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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg

Es untersucht Herausforderungen für die Entstehung und Erhaltung von Friedensordnungen, fragt nach den Ursachen von Krisen und Eskalationsdynamiken, und …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Bedeutung
  2. 2. Entwicklung und Standort
  3. 3. Leitung und Gremien
  4. 4. Forschungsbereiche
  5. 5. Publikationen, Austausch und Auszeichnung

Aufgabe und Bedeutung

Das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) ist eine eigenständige Forschungseinrichtung und ein An-Institut der Universität Hamburg. Es untersucht, unter welchen Bedingungen Frieden und Sicherheit in Deutschland, Europa und darüber hinaus entstehen und erhalten bleiben können.

Im Mittelpunkt stehen Friedensordnungen, also politische und gesellschaftliche Strukturen, die Frieden sichern sollen. Das IFSH erforscht außerdem die Ursachen von Krisen und Eskalationsdynamiken, also Prozesse, in denen sich Konflikte verschärfen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Analyse außen- und sicherheitspolitischer Entscheidungsprozesse auf nationaler und internationaler Ebene.

Das Institut arbeitet eigenständig und unabhängig. Es wird von der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert und kooperiert eng mit der Universität Hamburg, Institutionen in der Metropolregion Hamburg sowie wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland.

Entwicklung und Standort

Das IFSH wurde 1971 als Stiftung bürgerlichen Rechts auf Anregung des damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann gegründet.

Von 1987 bis 2007 befand sich das Institut in Falkenstein, einem bewaldeten Gebiet von Hamburg-Blankenese oberhalb der Elbe. Im Jahr 2007 zog es in die unmittelbare Nähe des Universitätsgeländes nach Hamburg-Eimsbüttel. Sein Sitz befindet sich seitdem im ehemaligen Finanzamtgebäude in der Straße Beim Schlump 83.

Leitung und Gremien

Zu den Gremien des Instituts gehören ein 10-köpfiges Kuratorium, der Institutsrat und der wissenschaftliche Beirat. Das Kuratorium steht unter dem Vorsitz der Staatsrätin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, Eva Gümbel (Die Grünen), sowie des Präsidenten der Universität Hamburg, Hauke Heekeren. Der Institutsrat wird von Ursula Schröder geführt. Den wissenschaftlichen Beirat leitet Anna Geis, Universitätsprofessorin für Politikwissenschaft an der Helmut-Schmidt-Universität.

Die wissenschaftliche Leitung des IFSH hatten folgende Personen inne: Wolf Graf von Baudissin (1971–1984), Egon Bahr (1984–1994), Dieter S. Lutz (1994–2003), Reinhard Mutz (2003–2006) und Michael Brzoska (2006–2016). Von 2016 bis 2017 waren Götz Neuneck und Wolfgang Zellner kommissarisch wissenschaftliche Direktoren. Seit Oktober 2017 ist Ursula Schröder wissenschaftliche Direktorin.

Forschungsbereiche

Das IFSH erforscht Frieden und Sicherheit sowie den Einfluss gesellschaftlicher und technologischer Entwicklungen auf diese Bereiche. Auch der Einfluss des Klimawandels auf die Sicherheitspolitik gehört zu den Themen des Instituts.

Die Arbeit ist in vier Forschungsbereiche gegliedert:

  • Europäische Friedens- und Sicherheitsordnungen
  • Gesellschaftlicher Frieden und Innere Sicherheit
  • Rüstungskontrolle und Neue Technologien
  • Klimaforschung

Damit verbindet das Institut die Untersuchung politischer Ordnungen, gesellschaftlicher Sicherheitsfragen, militärischer und technologischer Entwicklungen sowie klimabezogener Sicherheitsrisiken.

Publikationen, Austausch und Auszeichnung

Aktuelle Forschungsergebnisse veröffentlicht das IFSH in nationalen und internationalen Fachzeitschriften sowie in Büchern. Eigene Publikationsformate richten sich teilweise auch an ein breiteres Publikum. Policy Briefs bieten pointierte Einschätzungen zu aktuellen Themen aus Frieden und Sicherheit. In den Research Reports stellen Teammitglieder aktuelle Forschungsergebnisse ausführlicher vor.

Gemeinsam mit dem Bonn International Center for Conversion, dem Peace Research Institute Frankfurt – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung und dem Institut für Entwicklung und Frieden veröffentlicht das IFSH einmal jährlich das Friedensgutachten. Seit den 1970er Jahren gibt es außerdem die Reihe Demokratie, Sicherheit und Frieden heraus. Die Reihe OSZE Insights ist die Nachfolgepublikation des OSZE-Jahrbuchs. Sie enthält Strategiepapiere zu aktuellen Themen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und wird vom Zentrum für OSZE-Forschung am IFSH (CORE) gemeinsam mit dem Nomos-Verlag herausgegeben.

Die IFSH-Kurzanalyse ermöglicht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, zu tagesaktuellen Themen Stellung zu nehmen. Sie richtet sich an ein nicht-wissenschaftliches Publikum, das sich schnell und dennoch fundiert über aktuelle sicherheitspolitische Fragen informieren möchte. Die Zeitschrift S+F. Sicherheit und Frieden wurde 2021 eingestellt.

Mit dem Veranstaltungsformat „Frag das IFSH!“ spricht das Institut interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Bildungsträger an. Schulklassen, Volkshochschulen, Vereine und Verbände können Termine vereinbaren und mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über aktuelle sicherheitspolitische Themen sprechen. Eine Auszeichnung des Instituts ist die 2002 verliehene Wolf-Graf-von-Baudissin-Medaille.

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