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Jeannine Schiller

Juni 1979 bis zu seinem Tod war Jeannine Schiller mit Kommerzialrat Friedrich Schiller (* 3. September 1947; 27. Juni 2026) verheiratet. Gemeinsam …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Herkunft und frühes Leben
  3. 3. Karitatives Engagement
  4. 4. Medienauftritte
  5. 5. Privates und spätere Jahre
  6. 6. Auszeichnung

Überblick

Jeannine Schiller (* 21. Februar 1944 in Casseneuil in Frankreich) ist eine österreichische „Charity-Lady“ und ehemaliges Model. Bekannt wurde sie vor allem durch ihr Engagement für karitative Projekte, besonders für Kinder mit Behinderungen und Kinder in schwierigen Familiensituationen. Ihre öffentliche Rolle verband gesellschaftliche Auftritte, Spendensammeln und die Unterstützung sozialer Einrichtungen.

Herkunft und frühes Leben

Jeannine Schiller ist die Tochter jüdischer Eltern. Diese konnten kurz vor dem „Anschluss Österreichs“ mit einem der letzten Transporte nach Frankreich fliehen. Ihre Mutter stammte aus Wien, ihr Vater war Ungar und besaß in Wien mehrere Fleischereien. In Bordeaux arbeitete der Vater bei einem Konservenfabrikanten, der als bekennender Nazi beschrieben wird.

Der Vater starb nach mehreren Internierungen in NS-Lagern an den Folgen einer vermutlich dort bekommenen Infektion. Nach dem Krieg kehrte die Mutter als Alleinerziehende mit ihren drei Kindern, darunter Jeannine, nach Wien zurück. Dort erhielt sie Hilfe von einem russischen Major, der ihr eine kleine Wohnung sowie Maschinen und Infrastruktur für einen Fleischereibetrieb zur Verfügung stellte. Nach einer anderen Quelle handelte es sich um Maschinen aus dem Wiener Fleischereibetrieb ihres Anfang 1946 verstorbenen Ehemannes. Mit Hilfe von Finanziers und Arbeitskräften baute die Mutter innerhalb von zwei Jahren zwölf Fleischereien auf.

Jeannine Schiller kam bereits mit sechs Jahren in das „Mädchenpensionat Metzger“, weil ihre Mutter sich nicht um sie kümmern konnte. Danach wurde sie von Pensionat zu Pensionat weitergeschickt. Vom 18. bis zum 25. Lebensjahr war sie in erster Ehe verheiratet. Später arbeitete sie nach eigenen Angaben als Fotomodell. Ihre Berufsbezeichnung gab sie mit „Public Relations-Expertin für Charity“ an.

Karitatives Engagement

Ab Mitte der 1990er Jahre begann Jeannine Schiller, Geld für karitative Zwecke zu sammeln. Anfangs engagierte sie sich für die CliniClowns. Später wurde besonders ihr Einsatz für das Hilfswerk International wichtig. Anfang der 2000er Jahre bat diese Organisation sie, sich ein Dorf in Moldawien, also in der Republik Moldau, anzusehen. Dort sah sie staatliche Kinderheime mit sehr schlechten Bedingungen: Lehmböden, Kinder ohne Socken und Schuhe, und laut ihrer Schilderung auch Kinder in Käfigen.

Seit 2004 engagiert sie sich für das Hilfswerk als Botschafterin für Kinder in Not. Unter ihrer Patronanz werden drei Einrichtungen unter dem Titel „Kinderheime – Hilfe für Kinder mit Behinderungen in Moldau“ betrieben. Im „Jeannine Schiller Heim“ in Dubăsari in Transnistrien werden Kinder mit körperlichen und geistigen Behinderungen betreut und gefördert. Im „Jeannine Schiller Therapiezentrum“ in Pripiceni-Răzeși in Moldau werden Bewegungs- und Musiktherapien für Kinder mit besonderen Bedürfnissen angeboten. Außerdem gibt es dort Schlafplätze für Eltern, die mit ihren Kindern von weiter entfernt anreisen. In Hîncești, nahe der Hauptstadt von Moldau, half sie bei der Renovierung und Modernisierung eines Tagesheims für schwer und mehrfach behinderte Kinder.

Auch für die Österreichische Krebshilfe Wien war Jeannine Schiller aktiv und betätigte sich dort als Ehrenvorstand. Sie organisierte Benefiz-Modeschauen und andere Wohltätigkeitsveranstaltungen. Zudem unterstützte sie das Projekt „Mama/Papa hat Krebs“. Dabei werden Kinder therapeutisch begleitet, deren Eltern an Krebs erkrankt sind. Ziel ist, dass die Kinder lernen, die verbleibende Zeit mit dem kranken Elternteil bewusst zu erleben und zu genießen.

Medienauftritte

Neben ihrem karitativen Engagement trat Jeannine Schiller auch in Unterhaltungssendungen auf. 2007 war sie Gastgeberin bei der deutschen VOX-Kochshow „Das perfekte Dinner“. 2008 nahm sie an der vierten Staffel von „Dancing Stars“ des ORF teil. Außerdem trat sie in der ersten Staffel der ORF-Sendung „Wir sind Kaiser“ auf.

Privates und spätere Jahre

Aus Jeannine Schillers erster Ehe stammen zwei Kinder, eine Tochter und ein Sohn. Seit dem 21. Juni 1979 war sie mit Kommerzialrat Friedrich Schiller (* 3. September 1947; † 27. Juni 2026) verheiratet. Gemeinsam betrieben die Eheleute am Wiener Graben das 1991 gegründete Kindermodengeschäft „Mary“. Seit Jänner/Februar 1996 wurde dieses Geschäft in einer Kommanditgesellschaft weitergeführt, deren unbeschränkt haftender Gesellschafter Friedrich Schiller war. Er betrieb außerdem weitere Mode-Einzelhandelsgeschäfte unter Namen wie „Piff Paff Kindermoden“ und „Mini-Textilhandel“.

Anfang der 2020er Jahre wurde bei Jeannine Schiller eine beginnende Demenz diagnostiziert. 2021 trat sie letztmals öffentlich auf. Nach zusätzlichen Schlaganfällen lebt sie seit 2023 hochgradig dement als Pflegefall.

Auszeichnung

Für ihren Einsatz für Projekte des Hilfswerks Austria erhielt Jeannine Schiller im Jahr 2005 den Prix de L'Humanite.

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