenverhältnisse und Lagepositionen der Kontinente zu korrigieren. Als verkleinerte Nachbildung des kugelförmigen Erdkörpers kann nur er Längen-, Flächen- und Winkeltreue der Oberflächenteile, insbesondere der Land- und Meerverteilung, miteinander verbinden.

Kartentypen und Legenden

Neben der allgemein-geografischen Grundkarte gibt es zahlreiche thematische Kartentypen. Dazu gehören Geschichtskarten. Thematische Karten stellen ein bestimmtes Thema oder nur wenige ausgewählte Strukturen beziehungsweise Prozesse in den Vordergrund.

Jeder Kartentyp besitzt einen eigenen Zeichenschlüssel. Deshalb müssen Schüler lernen, die Legende gezielt zu verwenden. Vor der Auswertung sollen sie stets den Titel und die Grundanlage der Legende genau betrachten. Einzelne Symbole oder Signaturen müssen nicht auswendig gelernt werden; wichtig ist vielmehr, das Darstellungsprinzip der jeweiligen Kartentypen zu verstehen.

Ablauf der Kartennutzung

Eine vollständige Kartennutzung umfasst im Allgemeinen vier Schritte:

  • Orientierung am Kartenblatt: Thema, dargestelltes Gebiet und Aufbau der Legende werden bestimmt.
  • Kartenlesen: Die Lage von Objekten sowie die Ausprägung eines Standortes oder einer Region werden erfasst.
  • Kartenauswerten: Zusammenhänge, Kartenvergleiche, Zweck und Ursachen werden untersucht.
  • Ergebnisformulierung: Die gewonnenen Erkenntnisse werden verbal, grafisch oder räumlich-gegenständlich dargestellt.

Vor allem der Sachkunde- und der Geografieunterricht vermitteln den Umgang mit Plänen, Karten und Globen sowie Arbeitsweisen wie Kartenorientierung, Kartenzeichnen und Umrisskartenarbeit. Ähnliche Formen der Kartenarbeit werden auch in Geschichte, Sozialkunde und Gemeinschaftskunde verwendet. Deshalb empfiehlt der Artikel eine Abstimmung zwischen den beteiligten Fachlehrern.

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