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Iwanuma
Geographie. Bearbeiten. Iwanuma liegt nördlich von Fukushima und südlich von Sendai in der Sendai-Ebene, einem tief gelegenen Reisanbaugebiet an der …
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Lage und Grunddaten
Iwanuma (japanisch 岩沼市, -shi) ist eine Stadt in der Präfektur Miyagi in der Region Tōhoku auf Honshū, der Hauptinsel Japans. Sie hatte am 1. März 2021 44.340 Einwohner auf 60,71 km²; die Bevölkerungsdichte betrug 730 Einwohner je km².
Die Stadt liegt in der Sendai-Ebene, nördlich von Fukushima und südlich von Sendai. Diese Ebene ist ein tief gelegenes Reisanbaugebiet an der pazifischen Küste. Iwanuma besitzt eine 10 km lange Küstenlinie. Im Norden liegt der Flughafen Sendai als Verbindungspunkt zur Tōhoku-Region, im Süden bildet der Fluss Abukuma die Grenze zur Nachbargemeinde Watari.
Etwas landeinwärts verläuft der Teizan-Kanal. Der Daimyō Date Masamune ließ ihn im 16. Jahrhundert als Transportkanal ausheben. In derselben Zeit wurde der Küstenwald angepflanzt: Er sollte Dörfer vor starkem Wind schützen und die vom Strand eingewehte Sandmenge verringern. Wald an Berghängen schützt dagegen vor Erosion. Kleine, von Wäldchen umgebene Häusergruppen inmitten von Reisfeldern heißen im Sendai-Dialekt Igune.
Tsunami 2011: Überflutung und Gebäudeschäden
Am 11. März 2011 trafen das Tōhoku-Erdbeben und der folgende sehr starke Tsunami Iwanuma. Das Epizentrum des Tsunamis lag etwa 80 km östlich der Stadt. Die Welle erreichte die Ebenen unmittelbar nach dem Erdbeben, drang 5 km ins Landesinnere vor und floss über den Abukuma noch weiter ungehindert landeinwärts. Insgesamt wurden 48 % des Stadtgebiets überflutet.
736 Wohngebäude wurden vollständig und 1.606 teilweise zerstört; weitere 3.086 Wohngebäude wurden beschädigt. Besonders betroffen war der östliche Stadtteil Tamaura, in dem etwa 8.500 der rund 44.000 Einwohner lebten. Mehr als 1.850, also etwa 90 %, der vollständig oder teilweise zerstörten Häuser Iwanumas lagen dort. Im östlichen Iwanuma wurden 68 % der Häuser ganz oder teilweise zerstört.
Tamaura ähnelt mit Flachküste, Sandstränden, Siedlungen und Reisfeldern dem stark betroffenen Yuriage in Natori, liegt aber weiter landeinwärts. Da in Iwanuma nur kleinere Weiler nahe der Küste lagen, waren die Siedlungsschäden geringer als in Yuriage. Der Küstenschutzwald in Tamaura verhinderte die Zerstörung nicht vollständig: Kiefern wurden vom Tsunami entwurzelt, landeinwärts getragen und beschädigten Gebäude zusätzlich.
Opfer und örtliche Unterschiede
Bis zum 157. Schadensbericht der Brand- und Katastrophenschutzbehörde FDMA vom 7. März 2018 wurden für Iwanuma 186 Tote und ein Vermisster gemeldet, vor allem als Folgen des Tsunamis. Bezogen auf die bei der Volkszählung 2010 erfassten 44.187 Einwohner lag die Opferrate bei rund 0,4 %. Die Wiederaufbaubehörde RA meldete dagegen 181 katastrophenbedingte Tote und Vermisste; diese abweichende Zahl wird bei der Berechnung ebenfalls erwähnt.
