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Inhalt der Ilias

Dieser Artikel beschreibt den Inhalt der Ilias, eines der ältesten Werke der griechischen und damit der europäischen Literatur.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Kernkonflikt und Aufbau
  2. 2. Erste Schlachten und die trojanische Offensive
  3. 3. Achilleus bleibt dem Kampf fern
  4. 4. Patroklos’ Tod und Achilleus’ Rückkehr
  5. 5. Hektors Tod und die Versöhnung
  6. 6. Bestattung und Ende des Epos

Kernkonflikt und Aufbau

Die Ilias schildert einen Ausschnitt aus dem Trojanischen Krieg und konzentriert sich auf den Zorn des griechischen Helden Achilleus. Im Mittelpunkt stehen seine Auseinandersetzung mit Agamemnon, die dadurch verursachte Schwächung der Achaier und Achilleus’ Rückkehr in den Kampf nach dem Tod seines Freundes Patroklos. Die Handlung endet nicht mit der Eroberung Trojas, sondern mit der Rückgabe des Leichnams von Hektor an dessen Vater Priamos.

Die Griechen werden meist Achaier, die Trojaner auch Troer genannt. Menschen und Götter greifen fortwährend in das Geschehen ein. Dabei stehen Hera, Athene und Poseidon überwiegend auf der Seite der Achaier, während Apollon häufig die Trojaner unterstützt. Zeus versucht, den Verlauf der Schlacht entsprechend dem Schicksal zu lenken, lässt aber auch andere Götter eingreifen.

Die Handlung umfasst in der Überblickstabelle 51 Tage. Nach dem Proömium von 1, 1–7 folgen am ersten Tag die Beleidigung des Apollonpriesters Chryses durch Agamemnon und die von Apollon gesandte Seuche. Am 10. Tag beruft Achilleus eine Heerversammlung ein. Agamemnon gibt Chryseis zurück, fordert aber als Ersatz Achilleus’ Beutemädchen Briseïs. Achilleus fühlt sich entehrt und bittet seine Mutter Thetis, Zeus solle den Achaiern Niederlagen bereiten. Zeus gewährt dies trotz Heras Widerspruch.

Am 22. Tag beginnt der erste Schlachttag. Agamemnon lässt das Heer prüfen, woraufhin die Achaier zunächst heimkehren wollen. Odysseus und Nestor bringen sie jedoch zum Bleiben. Es folgen die Aufzählung der griechischen Schiffsmannschaften und der trojanischen Völker, der Zweikampf zwischen Menelaos und Paris sowie der Bruch des geschlossenen Eides. Die Bücher 3 und 4 führen außerdem Helena, Priamos und die wichtigsten griechischen Helden ein.

Erste Schlachten und die trojanische Offensive

Im 5. Buch erlebt Diomedes eine Aristie, also eine Folge herausragender Siege. Mit Athenes Hilfe tötet er zahlreiche Trojaner, verwundet Aineias und verletzt sogar die Götter Aphrodite und Ares. Aineias wird durch Apollon gerettet. Der Kampf schwankt anschließend erneut, bis Hera und Athene den Achaiern helfen.

Im 6. Buch werden die menschlichen Folgen des Krieges besonders sichtbar. Glaukos und Diomedes erkennen, dass ihre Großväter Freunde waren, und tauschen ihre Rüstungen. Hektor kehrt nach Troja zurück, bittet vergeblich um Hilfe für die Abwehr des Diomedes und begegnet seiner Mutter Hekabe, Helena, Paris sowie seiner Frau Andromache und seinem Sohn Astyanax. Danach kehrt er mit Paris in die Schlacht zurück.

Im 7. Buch fordert Hektor einen Zweikampf. Der große Aias tritt gegen ihn an und gewinnt leichte Vorteile; der Kampf wird durch die Herolde beendet. Die Achaier bauen anschließend eine Mauer mit Türmen, Toren und Graben um ihr Schiffslager. Eine Waffenruhe ermöglicht die Bestattung der Toten. Paris lehnt die vollständige Rückgabe Helenas ab.

