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Junge Wirtschaft

Die Junge Wirtschaft (JW) ist die größte Interessenvertretung für junge Selbstständige in Österreich und vertritt mehr als 130.000 Jungunternehmerinnen und …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Aufgabe
  2. 2. Interessenvertretung und Services
  3. 3. Netzwerk in Österreich
  4. 4. Internationale Angebote
  5. 5. Kampagnen
  6. 6. Leitung seit 2000

Überblick und Aufgabe

Die Junge Wirtschaft (JW) ist die größte Interessenvertretung für junge Selbstständige in Österreich. Sie vertritt mehr als 130.000 Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer im Alter zwischen 18 und 40 Jahren. Organisatorisch ist die Bundesorganisation in der Wirtschaftskammer Österreich angesiedelt; die JW-Landesorganisationen befinden sich in den neun jeweiligen Landeskammern. Dazu kommen 100 Bezirks- und Projektgruppen. Die JW ist auf Bundes-, Landes- und Bezirksebene tätig und gilt als gesetzliche Interessensvertretung beziehungsweise als Abteilung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Ihr Bundesbüro befindet sich in Wien 4, Wiedner Hauptstraße 63.

Für ihre Mitglieder erfüllt die Junge Wirtschaft drei zentrale Funktionen: Sie ist Interessenvertretung, Servicedienstleister und Netzwerkplattform. Bundesvorsitzende ist seit Ende September 2025 die Vorarlberger Unternehmerin Verena Eugster. Der aktuelle Bundesvorstand wird durch Clemens Schmidgruber, Lisa Rieder, Johannes Hausenberger und Lukas Windisch komplettiert. Bundesgeschäftsführer ist Lukas Sprenger. Der Artikel weist darauf hin, dass einzelne Angaben nicht hinreichend mit Belegen ausgestattet sind.

Interessenvertretung und Services

Als Interessenvertretung setzt sich die Junge Wirtschaft für gute Rahmenbedingungen für junge Selbstständige und Führungskräfte ein. Mit ihrem aktuellen Forderungsprogramm will sie Unternehmertum in Österreich erleichtern, in der Gesellschaft mehr Mut zum Unternehmertum fördern und den Generationenvertrag sichern. Außerdem will die JW erreichen, dass Österreichs Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer von der Politik gehört werden. Sie nennt auch Räume für Innovation, Kreativität und Kooperation als Ziel ihrer Arbeit.

Als Servicedienstleister betreibt die JW ein Jungunternehmerportal. Dieses bietet Neuigkeiten zu Themen, die für Jungunternehmer relevant sind, einen Veranstaltungskalender mit JW-Events in Österreich und Umfragen zu aktuellen wirtschaftspolitischen Themen. Außerdem stellt es Informationen zu Finanzierung und Co-Working Spaces in Österreich bereit.

Netzwerk in Österreich

Die Junge Wirtschaft bietet jungen Selbstständigen und Führungskräften ein Netzwerk für Austausch und Kontakte. Die neun Landesorganisationen sowie 100 Bezirks- und Projektgruppen organisieren jährlich rund 600 Veranstaltungen. Diese Veranstaltungen dienen vor allem dem Erfahrungsaustausch und dem Netzwerken.

Ein wichtiges Format ist der jährlich stattfindende JW Summit. Er ist ein zweitägiger Kongress für Jungunternehmer und Führungskräfte mit bundesweiter und internationaler Beteiligung. Der JW Summit dient als Plattform für Weiterbildung, Erfahrungsaustausch und Networking. Er wird jedes Jahr gemeinsam mit einer anderen Landesorganisation organisiert. Der bisher größte Summit fand 2024 mit rund 1.500 Teilnehmern in der Wiener Hofburg statt.

Internationale Angebote

Auch international bietet die Junge Wirtschaft Möglichkeiten für Erfahrungsaustausch, Weiterbildung und Kontakte zu Unternehmerinnen und Unternehmern weltweit. Sie ist einer von 100 Nationalverbänden des Weltverbands Junior Chamber International (JCI). JCI ist ein internationales Netzwerk von Organisationen für Menschen zwischen 18 und 40 Jahren mit Mitgliedern aus 124 Ländern.

