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Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik

Ziel ist es, den Dialog von Medizin und Ethik in Forschung und Praxis auf Grundlage des christlichen Menschenbildes zu fördern. Es arbeitet im Auftrag der …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Zweck und Grundausrichtung
  2. 2. Aufgabe und Zielgruppen
  3. 3. Arbeitsformen und Aktivitäten
  4. 4. Organisation und Veröffentlichungen

Zweck und Grundausrichtung

Das Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) wurde 1988 in Wien auf Initiative von Medizinern, Juristen und Geisteswissenschaftlern gegründet. Es arbeitet im Auftrag der Österreichischen Bischofskonferenz. Sein Ziel ist, den Dialog zwischen Medizin und Ethik in Forschung und Praxis zu fördern. Grundlage dafür ist das christliche Menschenbild.

Das Institut befasst sich mit Fragen, die durch Fortschritte in Medizin und Forschung entstehen. Medizinische Entwicklungen können die Lebenssituation von Menschen verbessern, werfen aber zugleich ethische Fragen auf: Welche Möglichkeiten soll Medizin nutzen? Dabei steht der Mensch mit seiner unantastbaren Würde im Mittelpunkt. Dies betrifft besonders Fragen am Lebensbeginn, am Lebensende und während einer ärztlichen Behandlung.

Aufgabe und Zielgruppen

Die wichtigste Aufgabe von IMABE ist fachübergreifende und unabhängige Forschung zu Medizin und Ethik. „Interdisziplinär“ bedeutet dabei, dass Fachleute aus verschiedenen Wissenschaften zusammenarbeiten. Das Institut untersucht ethische Implikationen, also mögliche Folgen und Bewertungsfragen, die mit Entwicklungen in Medizin und Forschung verbunden sind. Diese Entwicklungen werden auch in ihrer gesellschaftspolitischen Bedeutung kritisch hinterfragt.

IMABE richtet sich an einzelne Personen sowie an Verbände und Organisationen. Angesprochen werden Menschen und Einrichtungen, die sich mit aktuellen medizinethischen Fragen beschäftigen möchten. Maßstab sind Menschenwürde und Menschenrechte. Zum 20-Jahr-Jubiläum betonte Kardinal Christoph Schönborn die Bedeutung des Instituts für den interdisziplinären Dialog zwischen Medizin und Ethik.

Arbeitsformen und Aktivitäten

Das Institut forscht auf den Gebieten der medizinischen Anthropologie und Bioethik. Medizinische Anthropologie beschäftigt sich hier mit dem Menschenbild in der Medizin; Bioethik behandelt ethische Fragen zu Leben, Gesundheit, Krankheit und medizinischen Verfahren. IMABE bewertet medizinische Verfahren ethisch und sucht nach Alternativen, wenn Methoden als ethisch nicht vertretbar angesehen werden.

Weitere Tätigkeiten sind die Beratung von Personen und Institutionen im Gesundheitswesen sowie Fallstudien für Ärzte und Krankenschwestern. Fallstudien sind konkrete Beispiele aus der Praxis, anhand derer schwierige Entscheidungen besprochen werden können. Außerdem veranstaltet IMABE Symposien und interdisziplinäre Expertengespräche zu aktuellen medizinethischen Themen. Beteiligt sind Fachbereiche wie Medizin, Philosophie, Psychologie, Pharmazie, Rechtswissenschaft, Demographie, Soziologie und Theologie.

Organisation und Veröffentlichungen

Die Österreichische Bischofskonferenz errichtete das Institut 1990 als kirchliche Rechtspersönlichkeit. Die Statuten wurden 2006 und 2017 aktualisiert. Geleitet wird das Institut durch ein Kuratorium, dessen Mitglieder die Österreichische Bischofskonferenz jeweils für fünf Jahre ernennt. Der derzeitige Vorsitzende ist Erzbischof Franz Lackner aus Salzburg; er löste 2018 Bischof Klaus Küng ab. Ein wissenschaftlicher Beirat mit derzeit 15 Hochschulprofessoren und Dozenten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz begleitet die Arbeit. Den Direktor ernennt ebenfalls die Österreichische Bischofskonferenz; seit 1990 hat Johannes Bonelli diese Funktion inne.

Zu den Publikationen gehörte die Quartalschrift „Imago Hominis“ (1994–2023). Daneben erscheinen monatlich ein Newsletter zu bioethischen Themen aus Politik, Medizin und Gesellschaft sowie „IMABE-Infos“ mit kurzen Darstellungen ethischer Aspekte medizinischer Verfahren. Beispiele für behandelte Themen sind Placebo, IVF, AIDS, Therapiereduktion, Tabakrauchen, Klonen und Stammzellenforschung. Zusätzlich gibt es die wissenschaftliche Schriftenreihe „IMABE-Studien“, die Buchreihe „Medizin und Ethik“ im Springer-Verlag sowie ethische Erklärungen und Stellungnahmen zu medizinethischen Fragen.

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