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Jerewaner Staatliche W. Brjussow-Universität für Sprachen und Sozialwissenschaften
... Landeskunde, Englisch und Politikwissenschaften. Im Master können Qualifikationen in den Bereichen Russische Sprache und Literatur, Linguistik und …
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Überblick
Die Jerewaner Staatliche W. Brjussow-Universität für Sprachen und Sozialwissenschaften ist eine staatliche Universität in Jerewan, Armenien. Sie ist auf Sprachen, Übersetzen, interkulturelle Kommunikation, Pädagogik, Philologie und Sozialwissenschaften ausgerichtet. Die Universität wurde 1935 gegründet, hat 3.954 Studierende und 389 Mitarbeiter. Rektorin ist Karine Harutjunjan.
Die Universität arbeitet im System des Bologna-Prozesses. Das bedeutet hier, dass sie eine zweistufige Ausbildung mit Bachelor und Master anbietet. Bachelorstudiengänge gibt es seit 2004, Masterstudiengänge seit 2008. Seit 2013 darf die Universität außerdem Fernstudiengänge im Bachelor und im Master anbieten.
Entwicklung der Universität
Die heutige Universität wurde am 1. April 1935 als Institut für eine zweijährige Ausbildung von Russischlehrern gegründet. Danach wurde sie mehrfach umbenannt und umstrukturiert. Im Jahr 2014 erhielt sie den Namen Jerewaner Staatliche W. Brjussow-Universität für Sprachen und Sozialwissenschaften.
Ein wichtiger Entwicklungsschritt war der Übergang zum Bologna-System mit Bachelor- und Masterabschlüssen. Dadurch wurde das Studium in zwei aufeinander aufbauende Stufen gegliedert: zuerst der Bachelor, danach der Master.
Fakultäten und Studienrichtungen
Die Universität hat mehrere Fakultäten mit sprach- und sozialwissenschaftlichen Schwerpunkten. An der Fakultät für Dolmetschen und Interkulturelle Kommunikation sind etwa 1350 Studenten eingeschrieben. Dort wird in acht Sprachen unterrichtet. Im Bachelor liegen die Schwerpunkte auf Interkultureller Kommunikation, Linguistik und Übersetzen. Interkulturelle Kommunikation meint die Verständigung zwischen Menschen aus unterschiedlichen sprachlichen und kulturellen Zusammenhängen. Linguistik ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit Sprache.
An dieser Fakultät können sich Studierende unter anderem in Internationalem Tourismus, Internationalem Journalismus, Landeskunde und verschiedenen Übersetzungsrichtungen spezialisieren, zum Beispiel Armenisch-Englisch, Armenisch-Deutsch, Armenisch-Französisch, Armenisch-Russisch-Englisch, Armenisch-Chinesisch, Armenisch-Italienisch, Armenisch-Spanisch und Armenisch-Koreanisch.
Die Fakultät für Russische Sprache, Literatur und Fremdsprachen bereitet auf Tätigkeiten an Schulen, Universitäten und anderen Institutionen vor. Im Bachelor gibt es Spezialisierungen wie Linguistik und Russische Sprache, Russische Sprache und Literatur, Philologie, Pädagogik, Linguistik und Interkulturelle Kommunikation, Landeskunde, Englisch und Politikwissenschaften. Philologie bedeutet die wissenschaftliche Beschäftigung mit Sprache und Literatur. Im Master können unter anderem Russische Sprache und Literatur, Internationale Kommunikation, Europawissenschaften und Politikwissenschaften vertieft werden. Neben Russisch als erster Fremdsprache können Englisch, Polnisch, Bulgarisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Italienisch oder Arabisch als zweite Fremdsprache gewählt werden.
Die Fakultät für Fremdsprachen wurde 2004 eröffnet und ging aus der früheren Fakultät für Englisch, Französisch und Deutsch hervor. Dort studieren etwa 1700 Studenten. Das Studium qualifiziert unter anderem für Tätigkeiten als mehrsprachiger Lehrer, Schulpsychologe oder Philologe. In Pädagogik und Linguistik können verschiedene Sprachkombinationen gewählt werden, darunter Englisch und Französisch, Englisch und Deutsch, Englisch und Spanisch, Deutsch und Englisch, Französisch und Englisch, Englisch und Persisch, Englisch und Griechisch sowie Englisch und Koreanisch. Zusätzlich werden als dritte Sprache unter anderem Französisch, Deutsch, Griechisch, Italienisch, Koreanisch, Spanisch, Hindi, Persisch, Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Georgisch, Türkisch und Holländisch unterrichtet. Im Master werden Bereiche wie Vergleichende Typologie der Sprachen, Vergleichende Linguistik, Semiotik, mehrsprachige Bildung und pädagogische Psychologie angeboten.