Die JW ist Partner des europaweiten Mobilitätsprogramms Erasmus für Jungunternehmer. Dieses Programm unterstützt Unternehmensgründer und Jungunternehmer dabei, Kompetenzen zu erwerben und ein internationales Netzwerk aufzubauen. Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer können bis zu sechs Monate in einem Klein- oder Mittelunternehmen (KMU) eines Unternehmers in einem anderen EU-Mitgliedstaat arbeiten.

Zusammen mit AWS i2 Business Angels und der Außenwirtschaft Austria organisiert die Junge Wirtschaft die zweimal jährlich in einem anderen Land stattfindenden Pitching Days. Dort können österreichische Start-ups ihre Geschäftsidee vor internationalen Investoren präsentieren. Zusätzlich nehmen sie an einem mehrtägigen Programm mit Mentorinnen und Mentoren teil. Das Programm umfasst auch Besuche bei Akzeleratoren, Start-up-Inkubatoren und Investoren.

Kampagnen

Zu den Kampagnen der Jungen Wirtschaft gehörte 2019 die Roadshow Künstliche Intelligenz. Mit ihr wollte die JW die Chancen und Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) für ihre Mitglieder in ganz Österreich stärker sichtbar machen. In Kooperation mit dem Verein AI Austria wurden in allen Bundesländern konkrete Umsetzungsmöglichkeiten und Ideen vorgestellt, wie KI in den Arbeitsalltag junger Selbstständiger eingebunden werden kann. Außerdem wurden praxisorientierte Anwendungsbeispiele von Unternehmen aus den Regionen gezeigt, deren Geschäftsmodelle auf KI basieren.

2017 machte die JW mit der Mission:Breitband auf Defizite in der flächendeckenden Breitbandversorgung aufmerksam. Laut Artikel hatten damals rund 2/3 der 330.000 heimischen KMU keinen schnellen Internetzugang. Die Kampagne erklärte, warum schnelles Internet für den Wirtschaftsstandort Österreich notwendig sei und warum rasches Handeln wichtig sei. Mehr als tausend private Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Testimonials wie Dorothee Ritz, Florian Gschwandtner, Andreas Bierwirth und der damalige Wirtschaftsminister Harald Mahrer unterstützten die Kampagne. Im November 2017 wurde die Mission:Breitband in das Regierungsprogramm der Bundesregierung Kurz I aufgenommen.

In den Jahren 2015 und 2016 führte die JW eine Kampagne zum Konzept Partner-Staat durch. Gemeint war die Vision eines schlanken Staates, der als „Enabler“ auftritt, also als Ermöglicher. Dem wurde ein „bevormundender und überregulierender Übervater“ gegenübergestellt. Im Mittelpunkt stand die Stärkung der Eigenverantwortung des Einzelnen in der Gesellschaft. Im September 2016 erschien dazu das Buch „Standort Österreich. Mehr Mut zur Spitze“, in dem die Handlungsfelder Bildung, Gründungen und Bürokratie mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft diskutiert wurden.

Leitung seit 2000

Seit 2000 hatte die Junge Wirtschaft mehrere Bundesvorsitzende. Genannt werden bis 2000 Stefan Umdasch, 2001–2003 Manfred Pletzer, 2003–2006 Peter Lehner, 2006–2007 Daniel Brandstetter, 2007–2009 Harry Gatterer, 2010–2013 Markus Roth, 2014–2017 Herbert Rohrmair-Lewis, 2017–2018 Amelie Groß, 2019–2022 Christiane Holzinger, 2023–2025 Bettina Dorfer-Pauschenwein und seit 2025 Verena Eugster.

Auch die Bundesgeschäftsführung wechselte seit 2000 mehrfach. Bis 2002 war Alfons Helmel Bundesgeschäftsführer, 2002–2007 Rainer Ribing, 2007–2016 Elisabeth Zehetner-Piewald, 2017–2018 Roman Vonderhaid, 2019–2022 erneut Elisabeth Zehetner-Piewald und seit 2022 Lukas Sprenger.

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