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Goi-blot

Das Goi-blot (altnordisch Gói-blót) war ein regelmäßig praktiziertes Frühjahrsopfer der Nordgermanen und kultischer Bestandteil der Nordgermanischen …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Wesen und Zweck
  2. 2. Zeitliche Einordnung und Ablauf
  3. 3. Überlieferung und offene Deutung

Wesen und Zweck

Das Goi-blot (altnordisch Gói-blót) war ein regelmäßig praktiziertes Frühjahrsopfer der Nordgermanen. Es gehörte zumindest auf Island während der heidnischen, vorchristlichen Siedlungszeit zur nordgermanischen Religion. Wie fast alle germanischen Opferhandlungen war es ein Bittopfer: Es sollte die Wiederkehr der frühjährlichen Vegetationskräfte unterstützen.

Zeitliche Einordnung und Ablauf

Das Opferfest stand mit kalendarischen Übergangszeiten und dem Wechsel der Jahreszeiten in Verbindung, ähnlich wie das Jul-blót oder das Mittsommeropfer. Der Name verweist auf den altnordischen Monatsnamen gói und auf blót, den altnordischen Begriff für „Opfer“.

Snorri Sturluson berichtet in der Heimskringla von einem Goi-blot in Schweden bei den Svear in Uppsala. Im Goi-Monat wurde dort das Hauptopfer abgehalten. Die Opfer galten dem Frieden und den Siegen des Königs. Menschen aus dem gesamten Svear-Reich sollten nach Uppsala kommen; zugleich fand dort das Thing, also die Versammlung der Schweden, statt.

Überlieferung und offene Deutung

Schriftliche Hinweise auf das Opferfest sowie auf die Monatsbezeichnung beziehungsweise den namensgebenden Zeitraum finden sich unter anderem in den Vorzeitsagas. Eine weitere Deutung verbindet den Namen neben anderen Varianten mit alt überlieferten Vegetationsgeistern. Die abschließende Herleitung des Namens ist in der Forschung jedoch offen.

Die frühjahrszeitliche Ansetzung vorchristlicher Opfer und Festlichkeiten wird im germanischen Raum außerdem mit vorchristlichen Osterfeierlichkeiten in Verbindung gebracht. Diese werden in der frühkirchlichen Missionsliteratur, unter anderem bei Beda Venerabilis zur zeitlichen Ansetzung des Osterfestes, geschildert oder zumindest interpretierbar angedeutet.

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