Deutsch und Österreich-Bibliothek
Deutsch spielt an der Universität seit den ersten Jahren nach der Gründung eine Rolle. Der Lehrstuhl für Deutsch wurde 1936 als erster Lehrstuhl für eine Fremdsprache eingerichtet. Zunächst bildete er vor allem Deutschlehrende aus. Heute bietet er Qualifikationen in Pädagogik, Linguistik, Landeskunde, Politologie, Literaturwissenschaften und Dolmetschen an.
Neben praktischem Deutschunterricht bietet der Lehrstuhl theoretische Kurse an, zum Beispiel Einführung in die deutsche Philologie, Stilistik, Lexikologie, Theoretische Grammatik, Übersetzungstheorie und Typologie. Stilistik untersucht sprachlichen Ausdruck und Stil, Lexikologie den Wortschatz, und Typologie vergleicht Sprachen nach ihren Strukturen. Mitarbeiter des Lehrstuhls erstellten zahlreiche Lehrbücher für Schulen und Universitäten. Der erste Leiter, G. Andreasyan, verfasste das erste Wörterbuch Deutsch-Armenisch, das weiterhin in Germanistik und Dolmetschen verwendet wird.
Am 28. Oktober 2010 wurde an der Universität eine Österreich-Bibliothek eröffnet. Sie besitzt etwa 4500 Bücher aus Bereichen wie Deutsch als Fremdsprache, Lexika, Kinder- und Jugendliteratur, österreichische Literatur und Sprachwissenschaft, Philosophie, Psychologie, österreichische Geschichte und Landeskunde, Kunst, Musik und Architektur. Die Bibliothek ist öffentlich zugänglich und richtet sich nicht nur an Dozenten und Studenten, sondern auch an Gäste.
Studentenleben und internationale Kontakte
Das Studentenleben wird unter anderem vom Studentenrat geprägt. Dort gibt es studentisch organisierte Ausschüsse, die Seminare, Ausstellungen, Wettbewerbe, Diskussionen, Führungen, Konzerte und Sportveranstaltungen organisieren. Die Kulturkommission veranstaltet Aktivitäten in Gesang, Tanz und Theater. Die Sportkommission organisiert interuniversitäre Wettkämpfe in Basketball, Fußball, Volleyball, Tischtennis, Schach und Schwimmen. Außerdem betreut der Studentenrat Gruppen wie Diskussions- und Übersetzungsgruppen.
Die Universität pflegt internationale Beziehungen zu Hochschulen in mehreren Ländern. Genannt werden unter anderem die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die Universität Siegen in Deutschland, die Universitäten Perugia und Verona in Italien, die Nationale Universität Seoul und die Universität Korea in Südkorea, die Staatliche Universität Moskau und die Staatliche Linguistische Universität Moskau in Russland sowie die „St. Kliment Ohridski“ Universität Sofia in Bulgarien.
Austauschprogramme bestehen mit DAAD, IREX, KOICA, dem Konfuzius-Institut, OeAD, Tempus und UNESCO. Solche Programme unterstützen internationale Zusammenarbeit, Austausch und akademische Kontakte.
Bekannte Absolventen
Zu den genannten Persönlichkeiten und Alumni gehören Personen aus Medien, Politik, Musik, Schauspiel und anderen Bereichen. Aufgeführt werden unter anderem die Moderatorin Gohar Gasparyan, die Schauspielerin Anna Grigoryan, der Moderator Artak Heriqyan, die Journalistin und Politikerin Margarit Jessajan, die Sängerin Anna Khachatryan, die Moderatoren Narek Margaryan und Sergey Sargsyan, der Schauspieler Hrant Tokhatyan, der Geheimagent Geworg Wardanjan sowie die Sängerin Varduhi Vardanyan.