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Ground (Musik)

Der Ground oder Ground bass ist im weiteren Sinn die allgemeine englische Bezeichnung für den Basso ostinato. Im engeren Sinn bezeichnet Ground eine …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Grundprinzip
  2. 2. Kompositionstechniken und Formen
  3. 3. Typische Ground-Modelle
  4. 4. Verwendung in neuerer Zeit

Begriff und Grundprinzip

Der Ground oder Ground bass ist im weiteren Sinn die englische Bezeichnung für den Basso ostinato, also eine fortlaufend wiederholte Bassfigur.

Im engeren Sinn meint Ground eine bestimmte Bassformel und zugleich die darauf aufgebaute Instrumentalkomposition, die „Division upon a Ground“. Das Ground-Modell wird mehrmals ohne Unterbrechung wiederholt. Dadurch bildet es ein ostinates, also beharrlich wiederkehrendes Fundament, über dem sich die Oberstimmen frei entfalten können.

Kompositionstechniken und Formen

Behalten die Oberstimmen die Periodizität eines geschlossenen Groundschemas bei und enden sie mit der Tonika, also dem Grundton der Tonart, ähnelt das Werk einer geschlossenen Variation. Ein Beispiel ist John Blows „The Hay’s a Ground“.

Besonders reizvoll ist es, die wiederkehrenden Einsätze des Grounds durch kunstvolle Überschneidungen und metrische Verschiebungen in den Oberstimmen zu verschleiern. Diese Technik findet sich unter anderem bei Henry Purcell und William Byrd.

Eine besondere Verbindung ist die Kombination von Ground und Kanon. Beim Kanon setzt eine Stimme dieselbe Melodie zeitversetzt nach einer anderen Stimme ein. Diese Kombination erscheint in der mittelalterlichen Rota „Sumer is icumen in“ aus dem 14. Jahrhundert und später bei Purcell, etwa in der Chaconne aus „Diocletian“.

Typische Ground-Modelle

Frühe Grounds bestehen häufig nur aus wenigen Tönen oder wenigen harmonischen Stufen. Dies gilt als typisch für eine besondere englische Klanglichkeit.

Bei William Byrds „The Bells“ pendeln zwei Töne im Sekund-Abstand, also im Abstand benachbarter Tonstufen, hin und her. In Hugh Astons „Hornpipe“ geschieht dies im Quint-Abstand beziehungsweise zwischen der ersten und fünften Stufe. Bei Henry Purcell besitzt der Ground dagegen eher eine ausgeprägte melodische Substanz.

Verwendung in neuerer Zeit

Auch neuere englische Komponisten griffen gelegentlich auf Ground-Techniken zurück. Dazu gehören Ralph Vaughan Williams, Benjamin Britten und William Walton.

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