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Hereinspaziert!
Der Film handelt von einer in gehobenen Verhältnissen lebenden französischen Familie, die unfreiwillig eine bislang obdachlose Roma-Familie auf ihrem Grundstück …
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Film und zentrale Idee
Hereinspaziert! (Originaltitel: À bras ouverts) ist eine französisch-belgische Filmkomödie aus dem Jahr 2017. Der Film ist 93 Minuten lang, wurde auf Französisch gedreht und ist in Deutschland und Österreich ab 6 Jahren freigegeben (FSK 6, JMK 6). Regie führte Philippe de Chauveron; die Hauptrollen spielen Christian Clavier als Jean-Étienne Fougerole und Elsa Zylberstein als dessen Ehefrau Daphné.
Im Mittelpunkt steht eine wohlhabende französische Familie, die unfreiwillig eine obdachlose Roma-Familie auf ihrem Grundstück aufnehmen muss. Die Komödie entsteht vor allem aus dem Gegensatz zwischen den öffentlich vertretenen politischen Idealen des Schriftstellers Jean-Étienne Fougerole und den praktischen Schwierigkeiten, die diese Ideale in seinem eigenen Zuhause verursachen.
Handlung
Jean-Étienne Fougerole lebt mit seiner Familie in einer luxuriösen Villa. Der politisch linksliberale Professor und Schriftsteller wirbt in seinem neuen Buch Hereinspaziert! für die Aufnahme obdachloser und ausländischer Menschen in Frankreich. Während eines live im Fernsehen übertragenen Streitgesprächs mit einem konservativen Gegner lässt er sich spontan dazu hinreißen, bedingungslose Hilfe anzubieten und hilfsbedürftige Roma in seiner Villa aufzunehmen.
Kurz darauf erscheint der obdachlose Babik mit seiner Roma-Familie und bittet um Einlass. Jean-Étienne lässt sie trotz des Widerstands seiner Frau Daphné auf dem Grundstück wohnen. Die Familie lebt in ihrem Wohnwagen, der auf der bisher sorgfältig gepflegten Wiese vor der Villa steht. Außerdem hält sie dort ein ausgewachsenes Schwein als Haustier. Die Roma nennen Jean-Étienne meist „Hereinspaziert“.
Für die Fougeroles ist es schwierig, die Gewohnheiten und Lebensweisen der neuen Bewohner zu akzeptieren. Die Belastung verschärft sich, als die Toilette im Wohnwagen ausfällt und Babiks Familie die Toiletten der Villa benutzt. Trotzdem entsteht zwischen den beiden Familien allmählich eine freundschaftliche Beziehung. Der Konflikt wird zusätzlich zugespitzt, als Jean-Étiennes Fernsehgegner öffentlich bekannt macht, dass ein Mitglied der Roma-Familie gar kein Roma, sondern Franzose ist.
Jean-Étiennes Sohn Lionel verliebt sich in Babiks Tochter. Beide missachten Babiks Verbot vorehelichen Geschlechtsverkehrs. Jean-Étienne akzeptiert die Beziehung, während Babik zunächst wütend reagiert, seine Meinung aber später ändert. Lionel ist des geordneten Lebens in der Villa seines Vaters überdrüssig und heiratet Babiks Tochter schließlich in Rumänien. Seine Eltern nehmen mit Freude an der großen Hochzeit teil.
Veröffentlichung und Beteiligte
Der Kinostart in Frankreich war am 5. April 2017, in Deutschland am 21. September 2017. Das Drehbuch stammt von Guy Laurent und Marc de Chauveron. Produzent war Patrice Ledoux, die Musik komponierte Herve Rakotofiringa, die Kamera führte Philippe Guilbert und den Schnitt übernahm Philippe Bourgueil. Zu den weiteren wichtigen Darstellern gehören Ary Abittan als Babik und Oscar Berthe als Lionel Fougerole.
Rezeption
Die Aufnahme durch die Kritik war überwiegend negativ. Französische Zeitungen bewerteten den Film bei seiner Erstveröffentlichung als rassistisch. Le Monde bezeichnete ihn als den unangenehmsten der bis dahin drei Filme des Regisseurs über nach Frankreich gekommene Migranten. Kritisiert wurde unter anderem, dass Babik durch rassistische Stereotype wie Dreitagebart und Metallzähne geprägt sei.
Le Parisien warf dem Film vor, Rassismus nicht zu vermeiden. Babik und seine Familie würden zunehmend abscheulich, unsympathisch und sogar angsteinflößend erscheinen; dadurch entstehe ein verabscheuungswürdiges Bild der ohnehin stigmatisierten Roma-Gesellschaft. Slate.fr nannte den Film „inakzeptabel“.
Auch Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, erklärte, der Film reproduziere rassistische und antiziganistische Stereotype. Zugewanderte rumänische Roma würden als nicht integrierbare Gegenkultur zur westlichen Zivilisation dargestellt.
Die deutsche Zeitschrift epd film kritisierte, dass der Film das Thema Rassismus in der französischen beziehungsweise europäischen Gesellschaft nur oberflächlich behandle. Der Film-Dienst beziehungsweise das Lexikon des Internationalen Films bemängelte eine abgedroschene Gesellschaftssatire und eine für eine bissige Komödie zu langsame Inszenierung. Dafür vergab der Film-Dienst nur einen von fünf möglichen Sternen. Auch die teleschau bezeichnete den Film als „Kino zum Fremdschämen“: Die politisch inkorrekt angelegte Komik sei nicht bissig, originell und nuanciert genug. Außerdem wurde das Happy End als heuchlerisch kritisiert.