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Internationale Wirtschaft

Die internationale Wirtschaft ist ein Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre. Sie beschäftigt sich mit den politischen und wirtschaftlichen Beziehungen und …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Bedeutung
  2. 2. Außenwirtschaftliche Beziehungen und Wachstum
  3. 3. Geldordnung, Währungen und Währungsunionen
  4. 4. Gesamtwirtschaftliche und einzelwirtschaftliche Betrachtung
  5. 5. Empirische Methoden und Finanzmärkte

Gegenstand und Bedeutung

Die internationale Wirtschaft ist ein Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre. Sie untersucht politische und wirtschaftliche Beziehungen zwischen Volkswirtschaften sowie deren Auswirkungen auf Gütermärkte und Finanzmärkte. Damit bildet sie den wirtschaftstheoretischen Teil der Globalisierung ab.

Neben volkswirtschaftlichen Fragen berücksichtigt sie auch betriebswirtschaftliche Fragestellungen mit internationalem Bezug. Diese werden mit volkswirtschaftlichen Methoden analysiert, insbesondere mit Ansätzen der Mikroökonomie, der Institutionenökonomie und der Neueren Politischen Ökonomie. Im Mittelpunkt steht somit das Zusammenspiel internationaler Beziehungen, wirtschaftlicher Entscheidungen, staatlicher und politischer Institutionen sowie der Märkte für Güter und Finanzanlagen.

Außenwirtschaftliche Beziehungen und Wachstum

Die Außenwirtschaftstheorie untersucht, welche Bedeutung außenwirtschaftliche Beziehungen für den Wohlstand moderner Volkswirtschaften haben. Sie befasst sich sowohl mit realwirtschaftlichen als auch mit monetären Vorgängen. Realwirtschaftliche Vorgänge betreffen vor allem die Entwicklung von Produktion, Gütern und Einkommen; monetäre Vorgänge beziehen sich auf Geld, Währungen und damit verbundene wirtschaftliche Beziehungen.

Neben theoretischen Ansätzen der realwirtschaftlichen und monetären Außenwirtschaftstheorie sowie der Außenwirtschaftspolitik werden institutionelle Vereinbarungen untersucht. Dazu gehören Freihandelsvereinbarungen, Wechselkurssysteme sowie Wirtschafts- und Währungsunionen. Diese institutionellen Arrangements prägen die Bedingungen, unter denen Volkswirtschaften miteinander handeln und wirtschaftlich kooperieren.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die langfristige realwirtschaftliche Entwicklung moderner Volkswirtschaften. Dabei werden sowohl die neoklassische Wachstumstheorie als auch moderne Ansätze der Theorie endogenen Wachstums behandelt. Ergänzend spielen mikroökonomische Innovationsmodelle eine Rolle. Die Forschung fragt insbesondere danach, wie außenwirtschaftliche Beziehungen das Wirtschaftswachstum beeinflussen und wie die zunehmende Integration der Weltwirtschaft analysiert werden kann.

Geldordnung, Währungen und Währungsunionen

Geldpolitik und Währungspolitik untersuchen die Bedeutung der nationalen und internationalen Geld- und Währungsordnung für die Entwicklung moderner Volkswirtschaften. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der währungspolitischen Zusammenarbeit in der Europäischen Union sowie auf der Wechselkurspolitik in Transformationsstaaten.

Die Theorie ist besonders wichtig für die Analyse der Funktionsweise von Währungsunionen. Untersucht wird, wie effizient eine einheitliche Geldpolitik sein kann und welche Nachteile sich daraus insbesondere für wirtschaftlich schwache Staaten ergeben können. Eine gemeinsame Geldpolitik wirkt dabei nicht notwendigerweise für alle Mitgliedstaaten in gleicher Weise.

In der aktuellen Diskussion steht außerdem die Frage, wie die Europäische Währungsunion auf die zunehmende Staatsverschuldung einiger Mitgliedstaaten reagieren muss. Damit verbunden ist die Koordinierung der gemeinsamen Wirtschaftspolitik. Von besonderer Bedeutung ist die Gestaltung der gemeinsamen Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank.

Gesamtwirtschaftliche und einzelwirtschaftliche Betrachtung

Die internationale Makroökonomie ist die Lehre von gesamtwirtschaftlichen Größen. Wirtschaftsforschungsinstitute verwenden diese Größen, um die wirtschaftliche Lage einer Volkswirtschaft zu untersuchen, zu beschreiben und zu beurteilen.

Zu den wichtigsten Bezugsgrößen gehören die konjunkturelle Lage, die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt und die Inflationsrate. Die Makroökonomie betrachtet damit die wirtschaftliche Entwicklung auf der Ebene der gesamten Volkswirtschaft.

Die Mikroökonomie bildet dazu den Gegensatz beziehungsweise die Ergänzung. Sie befasst sich mit einzelwirtschaftlichen Größen und untersucht das individuelle Verhalten der Wirtschaftssubjekte. Wirtschaftssubjekte sind insbesondere Haushalte und Unternehmen. Analysiert werden deren wirtschaftliches Verhalten sowie ihre Wechselwirkungen.

Zu den Hauptthemen der Mikroökonomie gehört die Wettbewerbstheorie. Eine neuere Entwicklung ist der More Economic Approach. Dieser rückt die ökonomische Sichtweise stärker in den Blick politischer und juristischer Entscheidungsstellen. Dazu zählen vor allem die Arbeit der Monopolkommission und der Landeskartellbehörden. Als übergeordnete Institutionen werden die Wirtschaftsministerien der einzelnen Länder und das Bundeskartellamt genannt.

Empirische Methoden und Finanzmärkte

Die empirische Wirtschaftsforschung ist vor allem methodisch ausgerichtet. Sie untersucht die Grundlagen und anwendungsspezifischen Probleme wirtschaftlicher Fragestellungen aus analytischer und statistischer Sicht.

Ein wesentliches Instrument sind ökonometrische Methoden. Ökonometrie bezeichnet die Anwendung analytischer und statistischer Verfahren auf wirtschaftliche Zusammenhänge. Diese Methoden sind nicht auf bestimmte inhaltliche Fragestellungen beschränkt, sondern können in vielen Bereichen eingesetzt werden. Ihr Hauptanliegen besteht darin, die Wirkungsrichtung und die Stärke wirtschaftlicher Beziehungen zu analysieren.

Die internationale Finanzmarkttheorie untersucht die Zusammenhänge zwischen Wechselkursen und Investitionen sowie deren Auswirkungen auf den internationalen Handel. Sie verwendet dafür mikroökonomische Modelle und Theorien. Ein Anwendungsbereich ist die Bestimmung optimaler Währungsräume.

Von besonderer Bedeutung ist die Theorie optimaler Währungsräume von Mundell. Mundell definierte eine Reihe von Kriterien, anhand derer die Optimalität von Währungsräumen untersucht werden kann. Die internationale Finanzmarkttheorie verbindet damit die Analyse von Währungen, Investitionen und Handelsbeziehungen mit mikroökonomischen Erklärungsmodellen.

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