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Homologie (Humanwissenschaften)
Im Gegensatz zur Biologie ist die Unterscheidung von Homologien und Analogien in den Humanwissenschaften wesentlich schwieriger, da der kulturelle Wandel viel …
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Begriff und Bedeutung
Eine Homologie bezeichnet Merkmale verschiedener verwandter Phänomene, deren Entstehung auf eine gemeinsame Wurzel zurückgeführt werden kann. Der Begriff stammt aus der Biologie und wird in abgewandelter Form auch in Geschichts-, Sozial- und Kulturwissenschaften, Ethnologie sowie Archäologie verwendet. Er soll dort von Analogie unterschieden werden: Bei einer Analogie ähneln sich Entwicklungen, ohne auf denselben Ursprung zurückzugehen.
Als homolog gelten Merkmale, die in der menschlichen Entwicklung einmalig entstanden sind und universell, also in allen Kulturen, vorkommen. Beispiele sind die menschliche Sprachfähigkeit, Archetypen und Religiosität. Religiosität wird als tiefe Ehrfurcht vor einer transzendenten Wirklichkeit hinter den Erscheinungen beschrieben. Auch weitergegebenes Wissen kann homolog sein, selbst wenn es sich im Lauf der Zeit vielfach verändert.
Schwierige Abgrenzung in den Humanwissenschaften
In den Humanwissenschaften ist es wesentlich schwieriger als in der Biologie, Homologien von Analogien zu unterscheiden. Kultureller Wandel läuft viel schneller ab als natürliche Evolution. Außerdem zeigt er sich nicht in Genen, sondern in unterschiedlichen Ausdrucksweisen, deren Authentizität häufig unklar ist.
Dies verdeutlichen verschiedene Auffassungen zum Schamanismus: Anhänger des esoterischen Core-Schamanismus nach Michael Harner sehen darin eine weltumspannende menschliche Universalie und nehmen damit eine homologe Entstehung an. Der Ethnologe Klaus E. Müller betrachtet Schamanismus dagegen als eine Art „magische Wissenschaft“, die sich außerhalb Asiens analog entwickelt hat.