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Kaikōura Canyon
Kaikōura Canyon ; Lage: südlich der Kaikoura Peninsula, an der Ostküste der Südinsel von Neuseeland ; Koordinaten: 42° 37' S, 173° 54' O ; Länge: 30 bis 40 km.
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Lage und Gestalt
Der Kaikōura Canyon ist ein unterseeischer Canyon vor der nördlichen Ostküste der neuseeländischen Südinsel. Er liegt knapp 6 km südlich der Kaikōura Peninsula und 0,5 km östlich der Goose Bay, bei 42° 37′ S, 173° 54′ O.
Er verläuft 30 bis 40 km nach Osten, ist bis zu 10 km breit und geht in den Hikurangi Trench über. Andere Quellen nennen für den Canyon eine Fläche von 800 km². Südlich schließt sich im küstennahen Bereich der Conway Trough an. Etwa 4 km vom Kontinentalschelf entfernt fällt der Meeresboden steil auf 1000 m, weiter östlich auf bis zu 1400 m Tiefe ab.
Strömungen und Wassermischung
Die Subtropical Front (SF) ist eine subantarktische Oberflächenströmung. Sie kommt aus dem Gebiet südlich des australischen Kontinents, fließt um den Süden der Südinsel herum und bewegt sich östlich der Insel nach Norden. In Neuseeland heißt sie Southland Current. Über dem Hikurangi Trench dreht sie nach Osten in den offenen Pazifik ab.
Vor Kaikōura trifft sie auf den von Norden kommenden subtropischen East Cape Current. Durch dieses Zusammentreffen sowie die Tiefen von Hikurangi Trench und Kaikōura Canyon entstehen Verwirbelungen. Dem Canyon wird zugeschrieben, den südlichen Strom zu unterbrechen. Südlich der Kaikōura Peninsula entsteht ein komplexes und wechselndes Strömungsgebilde: Warm- und Kaltwasser vermischen sich mit dem Wasser der Flüsse; Jahreszeiten und die Topografie beeinflussen die Strömungen zusätzlich.
Untergrund, Sedimente und Tsunami-Gefahr
Der Kontinentalschelf an der nördlichen Ostküste der Südinsel ist normalerweise 20 bis 100 km breit. Seine oberste, 1 bis 1,5 km dicke Schicht entstand in den vergangenen 24 Millionen Jahren. Darunter liegen etwa 138 Millionen Jahre alte maritime Sedimente und anschließend bis zu 280 Millionen Jahre alte Grauwacke. Der Kaikōura Canyon ist ein tiefer Einschnitt in diesen Schelf.
Kein Fluss trägt Sedimente direkt in den Canyon. Er nimmt jedoch Sand und Ablagerungen auf, die von der nordwärts gerichteten Strömung mitgeführt werden, und leitet sie nach Norden in den tiefer liegenden Hikurangi Trench weiter. Sedimente an steilen Hängen können durch Erdbeben abrutschen. Je nach Ausmaß können solche Rutschungen einen küstennahen Tsunami auslösen, der sehr groß werden und die Küste mit minimaler oder im schlimmsten Fall ohne Vorwarnzeit erreichen kann.
Besonders produktives Tiefsee-Ökosystem
Wissenschaftler des National Institute of Water and Atmospheric Research (NIWA) untersuchten die Tiefsee des Canyons 2006 drei Tage lang. Nach ihren Angaben ist das Ökosystem 10- bis 100-mal produktiver als vergleichbare Habitate.
Am Canyonboden wurden rund 500 Individuen pro Quadratmeter gefunden, zehnmal so viele wie zuvor an anderen Orten nachgewiesen. Die Biomasse war sogar 100-mal so hoch. Der Fischreichtum wurde mit rund 5000 Fischen pro Hektar angegeben, zehnmal so viel wie im Nordpazifik. Außerdem fanden die Forschenden große Schlick- und Schlammablagerungen an den Canyonrändern und erbrachten rund 150 Nachweise früherer Erdrutsche. Diese Ablagerungen könnten bei größeren See- oder küstennahen Erdbeben Tsunamis auslösen.