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Julius Kaftan

Unter dem Einfluss von Albrecht Ritschl bestimmte er den Glauben und in Korrelation dazu das Schriftprinzip als das Prinzip der Theologie. In seinen …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Person und akademische Laufbahn
  2. 2. Kirchliche und theologische Bedeutung
  3. 3. Herkunft
  4. 4. Wichtige Schriften

Person und akademische Laufbahn

Julius Wilhelm Martin Kaftan (* 30. September 1848 in Loit bei Apenrade, Nordschleswig; † 27. August 1926 in Berlin-Steglitz) war ein deutscher evangelischer Theologe. Er promovierte 1872 in Leipzig und habilitierte sich dort 1873. 1874 wurde er außerordentlicher Professor an der Universität Basel, 1881 ordentlicher Professor. 1883 wechselte er als Nachfolger von Isaak August Dorner an die Universität Berlin auf den früheren Lehrstuhl Friedrich Schleiermachers. Dort war er 1906/07 Rektor.

Kirchliche und theologische Bedeutung

In Basel schloss sich Kaftan der theologischen Schule Albrecht Ritschls an. Unter Ritschls Einfluss bestimmte er den Glauben und damit verbunden das Schriftprinzip als Prinzip der Theologie. Das Schriftprinzip bezeichnet die Auffassung, dass die Heilige Schrift eine grundlegende Orientierung für die Theologie ist.

Kaftans Schriften lehnen sich stark an Immanuel Kant und den Neukantianismus an. Neukantianismus ist eine philosophische Richtung, die an Kants Denken anknüpft. Kaftan prägte die These: „Kant der Philosoph des Protestantismus“.

Auch kirchenpolitisch war er tätig: 1890 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Evangelisch-Sozialen Kongresses und war lange Mitglied der Freunde der Christlichen Welt. Von 1904 bis 1925 gehörte er dem Evangelischen Oberkirchenrat der altpreußischen Landeskirche an; seit 1921 war er dessen geistlicher Vizepräsident.

Herkunft

Kaftan war Sohn des Pastors Martin Hinrich Kaftan (1807–1853) und von Wilhelmine Mumsen (1822–1899), einer Pastorentochter. Sein älterer Bruder Theodor Kaftan wurde später Generalsuperintendent für Schleswig; Julius Kaftan beeinflusste dessen Wirken maßgeblich. Der Vater wurde 1850 als deutschgesinnter Pastor der Løjt Kirke im Zusammenhang mit der Schleswig-Holsteinischen Erhebung von der dänischen Regierung entlassen und starb 1853 in Pinneberg.

Wichtige Schriften

Zu Kaftans Schriften gehören „Wesen der christlichen Religion“ (1881), „Wahrheit der christlichen Religion“ (1888), „Das Christentum und die Philosophie“ (1896), „Dogmatik“ (1897), „Die Rechtfertigung durch den Glauben als Grundartikel der protestantischen Kultur“ (1901), „Die Askese im Leben des evangelischen Christen“ (1904) und „Philosophie des Protestantismus“ (1917). Ein vollständiges Werkverzeichnis steht in Walter Göbell (Hrsg.): „Kirche, Recht und Theologie in vier Jahrzehnten. Der Briefwechsel der Brüder Theodor und Julius Kaftan“, München 1967, Bd. II, S. 962–973.

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