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Global Entrepreneurship Monitor
Der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) ist eine international vergleichende Studie über Gründungsaktivitäten, -einstellungen und gründungsbezogenen …
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Zweck und Aufbau
Der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) ist eine international vergleichende Studie. Sie untersucht drei zentrale Bereiche: die tatsächlichen Gründungsaktivitäten, die Einstellungen der Bevölkerung zum Gründen und die gründungsbezogenen Rahmenbedingungen. Damit ermöglicht sie Vergleiche zwischen rund 50 bis 60 Ländern.
Seit 1999 koordiniert das Globale GEM Consortium die Studie. Deutschland gehört seit Beginn zu den Partnerländern.
Untersuchung in Deutschland
Von 1999 bis 2024 leitete Rolf Sternberg von der Leibniz Universität Hannover das deutsche Länderteam. Seit 2024 teilen sich Christian Hundt vom Braunschweiger Thünen-Institut für wirtschaftliche Entwicklung und Innovation in ländlichen Räumen und Florian Täube vom RKW Kompetenzzentrum die Leitung.
Der deutsche GEM-Länderbericht entsteht in einer Kooperation zwischen dem Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover und dem RKW. Er analysiert Gründungsaktivitäten, Einstellungen zum Gründen und die dafür wichtigen Rahmenbedingungen sowohl innerhalb Deutschlands als auch im internationalen Vergleich. Das RKW Kompetenzzentrum wirkt seit 2017 an den deutschen Länderberichten mit und stellt Länderberichte, Poster, Fachartikel und weitere Informationen zum deutschen GEM bereit.
Nutzung und öffentliche Wahrnehmung
Die Ergebnisse des GEM werden von Regierungen, Wirtschaftskammern und Medien aufgegriffen. Die Bundesregierung berichtet über das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie regelmäßig über den deutschen Länderbericht; auch Industrie- und Handelskammern werten ihn aus.
Nach Angaben der Wirtschaftskammer Kärnten zeigte der GEM für 2025, dass Kärnten österreichweit die höchste Quote bei Jungunternehmern hatte und Frauen diese Entwicklung maßgeblich vorantrieben. Die Wirtschaftswoche berichtete, Deutschlands Gründungsquote habe 2024 trotz einer seit drei Jahren bestehenden Wirtschaftskrise ein Allzeithoch erreicht; zugleich sei die Gründungsaktivität auf dem Land geringer als in Städten. Die Börsen-Zeitung beschrieb einen „Gründungsboom mit Lücke“: Viele Frauen gründeten Unternehmen, insgesamt gründeten aber weiterhin mehr Männer. Die Deutsche Welle verwies 2014 darauf, dass zugewanderte Menschen eine höhere Gründungsquote aufweisen.
Auch internationale Ergebnisse finden mediale Beachtung. Laut Arabian Business behaupteten die Vereinigten Arabischen Emirate im GEM 2026 zum fünften Mal in Folge ihre Stellung als weltweit bestes Umfeld für Unternehmertum. Die Taipei Times berichtete auf Grundlage des internationalen GEM-Berichts 2025–2026, Taiwan habe den zweithöchsten Wert an Unternehmensgründungen.
Verwendung in Forschung und regionalen Analysen
GEM-Daten dienen außerdem als Grundlage wissenschaftlicher und regionaler Untersuchungen. Das Journal of Entrepreneurship & Innovation in Emerging Economies veröffentlichte 2024 eine Studie, die mit GEM-Daten von 2014 die Einflüsse auf das Wachstum unternehmerischer Vorhaben auf den Philippinen untersuchte.
Die Offene Universität Kataloniens berichtete anhand der GEM-Daten, dass 2024 in Spanien der Anteil der Frauen unter den Personen, die neue Unternehmen gründeten, höher als der Anteil der Männer gewesen sei. In ländlichen Gebieten sei zugleich eine Zunahme unternehmerischer Initiativen bei den 18- bis 34-Jährigen festgestellt worden.