Im 8. Buch verbietet Zeus den anderen Göttern, in die Schlacht einzugreifen. Die Schicksalswaage neigt sich zugunsten der Trojaner. Mit Zeus’ Hilfe dringen sie über den Graben bis zu den Schiffen vor. Hektor schlägt vor, vor dem Lager zu bleiben und am nächsten Morgen anzugreifen. Damit beginnt die große Bedrohung des griechischen Heeres.

Achilleus bleibt dem Kampf fern

Im 9. Buch verschärft sich die Lage der Achaier. Agamemnon denkt erneut an Flucht. Nestor rät ihm, sich mit Achilleus zu versöhnen. Eine Gesandtschaft aus Odysseus, dem großen Aias und Phoinix bringt Achilleus Geschenke und soll seinen Zorn besänftigen. Odysseus schildert die Not des Heeres, Phoinix appelliert an Achilleus’ Loyalität, und Aias spricht ihn wegen seiner Zurückhaltung scharf an. Achilleus lehnt jedoch die Wiedergutmachung ab. Er will erst kämpfen, wenn Hektor sein eigenes Schiff angreift, und kündigt zunächst seine Heimfahrt an.

Das 10. Buch enthält eine nächtliche Spähaktion. Agamemnon entsendet Diomedes und Odysseus ins trojanische Lager. Sie nehmen den Späher Dolon gefangen, erpressen von ihm Informationen und töten ihn anschließend. Danach töten sie den thrakischen König Rhesos und rauben zwei seiner Pferde.

Im 11. Buch zeichnet sich zunächst Agamemnon durch mehrere Siege aus. Nach seiner Verwundung gewinnt Hektor die Oberhand. Viele griechische Anführer werden verwundet, darunter Diomedes, Odysseus und Machaon. Patroklos erfährt von Nestor und Eurypylos, wie ernst die Lage ist.

Im 12. Buch greifen die Trojaner die griechische Befestigung an. Asios scheitert zunächst, doch Hektor zerstört schließlich ein Tor. Die Trojaner gelangen bis ins Schiffslager, während die Achaier fliehen. Die Abwesenheit Achilleus’ gefährdet damit das gesamte griechische Heer.

Patroklos’ Tod und Achilleus’ Rückkehr

Im 13. Buch unterstützt Poseidon die Achaier, während Zeus von der Schlacht abgelenkt ist. Besonders Idomeneus zeichnet sich aus. Die Kämpfe um einzelne Leichname und die wechselnden Vorstöße zeigen, dass keine Seite dauerhaft überlegen bleibt.

Im 14. Buch lenkt Hera Zeus mit Aphrodites erotisierendem Gürtel ab und lässt ihn durch Hypnos einschlafen. Poseidon kann die Achaier deshalb unterstützen. Hektor wird vom großen Aias außer Gefecht gesetzt, und die Achaier drängen die Trojaner zurück. Im 15. Buch erwacht Zeus, beendet Poseidons Eingreifen und lässt Apollon Hektor helfen. Die Trojaner gelangen erneut zu den Schiffen; schließlich wird das erste Schiff in Brand gesetzt.

Im 16. Buch bittet Patroklos Achilleus um Erlaubnis, den bedrängten Achaiern mit den Myrmidonen zu helfen. Achilleus erlaubt ihm, seine Rüstung und Pferde zu benutzen, setzt ihm aber die Bedingung, die Trojaner nur vom Lager zurückzudrängen. Patroklos’ Auftreten in Achilleus’ Rüstung löst zunächst eine Flucht der Trojaner aus. Er löscht das Feuer, tötet den Lykierkönig Sarpedon und verfolgt die Feinde entgegen Achilleus’ Rat bis zu den Mauern Trojas. Nach vier vergeblichen Angriffen auf die Stadt wird er von Apollon zurückgedrängt und schließlich von Euphorbos und Hektor getötet.

Die Bücher 17 und 18 führen unmittelbar zu Achilleus’ Rückkehr. Hektor erbeutet Achilleus’ Rüstung, während Menelaos, Meriones und die beiden Aianten den Leichnam des Patroklos schützen. Antilochos berichtet Achilleus vom Tod seines Freundes. Achilleus beschließt, Hektor zu töten, obwohl er dadurch seinen eigenen frühen Tod besiegelt. Thetis lässt Hephaistos neue Waffen herstellen; besonders der Schild zeigt den Kosmos sowie eine Stadt in Frieden und Krieg.