Zwischen einzelnen Gebieten bestanden große Unterschiede. In Nobiru starben 40 von 1.473 Einwohnern, entsprechend 2,72 %. Dort erreichte die Überflutungshöhe 5,92 m; die Welle traf nach 66 Minuten ein, und die nächste Evakuierungsstätte lag 5.921 m entfernt. In Omagari waren es 21 Tote bei 2.136 Einwohnern oder 0,98 %, bei 1,28 m maximaler Überflutungshöhe und 2.949 m Entfernung zur nächsten Evakuierungsstätte. In Yamato starben 55 von 2.609 Einwohnern, also 2,11 %; die maximale Überflutungshöhe betrug 1,52 m und die Entfernung zur nächsten Evakuierungsstätte 1.831 m. Auch dort betrug die Ankunftszeit 66 Minuten.
Gemeinsame Umsiedlung und Wiederaufbau
Nach der Katastrophe mussten Überlebende in Notunterkünften zwischen zwei Wegen wählen. Bei der Gruppenumsiedlung zogen ganze Gemeinschaften in vorgefertigte provisorische Wohndörfer, kasetsu jutaku, deren Behausungen Frachtcontainern ähnelten. Bei der individuellen Umsiedlung wurden Einzelpersonen per Zufallsauswahl in öffentlichen Wohnungsbau vermittelt, suchten Mietwohnungen auf dem freien Markt oder bauten selbst neue Häuser.
Iwanuma hatte keine aktiven Fischereihäfen und nur wenige in der Fischerei Beschäftigte. Deshalb unterstützten die Einwohner anders als im benachbarten Natori geschlossen eine gemeinsame Umsiedlung in ein weiter vom Meer entferntes Gebiet. Alle sechs Weiler trugen die Umsiedlung nach Tamaura mit. Ihre Gemeinschaften sollten im neuen gemeinsamen Siedlungsgebiet jeweils zusammenbleiben. Wer nicht am Gemeinschaftsprojekt teilnehmen wollte, sollte keine öffentliche finanzielle Unterstützung für die Umsiedlung erhalten.
Im August 2012 begann Iwanuma als erste Gemeinde in den drei am stärksten betroffenen Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima ein kollektives Umsiedlungsprojekt. Vorgesehen waren die Verlegung von 348 Häusern in den 20 Hektar großen Bezirk Tamaura-Nishi sowie 156 Sozialbauwohnungen, die ab April 2014 bereitstehen sollten. Die zunächst veranschlagten Kosten betrugen 10,8 Milliarden Yen. Das partizipative, Igune-ähnliche Wiederaufbaukonzept vom Sommer 2012 wurde bis November 2012 jedoch durch einen deutlich abweichenden Plan für ein dicht besiedeltes Tamaura ersetzt. Im April 2016 schloss die Stadt den Wohnwagenpark; alle Bewohner wurden erneut, diesmal dauerhaft, in städtische Wohnungen verlegt.
Die Landwirtschaft war der wichtigste Produktionszweig Tamauras, wobei die meisten Beschäftigten keine Vollzeitlandwirte waren. Hauptanbauprodukt war Reis, daneben wurden kleinere Mengen Tomaten, Melonen und Gemüse angebaut. Der Tsunami zerstörte 1.200 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, das waren 65 % der gesamten Nutzfläche Iwanumas. 2012 wurde etwa ein Achtel, 2013 ein Fünftel dieser Fläche wieder bewirtschaftet.
Verkehr und Beziehungen
Der Flughafen Sendai liegt in den Städten Iwanuma und Natori südlich von Sendai. Straßenverbindungen bestehen über die Nationalstraße 4 in Richtung Tokio beziehungsweise Aomori sowie über die Nationalstraße 6. Im Bahnverkehr liegt Iwanuma an der JR-Tōhoku-Hauptlinie.
Städtepartnerschaften bestehen mit Napa in den Vereinigten Staaten seit 1973, mit Nankoku in Japan seit 1973, mit Obanazawa in Japan seit 1999 und mit Dover in den Vereinigten Staaten seit 2003. Als angrenzende Stadt wird Natori genannt.