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Gunpowder Plot

Der Gunpowder Plot deutsch Pulververschwörung auch Gunpowder treason war ein fehlgeschlagener Anschlag katholischer Verschwörer auf das englische Parlament …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Ziel und Bedeutung der Verschwörung
  2. 2. Religiöser Hintergrund und Motivation
  3. 3. Planung des Anschlags
  4. 4. Entdeckung, Flucht und Festnahmen
  5. 5. Prozess, Strafen und Folgen

Ziel und Bedeutung der Verschwörung

Der Gunpowder Plot, auf Deutsch Pulververschwörung oder Gunpowder treason, war ein fehlgeschlagener Anschlag katholischer Verschwörer auf König Jakob I. und das englische Parlament im Jahr 1605. Am 5. November 1605 sollte während der Parlamentseröffnung das House of Lords gesprengt werden. Damit wollten die Verschwörer den protestantischen König töten, gegen die religiöse Unterdrückung von Katholiken ein Zeichen setzen und eine katholische Restauration in England herbeiführen.

Die Gruppe um Robert Catesby bestand unter anderem aus Guy Fawkes, Thomas Winter und Thomas Percy. Der Plan wurde entdeckt, bevor die Sprengladung gezündet werden konnte. Guy Fawkes wurde im Keller des Parlaments festgenommen; die übrigen Beteiligten wurden in den folgenden Tagen gefasst oder getötet. Die Erinnerung daran prägt bis heute die britische Kultur: Am 5. November wird die Bonfire Night oder Guy Fawkes Night gefeiert.

Religiöser Hintergrund und Motivation

Die Voraussetzungen für den Konflikt lagen in der englischen Religionspolitik. Heinrich VIII. sagte sich 1534 von Rom los und übernahm die Kontrolle über die Kirche von England. Klöster wurden aufgelöst, und im Land herrschte eine antikatholische Atmosphäre.

1559 führte Königin Elisabeth I. die Elisabethanische Religionsregelung ein. Wer ein kirchliches oder öffentliches Amt übernehmen wollte, musste dem Monarchen als Staatsoberhaupt und Oberhaupt der Kirche Treue schwören. Verweigerung konnte Gefängnis oder Hinrichtung nach sich ziehen. Katholiken praktizierten ihren Glauben daher häufig heimlich und waren der Gefahr von Folter oder Hinrichtung ausgesetzt.

Nach Elisabeths Tod am 24. März 1603 wurde Jakob VI. von Schottland als Jakob I. König von England. Er zeigte sich zunächst milder als Elisabeth I., bevorzugte für Andersdenkende die Verbannung statt der Todesstrafe und versprach, gesetzestreue und friedliche Menschen nicht zu verfolgen. Die Erwartungen vieler Katholiken erfüllten sich jedoch nicht: Katholische Priester sollten das Land verlassen, und unter Elisabeth eingeführte Geldstrafen blieben bestehen.

Robert Catesby, der Initiator des Komplotts, stammte aus einer angesehenen katholischen Familie. Nach seiner Beteiligung an der gescheiterten Essex-Rebellion verlor er durch hohe Geldstrafen viel Vermögen, wurde inhaftiert und entfremdete sich weiter von seinem protestantischen Umfeld. Nach dem Tod seiner protestantischen Frau Catherine wandte er sich mit neuem Eifer dem Katholizismus zu. Bis 1604 war er überzeugt, dass drastische Maßnahmen die Lage der englischen Katholiken verändern müssten.

Planung des Anschlags

Im Februar 1604 besprach Catesby in Lambeth mit Thomas Winter und John Wright den Plan, das Oberhaus bei der Parlamentseröffnung zu sprengen. Winter reiste anschließend nach Flandern, um spanische Unterstützung zu erkunden. Dort traf er Guy Fawkes, der unter William Stanley in den südlichen Niederlanden gekämpft hatte. Ende April kehrten beide nach England zurück; die erwartete Hilfe Spaniens blieb zweifelhaft. Wenige Wochen später wurde Thomas Percy beteiligt.

Am 20. Mai 1604 schworen die Verschwörer im Duke and Drake Inn Verschwiegenheit und nahmen danach an einer Messe mit Kommunion teil. Percy mietete mit Hilfe von Verbindungen ein Haus nahe der Prince's Chamber. Fawkes verwaltete es unter dem Decknamen John Johnson und gab sich als Percys Diener aus. Von Catesbys Unterkunft in Lambeth aus wurden Schießpulver und Vorräte nachts über die Themse transportiert. Wegen mehrerer Verschiebungen der Parlamentseröffnung gewann die Gruppe zusätzliche Vorbereitungszeit; die Sitzung wurde schließlich auf Dienstag, den 5. November 1605 festgelegt.

Weitere Teilnehmer waren Robert Keyes, Thomas Bates, Robert Winter, John Grant, Christopher Wright, Ambrose Rookwood, Everard Digby und Francis Tresham. Nach Fawkes’ Aussage wurden zunächst 20 Fässer Schießpulver gelagert und am 20. Juli weitere 16 hinzugefügt. Ende August stellten Fawkes und Winter fest, dass das Pulver verdorben war; sie ersetzten es und versteckten es unter Brennholz.