Hektors Tod und die Versöhnung

Im 19. Buch übergibt Thetis Achilleus die neue Rüstung. Achilleus beendet seinen Streit mit Agamemnon und erkennt seinen eigenen Zorn als zerstörerisch an. Agamemnon bietet erneut Geschenke an. Achilleus möchte sofort kämpfen, doch Odysseus setzt durch, dass das Heer zunächst frühstückt. Danach greift Achilleus mit seinen Pferden und den Myrmidonen an.

Im 20. Buch greifen die Götter wieder in die Schlacht ein. Aineias stellt sich Achilleus entgegen, wird aber von Poseidon gerettet. Achilleus tötet zahlreiche Trojaner. Hektor greift ihn trotz Apollons Warnung an und wird erneut gerettet. Damit wird Hektors späterer Tod vorbereitet.

Im 21. Buch treibt Achilleus die Trojaner über den Fluss Skamandros beziehungsweise Xanthos. Er tötet auch den zuvor verschonten Lykaon und wirft dessen Leichnam in den Fluss. Der Flussgott greift ihn deshalb an. Poseidon und Athene helfen Achilleus, und Hephaistos bändigt den Fluss mit Feuer. Danach kommt es zu einer Götterschlacht, in der die griechenfreundlichen Götter Vorteile haben. Apollon lenkt Achilleus anschließend von den fliehenden Trojanern ab.

Im 22. Buch wartet Hektor vor Troja auf Achilleus, flieht dann aber dreimal um die Stadt. Die Schicksalswaage entscheidet gegen ihn. Athene täuscht Hektor, indem sie in Gestalt seines Bruders Deïphobos erscheint. Achilleus tötet Hektor, nimmt ihm die Rüstung ab und schleift den Leichnam hinter seinem Wagen her. Hektors Eltern, Andromache und die Trojaner beklagen seinen Tod.

Bestattung und Ende des Epos

Im 23. Buch erscheint Patroklos’ Psyche Achilleus im Traum. Sie weissagt ihm seinen nahen Tod, bittet um ein gemeinsames Grab und um eine baldige Bestattung. Patroklos wird mit Tier- und Menschenopfern auf einem Scheiterhaufen verbrannt; anschließend werden seine Gebeine bestattet. Zu seiner Ehrung veranstaltet Achilleus Wettkämpfe: Wagenrennen, Boxen, Ringen, Laufen, Speerstechen, Diskuswerfen, Bogenschießen und Speerwerfen. Dabei siegen unter anderem Diomedes im Wagenrennen, Epeios im Boxen, Odysseus im Laufen und Meriones im Bogenschießen.

Im 24. Buch schleift Achilleus Hektors Leichnam weiterhin hinter seinem Wagen her. Die Götter beraten, ob der Körper den Trojanern zurückgegeben werden soll. Zeus ordnet schließlich die Rückgabe an. Thetis übermittelt Achilleus diesen Auftrag, den er akzeptiert.

Priamos macht sich mit Lösegeld und Geschenken auf den Weg. Hermes führt ihn in Gestalt eines jungen Myrmidonen zu Achilleus. Priamos erinnert Achilleus an dessen Vater und bittet um Hektors Leichnam. Beide Männer lernen sich im Gespräch und bei einem gemeinsamen Abendessen kennen und schätzen. Achilleus gibt den Körper heraus und gewährt für Hektors Bestattung eine Waffenruhe. Priamos kehrt mit Hermes’ Hilfe nach Troja zurück. Dort klagen Andromache, Hekabe und Helena um Hektor.

Die Überblickstabelle nennt für die abschließenden Ereignisse insgesamt zwölf Tage des Schleifens von Hektors Leichnam, Klagen, Holzbeschaffung, Scheiterhaufen und Bestattung; sie setzt die Verbrennung auf den 50. und die Bestattung der Gebeine auf den 51. Tag. Die ausführliche Darstellung spricht dagegen von einer elftägigen Waffenruhe sowie von der Feuerbestattung am zehnten und der Beisetzung am elften Tag. Das Epos endet mit Hektors Bestattung und einem Totenmahl, nicht mit dem Fall Trojas.

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