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Jana Kühl
Jana Kühl (* 1984 in Lübeck) ist eine deutsche Sozialgeographin und Hochschullehrerin. Sie gilt als Mobilitätsexpertin und wurde 2020 auf die …
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Profil und Forschung
Jana Kühl (* 1984 in Lübeck) ist eine deutsche Sozialgeographin und Hochschullehrerin. Als Mobilitätsexpertin beschäftigt sie sich besonders mit nachhaltiger Mobilität, städtischen Grünräumen sowie gesellschaftlichen Denk- und Handlungsweisen. 2020 wurde sie auf die deutschlandweit erste Professur für Radverkehrsmanagement berufen. Diese Professur befasst sich mit der Planung, Organisation und Weiterentwicklung des Radverkehrs und verbindet damit Fragen der Mobilität und der Stadtentwicklung.
Werdegang
Jana Kühl wuchs in Bad Schwartau auf. Von 2004 bis 2009 studierte sie in Kiel Geographie mit den Nebenfächern Soziologie und Öffentliches Recht und schloss das Studium mit einem Diplom ab. Anschließend arbeitete sie dort als Lehrbeauftragte für Geographie und als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Kulturgeographie.
Von 2010 bis 2012 forschte Kühl am Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) in Dortmund zur Regionalisierung. Ab 2012 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Raumordnung und Planungstheorie an der Fakultät Raumplanung der TU Dortmund. Dort promovierte sie 2016 mit einer Arbeit über städtisches Grün und dessen Bedeutungen für urbane Lebensräume. Aus dieser Forschung entwickelte sie Anknüpfungspunkte für eine partizipative Stadtentwicklung, also für eine Stadtentwicklung, an der die Bevölkerung beteiligt wird.
2016 war Kühl im Rahmen einer Elternzeitvertretung als Referentin für Verkehrsplanung und neue Mobilitätsformen beim Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein tätig. Parallel bearbeitete sie an der Universität Kiel eine Akzeptanzstudie. Darin untersuchte sie den möglichen Einsatz nachfragegesteuerter autonom fahrender Busse im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für den ländlichen Raum.
Zum 1. November 2020 wurde Jana Kühl auf die vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur neu gestiftete, deutschlandweit erste Professur für Radverkehrsmanagement am Institut für Verkehrsmanagement der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Salzgitter berufen.
Ausgewählte Publikationen und Themen
Kühls Veröffentlichungen behandeln Fragen des Wohnens, der nachhaltigen Alltagsgestaltung, der Stadtplanung und des urbanen Grüns:
- In „Faktoren der Wohnstandortwahl. Differenzierung von Wohnstandortanforderungen unterschiedlicher Nachfragegruppen“ (2014) untersucht sie unterschiedliche Anforderungen von Nachfragegruppen an Wohnstandorte in polyzentrischen Stadtregionen.
- „Praktiken und Infrastrukturen gelebter Suffizienz“ befasst sich mit Formen eines genügsamen und ressourcenschonenden Alltags sowie mit den dafür wichtigen räumlichen und infrastrukturellen Bedingungen.
- Der Beitrag „Planen für Praktiken. Alltagsbezüge in planerischen Abwägungen am Beispiel von urbanem Grün“ (2019, S. 131–145) behandelt die Frage, wie alltägliche Nutzungen und Erfahrungen bei planerischen Entscheidungen über städtische Grünflächen berücksichtigt werden können.
- Ihre Dissertation „Grün im städtischen Alltag. Rekonstruktion alltäglicher Raumproduktionen und Anknüpfungen für eine partizipative Stadtentwicklung“ (Dortmund 2016) untersucht, wie städtischer Raum im Alltag hervorgebracht und genutzt wird und welche Ansatzpunkte daraus für eine beteiligungsorientierte Stadtentwicklung entstehen.