Der fertige Plan sah vor, dass Fawkes die Sprengsätze zünden und über die Themse fliehen sollte. Gleichzeitig sollte in den Midlands ein Aufstand beginnen und die neunjährige Prinzessin Elizabeth, die Tochter des Königs, entführt werden. Fawkes sollte danach nach Kontinentaleuropa reisen, um katholischen Führern die Ereignisse zu erklären. Am 26. Oktober erhielt Lord Monteagle einen anonymen Warnbrief, der vor einem „schrecklichen Schlag“ im Parlament warnte. Monteagle gab ihn an Robert Cecil, den Earl of Salisbury, weiter. Wer den Brief verfasst hatte und inwieweit Treshams Umfeld damit zusammenhing, blieb unklar.

Entdeckung, Flucht und Festnahmen

Am 4. November durchsuchten Suffolk, Monteagle und John Whynniard die Parlamentsgebäude. Im Gewölbe unter dem House of Lords fanden sie ungewöhnlich große Mengen Brennholz und Kohle. Dort trafen sie Fawkes, der sich weiterhin John Johnson nannte und erklärte, das Holz gehöre seinem Herrn Thomas Percy. Auf Drängen Jakobs I. folgte in der Nacht eine gründlichere Suche unter Sir Thomas Knevet.

Fawkes wurde dabei sofort festgenommen. Unter Kohle und Brennholz lagen 36 Fässer Schießpulver; bei ihm fand man eine Taschenuhr, Zündschnüre und Zündholz. Um vier Uhr morgens am 5. November 1605 wurde er dem König vorgeführt. Er räumte nicht ein, John Johnson zu sein, äußerte jedoch zunächst nur Bedauern darüber, den Plan nicht ausgeführt zu haben. Am 6. November kam er in den Tower of London. Auf Anweisung des Königs wurden bei ausbleibendem Geständnis zunächst mildere und dann schrittweise härtere Foltermethoden angewandt. Unter Folter gestand Fawkes schließlich seine Beteiligung und nannte am 8. November die Mitverschwörer sowie den Plan zur Gefangennahme Prinzessin Elizabeths.

Die meisten anderen Verschwörer flohen aus London nach Nordwesten. Sie erhielten kaum Unterstützung, auch nicht von ihren Familien. In Holbeche House nahe Staffordshire entzündete sich beim Trocknen von feuchtem Schießpulver ein Funke. Catesby, Rookwood, Grant und Morgan wurden schwer verletzt; Grant erblindete. Am 8. November griff Sheriff Richard Walsh mit 200 Männern Holbeche House an. John Wright wurde getötet, Christopher Wright tödlich verwundet, und Catesby sowie Thomas Percy wurden von derselben Kugel getroffen und starben. Winter, Grant und Rookwood wurden in den Tower gebracht; weitere Beteiligte, darunter Keyes, Digby, Bates und Tresham, wurden getrennt festgenommen.

Prozess, Strafen und Folgen

Die Regierung nutzte die Aufdeckung der Verschwörung zur weiteren Verfolgung von Katholiken. In ungefähr zehn Wochen nahmen Ermittler um Attorney-General Sir Edward Coke, Sir Thomas Fleming, Sir Francis Bacon und Sir John Popham etwa fünfhundert Aussagen auf. Auch Personen aus dem Umfeld der Verschwörer und katholische Priester gerieten unter Verdacht. Henry Percy, Earl of Northumberland, konnte nicht wegen Hochverrats verurteilt werden, erhielt aber eine Geldstrafe von 30.000 Pfund und verlor seine öffentlichen Ämter.

Am 27. Januar 1606 standen acht überlebende Verschwörer in Westminster Hall vor Gericht: die Winters, Grant, Fawkes, Keyes, Bates, Rookwood und Digby. Das Verfahren galt nach heutigen Maßstäben als äußerst ungerecht: Die Angeklagten hatten kaum oder keinen Rechtsbeistand, konnten ihre Ankläger nicht konfrontieren, und private Verhöre lieferten den größten Teil der Beweise. Bis auf Digby plädierten die Angeklagten auf nicht schuldig. Alle wurden verurteilt.

Die Hinrichtungen erfolgten am 30. und 31. Januar 1606. Digby, Robert Winter, Grant und Bates wurden am Friedhof der St. Paul's Church hingerichtet; Thomas Winter, Rookwood, Keyes und Fawkes am folgenden Tag im Old Palace Yard in Westminster. Die Strafe für Hochverrat bestand aus Hängen, Ausweiden, Enthaupten und Vierteilen. Henry Garnet, ein führender Jesuit, hatte versucht, Catesby vom Plan abzubringen. Weil er Kenntnisse aus einer Beichte nicht offengelegt hatte, wurde er wegen Verschleierung von Hochverrat verurteilt und auf dem Friedhof der St. Paul's Cathedral hingerichtet.

Nach dem vereitelten Anschlag wurden Diskriminierung und Überwachung der katholischen Bevölkerung verschärft. Vor jeder jährlichen Eröffnung des britischen Parlaments werden die Keller feierlich durchsucht. Die Bonfire Night am 5. November erinnert mit Feuerwerk, Freudenfeuern, Umzügen, Maskeraden und regionalen Bräuchen an die Rettung von König und Parlament; auf den Feuern werden häufig Puppen verbrannt, die Guy Fawkes darstellen.

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